29.06.2015: Nachtrag zum Schottland-Urlaub

Die Nachgeschichte beginnt am 14.06., wo wir beim Packen für meine Fahrt nach Zug verzweifelt mein Geschäftshandy suchen. Ergebnislos. In keiner Tasche, Jacke, Koffer … ist es auffindbar. Letztlich stellen wir uns der Realität, ich habe es wohl verloren. Im vorletzten B&B auf der Isle of Skye hatte ich es noch, da hatte ich kurz EMails bearbeitet. Danach wird auch mir langsam klar, hatten wir es nicht wieder gesehen. Erstaunlicherweise klingelt es sogar noch, wenn man die Nummer anruft. Damit können wir versuchen es zu lokalisieren. Der Anruf in den letzten beiden B&Bs fördert es jedoch nicht zu Tage. Uns kommt nur noch die Idee, dass es mir im Mietwagen aus der Tasche gerutscht sein könnte. Doch da kommen wir telefonisch nicht durch. Erst kurz vor 22 Uhr am 14.06. erreicht dort Gabi jemanden, dieser geht zum Mietwagen (der glücklicherweise noch nicht weiter vermietet wurde) und sie können das Mobiltelefon ausfindig machen. Puhh. Das scheint ja noch glimpflich abgelaufen zu sein. Denkste. Hier gehen die Probleme erst richtig los. Wie kriegt man das jetzt wieder in die Schweiz? Wir sollen es von einem Kurierdienst wie UPS abholen lassen. Sie würden es aber nur unter Vorlage der Vertragsnummer und einem „Kennwort“ freigeben. Also erster Anruf bei UPS. Mein Auftrag interessiere sie nicht, sie transportieren nur Neuware. Also gut, rufe ich bei Fedex an. Ja, sowas würden sie häufiger machen, man würde mir Dokumente schicken. Die fülle ich aus, bis ich auf Felder stoße, mit denen ich nichts anfangen kann. Der nächste Anruf bei der Fedex Hotline: Nein, wenn ich das im Ausland abholen lassen will, müsse ich das über die Schweizer Homepage von Fedex machen. Diese angekuckt. Ein dritter Anruf verbindet mich „zum Experten“. Der führt mich Schritt für Schritt durch die Online-Masken. Ein richtiges Feld wo ich sowas wie die Vertragsnummer und das Passwort hinterlegen kann finden wir nicht. Am Ende soll ich noch den Label und die Vesandtpapiere per EMail zu Budget Edinburgh Airport mailen. Super. Also wieder bei Budget Edinburgh Airport angerufen. Ein Fehler in der Telefonanlage würde leider verhindern, dass ich durchgestellt werde. Mist. Also mache ich mit 2 weiteren Anrufen den Vorgesetzten von den Mitarbeitern dort ausfindig, der in Edinburgh Zentrum arbeitet. Mit denen kann ich auch telefonieren. Ich bekomme die EMail-Adresse vom Flughafen und schicke gleich die Unterlagen hin. Man wolle mich zurückrufen, wenn diese dort die Mitarbeiter erreicht hätten. Der Rückruf kommt aber leider nie. Ich zweifle gewaltig, dass das gut geht. Ich vermute, der Fedex-Mitarbeiter geht dort wieder unverrichteter Dinge weg. 3 Tage später sagt die Online-Abfrage immer noch, dass es noch nicht abgeholt worden sei. Super. Ich rufe wieder bei FedEx an. Dort erklärt mir eine Frau, dass es gar keinen Auftrag von mir gäbe. Meine Nummer, die ich ihr nenne, wischt sie einfach weg. So könne das nicht gehen. Ich müsse das über die schottische Webseite von Fedex machen, sonst ginge das nicht. Die Adresse, die sie mir gibt probiere ich gleich aus – mit dem Ergebnis, dass es diese Seite nicht mal gibt. Sie ändert ihre Taktik: Nein, online ginge das eh gar nicht. Ich müsse dafür Papierunterlagen ausfüllen. Ich werde ärgerlich und erkläre, dass jeder von Fedex wohl glaubt mir sagen zu können, was immer er will. Ich will meinen Auftrag stornieren. Sie beharrt weiterhin darauf, dass es gar keinen Auftrag gäbe, den es zu stornieren gelte. Nachdem die erste Woche fast ins Land gezogen ist, schalte ich meine Sekretärin Manuela mit der Aufgabe ein, herauszufinden, ob unsere Firma vielleicht eine Niederlassung in Edinburgh hat, und wenn ja, dort mal anzurufen, ob die uns helfen können. Linda, die Auszubildende findet schließlich sogar einen deutschsprachigen Kontakt, der verspricht das Handy auszulösen und uns zuzusenden. Am nächsten Montag bekomme ich schon die TNT Trackingnummer, hat also super funktioniert. 2 Stunden später kommt eine Mail von Budget Edinburgh herein – als Reaktion auf meine Mail mit den Unterlagen von der Woche davor. Ja, man hätte mein Handy gefunden und es sicher verwahrt. Es sei noch bei Budget. Wow. Was für eine Reaktionszeit. Und hoffentlich doch welche Lüge! Wenige Tage später kriege ich dann wirklich einen kleinen Umschlag und kann endlich wieder mein Geschäftshandy in Besitz nehmen.

