Sonntag, 12.06.2011 Morton Arboretum

Ihr kennt uns ja: Frühaufsteher, schnell in die Puschen und los geht’s. So auch letzten Sonntag. Wo wir offensichtlich etwas länger zum Anziehen der Schuhe gebraucht haben und so auch einen Tick später losgekommen sind. Es ist also 3 Uhr nachmittags, als Gabi Tom mit konstantem Gequängel „Ich will heute noch was unternehmen“, : „Ich will fei heute noch was unternehmen“, : „Ich will heute fei heit wergli noch was unternehmen“ das Ohr soweit abgekaut hat, bis wir doch noch losfahren.

Als *stolzgeschwellte Brust* GoldMember des Chicago Botanic Garden haben wir auch kostenlosen Eintritt im Morton Arboretum. Wir haben schon viel davon gehört, es soll sich dabei um einen Naturpark handeln, in dem Bäume und Büsche aus der ganzen Welt gepflanzt wurden. Das hört sich nach genau soviel Natur an, wie wir an einem faulen Sonntag Nachmittag vertragen können. Also suchen wir im Navigationssystem den Namen und los geht’s. Die Zeit dorthin, eine halbe Stunde, ist für hiesige Verhältnisse ein Wimpernschlag. Eine halbe Stunde später rollen wir also auf den Parkplatz des Einkaufszentrum namens „Arboretum“. Von Natur ist hier wenig zu sehen. Irgendwas ist hier richtig schief gegangen. Hätten wir vorher vielleicht doch nachgucken sollen, wo sich dieses be…. Arboretum befindet? Ihr müsst Euch das jetzt so vorstellen. Ein Insasse unseres Autos kriegt sich vor Lachen nicht mehr ein. Ein anderer Insasse flucht vor sich hin und beißt ins Lenkrad, versucht mit aller Gewalt schlechte Laune zu versprühen. Nichtsdestotrotz, beide Insassen haben eine ähnliche Sturheit und so geben wir nicht auf. Eine Google-Anfrage übers Handy später ist uns das eigentliche Ziel unserer Reise klar. Ins Navi eingegeben taucht wieder die ominöse halbe Stunde Fahrtzeit auf. Na klasse.

Kaum ist es also halb fünf, sind wir tatsächlich bei diesem Park angelangt. Im ruhigen beschaulichen Morton Arboretum gibt es heute eine Cirque de Soleis Eiersuche. Die sich aber kaum bemerkbar macht, denn kaum sind wir ein paar Meter vom Besucherzentrum entfernt (zu Fuß!) trifft man kaum noch Menschen. Der Park ist in verschiedene Kontinente und Länder eingeteilt, schnell werden die geteerten Wege nur noch gekieselt um dann in kaum noch sichtbare Wiesenpfade überzugehen. Igitt, Natur die einem die Schuhe dreckig macht!

Auf dem Weg in diese schmutzige Natur kommen wir an Kunst vorbei – oder zumindest an Objekten, die als solche beschildert sind. Fahnen die von Bäumen hängen, der Baum als lebendes Bild, dessen Äste durch eine Leinwand wachsen und unser Favorit: Häckeljäckchen für die anscheinend verfrorene Rinde eines Baumes. Wie heißt es so schön. Kunst liegt im Auge des Betrachters. Tom: „Ich fand die Häckeldeckchen schön, die haben mich stark an meine Großmutter erinnert.“ Urteilt selbst…

Im chinesischen Teil bückt sich Gabi plötzlich, ruft „Walderdbeeren“ und will diese essen. Tom findet diese Idee gar nicht gut (Spielverderber!) denn wir wissen weder, ob es sich dabei wirklich um Walderdbeeren handelt noch ob der ganze Park nicht ausgiebig gespritzt ist („Bin ich ein Insekt oder was?“). Also wird es nix mit dem Imbiss für Gabi, aber schön anzusehen ist dieses Beerenmeer (ein Wort mit 5! EEEEEEs)

Ach ja, lasst uns nochmal ganz kurz darüber reden, wie man diesen Park amerikanisch entdecken hätte sollen. Es gibt eine asphaltierte Ost- und eine Westroute, auf der man bequem im Auto „die Natur erkunden“ kann. Wir haben immerhin sogar Leute gesehen, die mit herunter gelassenen Scheiben die gefährliche Luft in ihr Auto gelassen haben. Mutig, mutig.

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Ach ja 2: Gabi hat ihren ersten Kranich gesehen.  Majestätisch schwebt er vor uns. Wie kann der sich in gezähmter Natur wohl fühlen? Egal, ich habe einen Haken auf meiner Liste der „wilden Tiere die ich sehen will“.

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