Freitag, 25.06.2011: Grillen mit Jane

Zum Beginn des Wochenendes hatten wir Jane, unsere Englischdozentin und Joe, ihren Mann, eingeladen. Es sollte ein Dankeschön-Grillen werden. Was Jane nicht ganz verstanden (oder eingesehen?) hat und selbst Salat, BBQ-Hähnchen, einen Reisauflauf, gefüllte Champignons, Maiskolben und grünen Spargel mitgebracht hat. Nicht zu vergessen 2 Steaks, um die ich sie aber gebeten hatte, da sie mich ja gefragt hatte ob sie was mitbringen kann – und ich weiß immer nicht welches Fleisch auf dem Grill gut kommt.

Diese Kleinigkeiten ergänzen wunderbar unseren gegrillten Lachs, das eingelegte Hähnchen, amerikanische Fleischküchle, italienisch eingelegtes Gemüse, in Folie gepackten Ziegenkäse, den griechischen Salat und das frische Ciabatta. Also insgesamt genug, um ca. 16 Leute satt zu machen. Gut, dass Gabi die Bratwürste auf der Theke beim Metzger hat liegen lassen – denn wir waren nur zu VIERT!

Also ein Riesenschmaus – der Spargel schmeckt übrigens ausgezeichnet auf dem Grill. Jane und Gabi trinken Wein und Joe probiert sich an nem Becks (ein anderes deutsches Bier hab ich nicht hergekriegt). Jane hat ihren Papagei dabei, von dem sie schon so viel erzählt hat und den wir unbedingt kennenlernen wollten. Bei Tom geht er auf den Finger, Gabi hat er netter Weise gebissen – so ein Biest! Nach einiger Zeit, auch bei uns auf der Terrasse, taut er aber auf und mischt sich mit „Sure“ und weiteren Sprüchen in unsere Gespräche. Da er nicht die Aufmerksamkeit kriegt die er sich wünscht, dreht er voll auf und wird von seinen Besitzern ins Auto verbannt. Gabi vermisst ihn nicht – obwohl sie doch eigentlich tierlieb ist.

Später schauen wir von Leni Riefenstahl den Film „Triumph des Willens“. Eine „Dokumentation“ oder eher Propagandafilm über den Reichsparteitag 1934 in Nürnberg. Gabi hat diesen Film mal mit Nadine im Dokuzentrum in Nürnberg gesehen und den Streifen auf unserer Hochzeitsreise zufällig in Shanghai entdeckt. In Deutschland darf er nämlich nicht verkauft werden. Sie hat Jane von diesem Film erzählt und die beiden Amerikaner brennen darauf, diesen Film zu sehen. Echt interessant, dass wir eigentlich gebildeten Personen erklären müssen, was in Deutschland vor Hitlers Machtergreifung vor sich ging und wie Armut und die Entwicklungen nach dem 1. Weltkrieg den Weg in den Nationalsozialismus gepflastert haben. Andererseits: Was weiß ich darüber was in Amerika in den 1930er politisch los war? Auch nicht viel…

Es gibt mehrere gute Gründe sich diese 2 Stunden mit einem meist lächelnden Hitler anzutun. Zum einen kann man das unzerstörte Nürnberg sehen – dieser Teil des Films macht staunend (wie schön das war) und traurig (in 1 Stunde zerstört…). Dann ist der Film künstlerisch „wertvoll“. Wie Riefenstahl revolutionär mit den für die damalige Zeit verfügbaren technischen Mitteln umgeht, wie sie mit Kameraeinstellung Gefühle in einem weckt, die man aufgrund des Gezeigten gar nicht haben will und welche Kraft von den Bildern ausgeht – unheimlich. Und dann Hitler selbst und die Reaktionen der Menge auf ihn – beängstigend… Gabi könnte hier noch viel mehr schreiben, doch hier nur noch eine traurige Anekdote: Jane schafft es tatsächlich, während des Films Hitler mit Obama zu vergleichen (in Bezug Macht der Medien). Und wie Gabi gleich allergisch darauf reagiert – wir sind so geimpft, dass mit Hitler niemand verglichen werden darf oder sollte. Ein anderer Diskussionspunkt ist der Patriotismus im Film und wie wir – im Gegensatz zu Jane und Joe – eigentlich ganz ohne Patriotismus und Flaggen aufgewachsen sind. Und die Wiederentdeckung der Deutschlandfahne zur Fußball-WM 2006 – und das alles in Englisch. Sind wir gut! 😉

Eine Nachwirkung hat der Freitagabend: Nachdem Jane partout nichts wieder mitnehmen will, essen wir bis Montag Reste und müssen – logischerweise – zum Schluss noch was entsorgen – was für eine Missorganisation! Hier zwei Beweisfotos:

Vor dem Resteessen:

Nach dem Resteessen (Ein Suchbild, was wir geschafft haben…):

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