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27.06.2015: Kunst in Bad Ragaz

Gabi ist zum letzten Mal vor dem Herbst zu mir in die Schweiz geflogen. Und dieses Wochenende verspricht relativ stabiles sommerliches Wetter. Am Samstag nach einem leckeren Weißwurstfrühstück (importiert) entscheiden wir uns nach Bad Ragaz zu fahren. Dieses ist ca. 1h weg und ich habe den Ort im Fernsehen gesehen, als dort eine kleinere Version der Jesus-Statue (aus Rio de Janeiro) auf einen Hügel geflogen wurde. Dies anlässlich eines alle 3 Jahre stattfindenden Kunst-Events, bei dem im Sommer hunderte von Kunstobjekten auf den Wiesen, in den Parks und an den Straßen der Stadt ausgestellt sind. Das nennt sich dann Bad RagARTz.

Blaues Schaf - Blauschäferei

Außer dass es hier diese Statue am Hügel sowie eine Herde blauer Plastikschafe geben soll, wusste ich sehr wenig darüber. Auch die Homepage ist nicht wirklich aussagefähig. So sind wir dann mehr als erstaunt, in welcher Menge die Kunst hier präsentiert wird. Es gibt völlig unterschiedliche Stilrichtungen und Materialien, die meistens sind aber eher abstrakt. Wir wandern 3.5h durch den kleinen Ort, sowie einen Rundweg an einem nahe gelegenen See vorbei und sehen vielleicht 2/3 der Kunstobjekte. Von einem Regenschauer in der Mitte erwischt, fliehen wir auf die Veranda des Kaffees der Therme und gönnen uns 2 Stücke Quiche. Gabi isst ein Käse-Quiche, Tom eines mit Spinat und Speck. Lecker. Und ausnahmsweise mal zivile Preise.
Nachdem der Regen weiter gezogen ist, ist die Luft phantastisch frisch und klar, der restliche Spaziergang macht umso mehr Spaß.
Wie viele von Euch vielleicht wissen macht es mir viel Freude Kunst mit der Kamera festzuhalten und dabei zu versuchen, dieser noch einmal eine weitere Perspektive zu geben.

Nachdem wir es dann wieder mit den ersten Regentropfen zum Auto geschafft haben und heim gefahren sind, ist es dann auch schon wieder 18 Uhr. Wir ziehen noch mal los auf das Zuger Seefest, das heute stattfindet. Gabi findet dort zum Essen ein leckeres Pilzrisotto, doch der Rest an dargebotenem Essen ist wenig kreativ und macht Tom nicht wirklich satt..

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26.06.2015: Den Kulturschock noch lange nicht überstanden

