26.03.2011: Ein ruhiges Wochenende

Endlich Wochenende! Tom, seines Zeichens hundemüde, robbt dem gestrigen Freitag entgegen. Doch die eiserne Willenskraft der Gabi J. – andere würden hier von Sturheit reden – treibt ihn auch am Freitag after work erst mal ins Fitnessstudio. Schließlich hatten wir das am Morgen so vereinbart. Also müssen wir da durch. Zumindest durch ein obligatorisches, 30 minütiges Programm auf der Tretmühle (ja, das Laufband heißt in den USA Treadmill). Doch er wird ja für seine Mühen belohnt, denn danach gehen wir zum Mexikaner. Schon allein die Nachos dort sind ein Gedicht. Werden ungefragt auf Kosten des Hauses warm, mit selbstgemachter Salsa serviert. Wir lassen uns meist noch, natürlich ebenfalls selbstgemachte Guacamole bringen – yammi!!! Da bist Du eigentlich schon vor dem Appetizer (Vorspeise) satt…. Jedenfalls war eben dieser Appetizer gestern auch super lecker und reichlich. Wohlweislich ist unser Plan, Appetizer und Entree (Hauptgericht) zu teilen. Doch der Laden brummt. Damit meinen wir nicht „fast voll“ – nein, auch wir haben ca. ne Viertelstunde auf unseren Platz gewartet. Und WIR waren noch relativ früh, so ca. 19h, da… Also jedenfalls sind die vielen Kellner – oder die Küche – überfordert und vergessen erst mal unser Hauptgericht. Das macht nichts, denn wir haben uns viel zu erzählen und bei einem amerikanischen Mexikaner gibt es auch viel zu sehen und zu hören (inkl. „Happy Birthday“-Gesängen und hochroten Teenagern) – und ich hab ja auch noch meine Strawberry-Margaritha 😉
Jedenfalls denke ich gerade darüber nach, dass unser Tisch für amerikanische Verhältnisse jetzt schon lange mit uns besetzt ist, denn hier geht man ja in der Regel gleich nach dem Essen wieder und so ein Tisch wird pro Abend 3-4 mal neu besetzt. Da fällt mir plötzlich auf, von Tom kommt ja gar nix mehr. Tom? Hallo? Ihm sind die Augen zugefallen….. O.k., ihr habt verstanden, es war eine lange Woche. 😉
Die Managerin des Ladens kommt, entschuldigt sich und unser Superburritto (zusammengerollte, mit Reis, Bohnen, Hähnchen, Tomaten und Käse gefüllte Weizenfladen) verschwindet von der Rechnung. Das hat sie wohl auch gesagt – ICH hab es erst begriffen, als ich den Betrag auf dem Ausdruck sehe. Soviel mal wieder von meinen Fähigkeiten der amerikanischen Sprache…. Wenig später verschwindet auch die Superportion in unseren Mägen. Es schläft sich ja auch besser mit vollgefressenem Magen;-)
Zum Beispiel am Sofa. Meine neue Leidenschaft heißt „House Hunter“. Es geht in jeder Folge um eine Person oder ein Paar, die eine neue Wohnung/Haus/Ferienwohnung suchen und von einem Makler je 3 angeboten bekommen. Das Ende jeder Sendung ist dann die Entscheidung, für welche neue Bleibe sich die Heimatsuchenden entscheiden. Ideal für mich, denn das Vokabular ist immer ähnlich:“ Gorgeous! 😉 What a view! The kitchen is a little bit small! (Jetzt gedanklich Stimme heben und dem Ton mehr Ausdruck verleihen….. Ruhig übertreiben, machen die Amis auch so) But I love the bathroom and the Hardwood floor. And the Walk-in-closet is so big!!!! Doch heute verpass ich die Entscheidung, ob der Costa Ricaner die Strandvilla, den Palast mit den 2 Swimmingpools oder das total abgeschiedene Traumhaus mit den Affen in den Palmen nimmt. Denn die Lider meiner müden Äuglein waren einfach zuuu schwer. (Tom: „Na super: Ich wollte schon eine Stunde vorher ins Bett und habe mich dazu überreden lassen, wachzubleiben, weil Gabi es wollte. Und dann pennt SIE ein.“) Nachdem wir uns ins Bett geschleppt und Tom mir noch die Instruktion gegeben hat, ihn auf keinen Fall morgen zu wecken, sondern ihn schlafen zu lassen, selbst wenn der Himmel auf das Hausdach fällt, gleiten wir hinüber in das süße Reich der Träume.
Mkay. Heute Morgen also, ich bereite mich gerade darauf vor, von der Moggelphase in die Wachphase überzutreten, nehme ich bewusst einen ziemlich lästigen Bienenschwarm wahr. Wirklich Bienen? Die Augen kurz geöffnet, nein, keine Tiere bei uns im Schlafzimmer. Tom schlummert noch selig. Ist ja auch erst 8 Uhr. Aber was ist das für ein Lärm? Jetzt hört es sich so an, als ob jemand mit dem Rasenmäher hantiert. Aber das Gras ist kurz, der Winter war hart und es ist SAMSTAG. Das kann nicht sein…
2 Minuten später. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Tom öffnet die Augen: „Landet da gerade eine Boing 747 neben unserem Haus“? Als ich mich aus dem Bett kämpfe und nachsehe, stellen wir fest: Nein. Aber 4 wildgewordene Gartenarbeiter haben unsere Wiese hinterm Haus besetzt und wollen auch den letzten Rest der Natur von ihr vertreiben. Einer von Ihnen sitzt auf einem Minitraktor mit Gebläse und fährt in einer Affengeschwindigkeit im Kreis. Die anderen haben Gebläserucksäcke und blasen was das Zeug hält (hört dazu später Toms Phallustheorie). Erde, Blätter. Steinchen, kleine Zweige. IGITT – das muss weg, das sieht sonst nicht akkurat aus hier 😉
Als wir schließlich frühstücken, sind sie – danke fürs Timing – direkt VOR unserem Häuschen, d. h., direkt neben unserem Frühstücksplatz, angelangt. Wenn Ihr jetzt hier klickt, seht ihr also, wie ein ruhiger Vormittag aussehen kann, gefilmt von Tom, der AM Frühstückstisch sitzt. Bitte auf den konzentrierten Gesichtsausdruck des Arbeiters achten …

Oder bei Problemen wieder über Youtube hier.

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