Donnerstag, 19.05.2011 One Million Dollar Quartett

Zu unserem 1. Hochzeitstag habe ich Tom mit einer Karte für ein Musical in Chicago überrascht.

Nachdem ich mich natürlich nicht mit einer 2. Reihe zufrieden gegeben habe 😉 sind die Karten erst für jetzt, am 19. Mai gewesen. Das Apollo-Theater ist im Norden von Chicago. Wenn ihr etz denkt, ja toll, da sind die beiden ja in nullkommanix dort…. habt ihr Euch getäuscht. Da Tom es geahnt hatte (ich war wieder mal völlig blauäugig), habe ich ihn um 16h abgeholt. Wir standen im Stau fast die ganze Strecke über (ca. 15 Meilen) und haben 70 Minuten gebraucht. Wären wir ne Stunde zur Rush Hour später losgefahren – vermutlich wären wir immer noch nicht am Ziel angelangt…

Wir jedoch kamen also früh genug an, um einen guten Parkplatz zu ergattern und erst mal entspannt Essen zu gehen. Diesmal beim Japaner, Tom hat gesushiet und ich hab mir gebratenen Lachs genehmigt. Man gönnt sich ja sonst nix 😉 Danach wollten wir eigentlich etwas spazieren gehen – ich vermisse die Stadt ja und nutze jede Gelegenheit, die staubige, dreckige Abgasluft einzuatmen und dem bunten Treiben der Stadtbevölkerung zuzuschauen. Mal ernsthaft: Die Gegend dort ist wirklich schön und für Stadtverhältnisse grün. Dazu kommt, man findet an jeder Ecke ne Kneipe, nen Biergarten;-) oder ein Café. Und es ist nicht alles so geschleckt und gekehrt und auf Gleichschritt getrimmt. Da fühl ich mich gleich wohl… 😉

Doch bei dem netten Salon um die Ecke ist Tom dann hängen geblieben, um sich die ramponierten Fingernägel pflegen zu lassen. Die Dame hat sich begeistert an die Arbeit gemacht und das grooooße Programm abgespult. Mit Fingerbad, Handpeeling und nicht eine Handcreme, nein, gleich 4 verschiedene verwöhnen Toms, vom Mitarbeiter schlagen doch arg strapazierte Hände. Und wie zärtlich sie seine Handfläche massiert hat… Ich war ja fast schon etwas eifersüchtig! Nur den Lack wollte Tom dann nicht – kann ich gar nicht nachvollziehen 😉 Ich habe in der Zwischenzeit mein Cappuccino-Eis geschleckt (Tom: „Von allen möglichen Sorten hast Du genau die ausgewählt, wo Du Dir sicher sein kannst, dass ich nicht probieren werde!“ Hallo?! Wenn er ein Eis will soll er sich doch selber eines gönnen. Ich hatte LUST auf Cappuccino UND Eis!)

Als Toms Hände tiptop aus dem Einfluss der Expertin entlassen wurden, war es auch schon Zeit zum Theater zurückzugehen. Wir waren überrascht, wie klein und schnuckelig der Innenraum des Theaters war, eine sehr intime Atmosphäre. Und dann ging es auch schon los. Ach, ihr wollt was über den Inhalt wissen? Äh sorry, ich habe kaum ein Wort verstanden. Ja, klar, ich lebe seit fast 4 Monaten hier, aber mit dem Südstaatenslang bin ich nun mal nicht vertraut – und der war hier so heftig, dass ich mir aus den verstandenen Wortfetzen die Geschichte zusammenreimen musste. Doch wie üblich, Musical-Stories sind ja jetzt nicht soooo kompliziert: Der Besitzer DES Indie Labels der 60ger Jahre, SUN-Records, läd Carl Parker, Jerry Lee Lewis, Elvis Presley und Johnny Cash zu einer Jamsession (kann mir jemand dazu eine deutsche Übersetzung liefern?) ein. Tatsächlich erscheinen auch alle nach und nach, doch es gibt Spannungen unter den Künstlern und zwischen Sam Philipps und Einigen von Ihnen, da diese ihren neuen Plattenvertrag bei Columbia Records abgeschlossen haben und er das Gefühl hat, von Ihnen belogen und betrogen worden zu sein.


Ihr glaubt, ganz schön weit hergeholte Story? Weit gefehlt, die Jamsession gab es wirklich und wir haben vor, uns die CD dazu zu besorgen!

Die Künstler können wirklich was und fetzen auf der Bühne was das Zeug hält. Bühne heißt für uns dass sie keine 2 Meter von uns entfernt sind (Gabi: „Ich hätte vielleicht doch nicht den Mini anziehen sollen, das lenkt die doch ab…“ 😉 )
Ein Hit jagt den anderen und ich war überrascht, wie viele alte Hits ich kenne und liebe. Das Publikum ging voll mit, selbst Tom, seines Zeichens sonst eher der statische Zuschauer (Tom: „Das ist eine Unterstellung“), wippt mit Füßen, klatscht und ihm springt der „Fun“ („Spaß“) quasi aus dem Gesicht. Eine sehr gelungene Einladung! Zum Schluss singen alle noch mal einen ihrer größten Hits und es hält Niemanden mehr auf den Sitzen. Ich tanze laut Tom so exzessiv mit, dass das selbst den Schauspielern auffällt, die mich daraufhin mit Scheinwerfer anstrahlen lassen und von mir verlangen, ich soll mich drehen… Verdammt, mal wieder aufgefallen 😉

Wer noch ein bisschen mehr sehen will, wir haben mal auf Youtube gesucht und einige Videos (wenn auch in leicht anderer Besetzung) aus dem Apollo Theater gefunden:

P.S. Rückwärts brauchen wir kaum eine halbe Stunde. In den Suburbs sind halt schon die Gehsteige hochgeklappt…

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