Die Schweiz ist nicht die USA und es ist auch nicht Deutschland. Wie heißt es so schön in einem Buch über Deutsche in der Schweiz: Die Schweiz ist nicht nur ein weiteres Bundesland mit einem sonderbaren Akzent. Das erlebe ich im Augenblick jeden Tag. Hier wird alles ausdiskutiert, alles muss demokratisch entschieden werden, sonst hat es keinen Bestand. Ein „macht das Bitte bis Freitag“ führt häufig nur deshalb zum Ergebnis, weil viele Kollegen sich schon auf die Deutsche Art eingestellt haben. Gabi erzählt mir heute noch wie man sich in einer Bäckerei verhalten sollte: „Grüezi, ist das heute nicht ein schönes Wetter. Das sind aber schöne Vollkornbrötchen! Ob ich da wohl welche bekommen könnte…“. Nie direkt, immer im Konjunktiv. Da muss ich wohl noch lange üben, bis mir das nicht mehr gegen den Strich geht. Bis dahin ist die „Ich hätte gerne 2 Brötchen“-Variante noch häufig im Gebrauch. Naja, eigentlich sollte man nicht mal Grüetzi sagen. Anders als in den USA, wo selbst der schlechte Versuch, die Landessprache zu sprechen, schon honoriert wird, ist es in der Schweiz ein Nogo zu versuchen Schweizerdeutsch zu reden. Hier werden keine Fehler verziehen und deshalb sollte man es einfach lassen. So der Tipp von allen, die ich bis jetzt dazu gehört habe. Doch der größte Kulturschock ist wohl die Tatsache, dass der Schweizer eine ganz strikte Trennung zwischen Privatleben und Beruf pflegt. Naja zumindest die Meisten. In den USA hatten wir uns schon in der ersten Woche nicht mehr vor Versuchen retten können uns Einzubinden. „Wir gehen dorthin, wollt ihr mit“, „ich mache eine Weinparty, wollt ihr nicht auch kommen“… Letztlich waren wir dann immer wieder mit Kollegen von mir unterwegs, gelegentlich auch mal mit Bekannten von Kollegen… in der Schweiz ist das ganz anders. Da habe ich die Abende für mich. Badminton habe ich mir selbst gesucht, und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich dort nicht eher wie ein Störfaktor wirke. Kollegen sind bis jetzt nur 2 auf mich zugekommen. Der Eine auch etwas aus Eigennutz, denn er leitet einen Sportverein und dachte daran, ob ich dort nicht Badmintontraining geben möchte (nachdem ich das einmal für 4 Teilnehmer getan habe, bin ich mir noch nicht sicher, ob er das immer noch will). Letztlich hat er aber ganz starke italienische Wurzeln und zählt deshalb nicht als Verletzung der Regel von oben. Der Andere kommt aus Osteuropa, ist Leiter eines Fotoclubs und hat mich dorthin eingeladen. Bis jetzt hat es noch nicht geklappt (ich war an diesen Tagen immer weg), doch das nächste Mal bin ich dann gerne mal dabei. Mal sehen, ob ich hier noch heimisch werde und es mir irgendwann gelingt, die Kokosnuss-Schale mindestens eines Schweizers zu knacken.

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20.06.2015: Meine Eltern hatten doch recht: Kartoffelchips bringen nichts Gutes

Ich sitze im Übergangsapartment und bin ausnahmsweise mal das Wochenende über in der Schweiz geblieben. Es ist Samstag Abend, das Essen, dass ich mir gemacht hatte war nicht so wirklich reichlich und ich kriege um ca. 21 Uhr einen Jeaper und erinnere mich an eine Tüte Chips, die noch im Auto liegt. Das Auto habe ich auf dem Parkplatz des nahegelegenen Hotels (dass auch mein Übergangs-Apartment vermietet) geparkt, nachdem das im Monat nur 80 CHF kostet anstelle von 150 CHF, wenn ich unter dem Haus in der Tiefgarage geparkt hätte. Ich tapper also rüber – in leicht dreckigem Schlabbershirt und Freizeithose. Wer sieht mich da auch schon auf dem kurzen Stück Weg? Am Auto denke ich mir: Warum ist der lackierte Stoßdämpfer links hinten so weiß? Ist das irgendwie getrockneter Schaum? Doch beim Wegwischen sehe ich schon, dass darunter kein Lack mehr vorhanden ist. Ich denke sofort: Super, Fahrerflucht. Doch bevor ich wutentbrannt ins Foyer des Hotels stiefele und nach einer Videoaufnahme des Parkplatzes frage, sehe ich einen Briefumschlag unter den Scheibenwischern. Der Unfallverursacher sei bekannt und ich solle mich doch bitte im Hotel melden.

Stiefel ich also gleich in meinem Look in die Lobby, und die Chefin verweist mich an einen seeehr älteren Mann, der neben vielen offensichtlich bei einem Dinner sitzt.

