Chaos und Megapanik bei der Einreise

Gabi sagt noch während des Fluges: Wenn das so weiter geht haben wir gar nichts zu berichten… und sie hat es beschriehen und das Ergebnis ist leider sehr schmerzhaft für uns. Aber der Reihe nach. Beim Einpacken der Sachen, die wir im Flieger aus den Rucksäcken genommen haben drückt Tom kurz Gabi eine Geldbörse mit Dollars in die Hand. Und aufgrund des ganzen Hin- und Her vergessen beide diese Geldbörse, bis Tom es wieder siedendheiß einfällt – leider erst in der Warteschlange zur Immigration. Wir durchwühlen alles und finden sie nicht. Offensichtlich haben wir die Geldbörse wirklich nicht mehr eingepackt. SIE KANN NUR IM FLIEGER LIEGENGEBLIEBEN SEIN. Mit etlichen Dollars drin. Das kann nicht war sein! Wir also raus aus der Schlange und Tom rennt zurück zum Gate, nur um durch menschenleere Korridore letztlich bei einer Tür anzukommen, die schon versperrt ist. Und Angestellte von United sind nirgendwo in Sicht. Air Lingus zum Beispiel, ja die haben Angestellte, die sich um ihre Passagiere kümmern, die auf die Einreise warten, aber nicht United. Warum auch. Denen sind wir vermutlich ziemlich egal. Außer Atem und durchgeschwitzt rennt Tom zurück und wir stellen uns wieder hinten an die Schlange an, natürlich jetzt nicht mehr „fast durch“, sondern mit allen Personen aus unserem Flieger vor uns. Und Tom fragt verzweifelt jeden den er erwischen kann: „Könntet ihr uns vorlassen? Gibt es hier Leute von United? Kann uns einer helfen? Doch die „ich bin nicht zuständig“-Mentalität ist extrem. Alle vertrösten uns, bis wir durch die Kontrollen sind. Doch das dauert… und dauert… denn von den eh schon kaum besetzten Schaltern entschließen sich von den 4 vorhandenen Beamten 2 jetzt Feierabend machen zu wollen und einer schäkert lieber mit den Passagieren als dass er abfertigt. Wir brauchen 2 Stunden, um durch die Kontrolle zu kommen. Hinter uns haben sich Schlangen aus anderen Fliegern gebildet, die nicht nur den kompletten Anstellbereich füllen, sondern auch in die Gänge sich zurückstauen. Wir schätzen, die brauchen 4-5 Stunden bei der aktuellen Geschwindigkeit der Abfertigung. Eine echte Frechheit. Da fühlt man sich in den USA wirklich gleich herzlich empfangen. Gabi: „Jeder der Toms Geduld kennt, weiß was für eine schöne Zeit wir in der Schlange verbracht haben“. So oft haben wir „das kann doch alles nicht wahr sein“ noch nie wiederholt. Ein Mantra, dass hoffentlich nicht zur Gewohnheit werden muss. So kommen wir dann irgendwann völlig  genervt, verzweifelt zu einem Schalter von United. Hier verspricht einer erst nach mehrmaligem betteln, im Flieger nachzuschauen und verschwindet für fast 40 Minuten, nur um dann zurückzukommen mit der Aussage: „Der Flieger ist schon wieder weg“. Super, danke, das hätte er auch schneller herausfinden können. Er meint, wir sollen doch bei Lost & Found eine Anfrage eintragen lassen – als wenn jemand eine prall gefüllte Geldbörse zurückgeben würde. Wir wollen es trotzdem probieren. Wir sind allerdings am Terminal 5 angekommen und der einzige United Schalter für sowas ist im Terminal 1. Also bittet Tom Gabi mit unseren 5 Koffern zu warten und steigt in die Bahn, die die Terminals miteinander verbindet. Lost & Found ist zumindest leer und er füllt ein Formular aus, in dem er detailliert beschreibt was er verloren hat: Dollars in einer blauen Geldbörse. Doch Lost & Found bei United erinnert irgendwie an die Zeiten in der Steinzeit, als Menschen noch mit Steinwerkzeugen ihre Felle bearbeitet haben. Soll heißen: Man erhält keine Bestätigung, keine Abschrift, nur eine Telefonnummer, wo man mal nachfragen könnte (und auch das nur auf Bitten). Mittlerweile ist klar: Das Geld ist so gut wie weg. (Nebenbemerkung vom Tag drauf: Die Telefonnummer führt zu einem Ansageband, das wegen „hohem Aufkommen an Vorkommnissen“ uns leider keinen Bearbeiter durchstellen kann. Tom gibt auf dem Band seine Handynummer an (die er mittlerweile hat), doch auch dies weckt Nullkommanull Vertrauen in diese Fluggesellschaft).

Etwas positiver geht es weiter: Der Bus zum Mietwagenverleiher ist zumindest diesmal sofort da und wir kriegen auch eine Art Kombi, in den unser ganzes Gepäck hineinpasst. So kommen wir völlig fertig um 8 Uhr Abends am Hotel an und auch hier haben wir es geschafft, eine Suite mit zwei Zimmern zum Preis eines normalen Zimmers zu verhandeln. So haben wir mehr Platz, denn immerhin werden wir doch hier die nächsten 2 Wochen wohnen… Nur noch kurz Einkaufen fahren und der Tag ist gelaufen.

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