03.02.11- Warten, Organisieren und Auspacken

Nach einem Telefonat mit Joe, Toms neuen Chef, ist klar: Arbeit im Büro ist heute noch nicht drin, denn es ist eigentlich keiner da. Kleiner Trost: Tom darf zumindest in die Personalabteilung von Siemens, wo er bei einer outgesourcten Mitarbeiterin ein elektronisches Formular ausfüllen soll. Doch das System mag die Eintragungen irgendwie nicht und keiner weiß warum. Tja, und so gehen wir wieder unverrichteter Dinge. Denn bei allen anderen Punkten auf unserer Todo-Liste, wie Krankenversicherung, Gebäude-Zugang für Tom über seinen Firmensausweis oder  Arbeitserlaubnis Gabi, alles, was durch die Personalabteilung hätte eingeleitet werden sollen, kann uns niemand helfen. Die sehr kompetente Kollegin Vickie ist krank und auch sonst sitzt sturmbedingt kaum jemand in den zahlreichen Cubicles des Gebäudes.

Gottseidank hat Tom ja noch ein Privatleben. So fahren wir ins Haus und nehmen die Lieferung unserer Luftfracht entgegen. Zumindest das klappt ohne Probleme. Jetzt haben wir auch einen (Balkon-)tisch und Stühle! Jippieh!!! Witzigerweise ist der Lieferant in Franken geboren. Man trifft hier ganz häufig Leute, die aus Deutschland kommen. Wir plaudern mit ihm und erzählen, wir sind aus Nürnberg. Uns zieht es fast die Schuhe aus, als er in breitestem Fränkisch sagt: „ Ah, Nemberch near Röddenbach“. Und er meint tatsächlich das Röttenbach an der Pegnitz. Er erzählt noch, dass er zwei Tage vorher Leute beliefert hat, die aus Lauf kommen. Da müsste man die Expats nur finden in dieser Metropole….

Am Nachmittag kämpft Tom am Telefon wieder mit unseren Utilitie-Anschlüssen. Hängt über 20 Minuten in den Warteschleifen, um dann ganz kurz mit den mehr oder weniger fähigen Sachbearbeitern zu ringen. Wenigstens der Strom ist danach umgestellt, für das Gas müssen wir das Fax noch einmal schicken. Obwohl derjenige, der unsere Identität am Vortag überprüft hat, versichert hatte, dass das Fax dort ankam…. Die Damen in der Hotellobby kennen Gabi ja langsam, so oft wie wir Unterlagen kopieren und faxen lassen.
Später folgt ein Mega-Chat mit Comcast, einem Telefon/Internet/Fernsehkabelanbieter. Die Service-Mitarbeiter überschlagen sich dort vor Höflichkeit. Die an fränkische Lebensart gewöhnte Gabi ist fast bestürzt ob dieses ständigen Bedankens. Begonnen mit „Ich bin so froh, dass es Ihnen gut geht“ über: „Das ist perfekt!“ und „Wundervoll, vielen herzlichen Dank für diese Information“ zu „Sie machen mich glücklich damit, Ihre Bestellung aufnehmen zu dürfen!“…Tom meint (auch ob der Schreibfehler an und ab), dass hier wohl ein Inder vor dem Bildschirm sitzt. Der dann auch zum Schluss behauptet, der Vertrag könne nur durch ihn abgeschlossen werden. Naja, wer’s glaubt… Gabi stellt sich, als wir uns auch noch mit der Vorabbuchung der 1. Rate einverstanden erklären, die Glückstränen in den Augen eines knackigen jungen Inders vor (leider mit Augenringen, weil es dort grad mitten in der Nacht ist).  Wir beenden den Chat schließlich als stolze Besitzer des Komplettprogramms mit Highspeed-Internet, Kabelfernsehen und amerikaweitem Flattelefon (keine andere Kombi bietet uns das für Gabi überlebenswichtige „Heutejournal“ ohne ständiges Ruckeln…).

Zu Abend dinieren wir im „Olives Garden“, ein Kettenitaliener, der super leckeren Salat bietet und für Tom eine „Tour de Itali“. Den Salat gibt’s übrigens in der „Bottom-Less-Bowl“. Das heißt nicht „bodenlos“, sondern er wird gratis wieder aufgefüllt, wie Gabi herausfindet…  Außerdem bekommt sie Nudeln, die al dente sind! Mit Brokkoli! Der Abend ist gerettet!

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