Ich – immer noch sehr gereizt – verlange von ihm, dass er für ein Unfallprotokoll mit auf den Parkplatz kommt, was er anfangs nur widerwillig tut. Er würde ja gerade Essen. Nach einem klaren „das interessiert mich wenig, ich kann auch die Polizei rufen“ kommt er dann mit. Und ich schreibe auf einen vom Hotel mitgebrachten Zettel ein Unfallprotokoll, in das ich gleich noch das volle Schadeingeständnis des Herrn einflechte. Er sei beim Rückwärtseinparken leicht hingekommen. Aja. Sein Auto: Ein Audio SUV hat wohl aus allen Abstandshaltern piepen müssen, was er vermutlich mangels Schwerhörigkeit (die er wirklich hatte) nicht mal mitbekommen hat. Er erklärt mir zum 4. Mal, dass sein Schaden ja wohl viel größer sei als meiner und ich mich ja wohl nicht aufregen müsse. Nachdem ich 2 Seiten Protokoll mit Adressen, Telefonnummern, Unfallhergang, Skizze usw. geschrieben habe, kommt er mit einem Euronorm-Unfallformular daher. Ob das was helfe? Jetzt nicht mehr.

Nachdem er das Protokoll und Schuldeingeständnis unterschrieben hat und verspricht am nächsten Montag gleich bei seiner Versicherung anzurufen, komme ich langsam von meiner Palme wieder runter, wir gehen zurück ins Hotel und lassen Kopien von dem Protokoll machen.

Ich meine mich hat eigentlich gar nicht der Unfall so aufgeregt. Sondern zum Einen die Tatsache, dass ich jetzt gerade keinen weiteren Stress und noch ein Thema brauchen konnte und auch, dass das Hotel (bei dem ich extra meine Autonummer hinterlegen musste und sie mit dieser auch umgehen konnten als es ums Bezahlen des Parkplatzes ging) nicht in der Lage war am Rechner herauszufinden, wer ich bin und mich einfach telefonisch zu verständigen.

Am nächsten Montag rufe ich dann bei seiner Versicherung durch, die auch schon im Bilde war. Und die Versicherung will auch noch einen Gutachter schicken. Bei dem soll ich vorbeifahren, irgendwann zwischen 9 und 13 Uhr. Von mir hören Sie ein ganz klares „Können Sie vergessen, da arbeite ich“. Warum sollte ich mich nach deren verqueren Arbeitszeiten richten? Dann rückt er raus, naja, die würden auch zur Werkstatt kommen (aber eben ungern). Und das könnte dann einen Tag länger dauern… Ist mir egal. Sollen die so machen.

Manuela macht eine VW Werkstatt ausfindig und die liegt sogar noch in Laufweite einer der S-Bahn Haltestellen zwischen der Firma und meinem finalen Apartment. Und bei dem verfügbaren Termin bin ich dann auch schon dort hin umgezogen. So passt das doch gut. Die Adresse zeigt sich, dass der Gutachter der Versicherung sich keine 30 Meter daneben im Nachbargebäude befindet. Das sollte also ja wohl klappen.

Die Besichtigung durch die Werkstatt passiert noch am selben Abend – endlich mal ein Laden, der nicht schon so früh zu macht, dass man einen halben Tag Urlaub nehmen muss um etwas gebacken zu kriegen. Sie brauchen das Auto 3 Tage und klären alle Verrechnung mit der Versicherung des Anderen. Dabei versprechen Sie auch noch für mich alle kleinen Macken, wo es ein Tropfen vom Lackstift tut zu patchen.

Also am besagten Tag das Auto früh um 6:30 Uhr abgegeben und 3 Tage später wieder in Besitz genommen. Sieht aus wie neu. Auch die kleine Nichtigkeiten sind übermalt und man hat mein Auto von Außen und Innen grundgereinigt. Alleine dafür war es den Unfall schon fast wert 🙂

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13.06.2015: Circles in the Street… Es heißt Abschied nehmen

Heute geht es zurück nach Deutschland. Nachdem wir nur einige Meilen vom Flughafen weg sind und der Flieger erst gegen Mittag geht, haben wir noch etwas Zeit und nutzen diese zu einem kleinen Spaziergang von unserem B&B aus. So kommen wir noch an einer Skurrilität vorbei, die es so wohl nur in Großbritannien geben kann. Was hätten die armen Autofahrer nur ohne die vorausdenkenden Behörden getan, die es ihnen erst möglich machen mit dieser prekären Situation fertig zu werden?

