12.03.2011 – Wer hat hier bitte den Fluß grün gefärbt?

Die meisten von Euch kennen zumindest den Begriff St. Patricks Day.

Ein irischer Feiertag, der besonders in der Region Chicago mit seiner hohen Anzahl an irischen Auswanderen sehr gefeiert wird. Um genauer zu sein, stellen nach den Deutschen hier in der Region die Iren die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe. Und am Samstag vor dem St. Patricks Day (die Amis sind da praktisch veranlagt und verlagern sowas auf einen Tag, wo die Leute auch Zeit haben) findet die Parade statt. Wir natürlich mitten drin. Als Zuschauer. Wir stehen also am Straßenrand, und wirklich unglaublich viele Menschen wollen diesen Umzug sehen. Mal kommt eine Marching- oder High school-Band vorbei, mal ein Wagen einer irischen Tanzschule (manchmal mit Tanzvorführung) und dazwischen immer wieder Wagen (und viele davon), mit dem Publikumsbegeisterungswert einer Bordsteinkante. Leute, die offensichtlich coole Sportwagen haben und genauso mitfahren, wie Stadtratsmitglieder oder Generalanwälte, die wiedergewählt werden wollen…  Und vor allem auch das Publikum hat sich in Stimmung gebracht. Die meisten tragen irgendeine Art grüner Kleidung. Skurrile Grüne Hüte, Jacken und Aufkleber, die Asiaten, Dunkelhäutige usw. klar ausweisen als „I am Irish“. Ich denke, wir können da mithalten, denn immerhin kennen wir ja einige Freunde und Verwandte, die schon mal in Irland waren (Grüße an Marion und Carlos, sowie an Beate und Uwe :-))

Am besten fanden wir eine Akrobatentruppe, die alle paar Meter anhielt, schnell Trampoline aufgebaut hat und dann ihre kurze Show gezeigt hat – alles im Namen eines der Stadtradtsabgeordneten. Sowie  die rollschuhfahrenden Priester (Bischöfe?), die abwechselnd Segen und Candies verteilt haben.

Doch eigentlich begann unser Chicago-Aufenthalt ja ganz anders: Nach einem kurzen Frühstück in einem Frühstücksrestaurant haben wir uns zum Chicago-River begeben, um dort das Dying of the River zu sehen. Dying könnte man vielleicht auch mit „Sterben“ übersetzen, was der Sache schon ziemlich nahe kommt, denn der Chicago River ist nicht gerade für seine Wasserqualität berühmt. Doch eigentlich tut man hier etwas anderes, noch skurrileres, als zu versuchen den Fluss mit einem großen Messer abzumurksen. Man färbt ihn ein. In Grün. Nicht ein bisschen grün, sondern wenn, dann so richtig. Giftleuchtneongrün. Wie das geht? Man nehme ein Motorboot und lasse flussauf, flussab grüne Farbe in den Fluss sprühen. Laut Homepage völlig ungefährlich. Wir vermuten sogar, dass die Zuführung von externen Flüssigkeiten dem Fluss insgesamt gut tun könnte… jedenfalls ist das ein Megaschauspiel, dem nicht nur wir, sondern auch unzählige Andere beiwohnen wollen. Schaut Euch einfach mal die Bilder an, die wir noch posten, um Euch einen Eindruck zu geben, wovon wir hier reden. Also mal ein Aufruf an alle Nürnberger: Färbt mal die Pegnitz rot/weiß und schickt Fotos!

Ach ja, danach waren wir noch in einem Restaurant Essen: „Heaven on Seven“, dass mir Kollegen als super kreolisches Restaurant empfohlen haben. „Wo die Einheimischen hingehen“. Das Essen schmeckt sehr lecker kreolisch. Wir entscheiden uns zu Gumbo, Jambalya und Crab cakes. Und auch der Service setzt neue Maßstäbe. Leider keine positiven. „Sit whereever you want“, gefolgt von an uns vorbei auf den Tisch fliegenden Speisekarten. Unsere Getränke werden eingeklemmt unter Arm und Achsel zu unserem Tisch bugsiert. Kein free refill (den es gäbe, wenn sich nur jemand um uns kümmern würde), und dann wollen wir zahlen, doch es interessiert sich keiner dafür. Dann kriegen wir doch irgendwann eine Rechnung, aber die falsche Rechnung und es dauert wieder ewig bis wir die richtige bekommen (währendessen werden andere Tische bedient und wir sind vergessen).  Also sollten die Kellner hier vom Trinkgeld abhängig sein, haben sie an uns nichts verdient.

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