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Den Autovermieter am Flughafen erreichen wir problemlos, nur ist es hier mal wieder anders als an wohl allen anderen Flughäfen der Welt: Man fährt mit dem Mietwagen nicht einfach in einen Abgabebereich wo man diesen zurück lässt, sondern muss auch noch einen Parkplatz finden und das Auto parken, bevor man dann einen Bediensteten dazu überredet, es abzunehmen. So dauert die Autoabgabe dann etwas länger als geplant.

Naja, wer mit Tom fliegt hat ja noch Zeit…

Am Schalter stehen wir dann in einer Schlange von vielleicht 20 Leuten vor uns. Lange kann das ja nicht dauern, es sind 2 Schalter offen und wir haben ja schon alle am Automaten einchecken dürfen. Doch weit gefehlt. Die Abarbeitung der Leute vor uns geht in einem Tempo von statten, dass die Schalter um uns herum wie in einer Zeitrafferaufnahme wirken. Dort kommen und gehen die Leute, wir bewegen uns kaum weiter nach vorne. Das kann vielleicht auch daran liegen, dass hier wirklich jeder, also jeder ein Sonderproblem hat. Fahrräder, Golftaschen, Golftaschen, Fahrräder, Übergpäck und wieder Golftaschen… So wird die Zeit zum Abflug dann wirklich langsam enger, als wir an der Reihe sind und schließlich uns Richtung Sicherheitkontrolle aufmachen.

Hier jetzt bloß keine Schlaaaaaa…. wow. Sowas langes haben wir selten gesehen. Eine Menschenschlange windet sich im ZickZack durch den Wartebereich. Letztlich gehen wir aber fast die ganze Zeit, d.h. die Schlange scheint in nahezu keinem Augenblick zu stocken. Eine gefühlte Wanderung später sehen wir: Bestimmt ein Dutzend Abfertigungen sind offen und an jeder wird man auf eine von sechs Positionen eingewiesen. Dort kann man dann seine Sachen aufs Band schieben, wenn man fertig ist geht man durch den Bodyscanner. Auf der anderen Seite nimmt man sich seine Trage und hat dann wieder einen Bereich, wo man sich wieder zurecht machen kann. Hut ab. Organisiertes Chaos!

So machen wir doch noch eine zeitliche Punktlandung und kommen gerade rechtzeitig zum Boarden zum Gate.

In Frankfurt wollen Sie uns dann weiter testen. Wir kommen dank Verspätung (ewiges Stehen auf dem Rollfeld am Boden und dann auch noch Warteschleifen in der Luft) eh schon viel zu spät an. Doch nach der Security und der Passkontrolle leiten Sie uns nicht etwa auf direktem Weg zum Flieger, sondern (weil scheinbar irgendwas wieder mal defekt ist) auf dem längst möglichen Weg, d.h. einmal Terminal Z vor und dann Terminal A wieder zurück. Das ist eine Strecke, die es vor allem, wenn Eile geboten ist, in sich hat. Unterwegs kurz vor dem Abflug-Gate holen wir uns noch die obligatorische Bockwurst, die wir uns teilen und fast im Laufschritt verzehren. So kommen wir am Gate an, Gabi geht noch mal aufs Klo und schon stürmen wir in den Bus, der uns wieder über den halben Flughafen zum Flieger nach Nürnberg fährt… So endet der Urlaub etwas hektischer als es unbedingt notwendig gewesen wäre. Schee war er allemal.

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12.06.2015: Bilder aus dem kongenialen botanischen Garten von Edinburgh

Diese Galerie enthält 48 Fotos.

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12.06.2015: The Chill is on

Das Frühstück heute bietet überraschend für Tom auch in diesem Urlaub noch die Möglichkeit, die lokale Spezialität, Haggis, zu probieren. Einer unserer bestens gelaunten Hausherren gibt uns, neben vielen anderen Infos, den Tipp, statt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln doch über einen sehr schönen Fußweg zum botanischen Garten zu gehen, unser erstes Ziel für heute. Wir rechnen insgeheim schon mit ein paar Minuten mehr, tatsächlich brauchen wir wohl mehr als eine Stunde bis zum Garten. Der anscheinend vorwiegend von Anwohnern genutzte „Water of Leith“-Fußweg entlang des gleichnamigen Flusses  geht zwar mitten durch Wohngebiete, hinterlässt aber das Gefühl, mitten durch die Natur zu laufen. Daher sind wir gar nicht böse über die Untertreibung, sondern genießen die morgendliche Stimmung. _DSC5692

_DSC5705Als wir dann aber im botanischen Garten angekommen sind, stellen wir fest, dass wir bei einem 13 Uhr-Termin zu einer Führung in der Innenstadt nun doch nicht mehr soviel Zeit haben, wie wir gehofft hatten. Der Royal Garden ist der älteste Schottlands und wir haben uns viel versprochen. Durch die Außenanlagen schlendernd, sind wir erst mal enttäuscht. Hier blüht wenig und es herrscht kaum Abwechslung. Gut, wir sind durch den B.G. in Chicago, Salt Lake City und Washington D.C. natürlich auch schon sehr verwöhnt, aber trotzdem… nöl….. _DSC5739

Ist der botanische Garten kostenlos, so langt die Queen bei den Gewächshäusern ordentlich zu. Doch wo wir schon mal da sind… Was für ein Glück: Die vielen thematisch aufgeteilten Häuser sind wunderschön und wir würden überall gern länger bleiben (außer im tropischen Bereich, wo es uns vor Wärme und Luftfeuchtigkeit fast rückwärts wieder aus der Tür drückt. Urlaub in den Tropen wäre für uns die Hölle) als uns wegen des Folgetermins möglich ist. Naja, wir perfektionieren zumindest unseren Entdeckergeist und machen uns gegenseitig auf die Highlights aufmerksam, damit Tom eilig seine Fotos schießen kann. Eine Stunde, die verflogen ist wie nichts. Den Highlights hat Tom einen Extra-Blogeintrag gewidmet. Etwas Spannung muss für Euch ja auch sein 🙂 Etwas gehetzt steigen wir vor dem Botanischen Garten in den Bus, der uns auch schnell in die Innenstadt bringt zu einer Führung, die in den einschlägigen Foren übereinstimmend als „Must See“ (Musst Du gesehen haben) bezeichnet wurde. Es geht in den Untergrund der Innenstadt. Denn die alten Stadtbezirke, in denen die Menschen des Mittelalters zusammengedrängt in engen, steilen Gassen und überfüllten Häusern gelebt hatten, wurden einfach mit einem neuen Stadtteil überbaut. Dass sich hier unten die Pest besonders gut ausgebreitet hat, kann man sich vorstellen wenn man bedenkt, dass zweimal am Tag die mittlerweile stockdunklen Gassen zum Abtransport von Fäkalien genutzt wurden. All dies, vermischt mit verkitschtem Sex & Crime (Kriminalität) & Puppenspiel, nicht zu vergessen ein bißchen Spuk, wird uns in sich endlos hinziehenden 90 Minuten von einem leicht gelangweilt wirkendem Schauspieler dargebracht. Wieder einmal bestätigt sich Einsteins Theorie, dass Raum und Zeit relativ sind. _DSC5936Wohlverdient machen wir danach erst mal Pause mit leider etwas geschmacklosen Ofenkartoffeln (eine weitere Spezialität Schottlands). Auch dieses Fastfood-Restaurant („Vegetarian and Vegan Baked Potatoe Shop“ hätte Tom schon genug Warnung sein sollen) war ein Tipp – Gott sei Dank für den Tippgeber läuft das im Internet ja immer anonym ab 🙂 Ein paar Mitbringsel später wollen wir den Rest des Tages mit einer weiteren mitgebrachten Besichtigungstour verbringen, die uns durch das Gregorianische Viertel nördlich der Altstadt führt. Blöderweise hat jemand die Sonne oben ausgeknipst und statt dessen kühlen Wind geschickt. Dieser fegt durch die, wie wir schnell feststellen, eintönigen Straßen mit immer mehr dunklen Häusern, die ohne Grün vor der Haustüre oder auf den Balkonen seltsam lieblos wirken. Irgendwann brechen wir ab und kutschieren mit dem Bus, genau wie tausend Andere, die grad scheinbar alle wieder Feierabend haben und aus den Büros geschmissen wurden, in unsere Unterkunft zurück. Gabis Füße qualmen und so suchen wir uns einen Italiener in unserem hübschen Stadtviertel Haymarket. Sight Seeing macht aber auch müde!

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