Sonntag, 27.06.2011: Tastes of Chicago

„Ausschlafen“ bedeutet für uns Schlafen bis 9 Uhr. Für Tom ist das schon zu lange. „Warum hast Du mich nicht geweckt?“ Doch Gabi dachte halt, es tut Tom mal gut…. Jedenfalls ist es schon ziemlich spät für einen Tagesausflug. Doch wie immer, Gabi will raus und setzt sich damit durch. Gabi: „Ich fahr auch ohne Dich, kein Problem.“ Das lässt Tom’s Beschützerinstinkt aber nicht zu und so sitzt er völlig lustlos mit im Boot ähh Auto. Diesmal fahren wir mit dem Auto bis Cumberland, ein Park&Ride-Parkplatz für die U-Bahn. Leider fährt man halt auch mit der U-Bahn nochmal 40 Minuten bis in die Innenstadt. Ist halt net das schnuckelig kleine Nürnberg….

Das schöne Wetter heute entschädigt allerdings. Jetzt haben wir endlich mal blauen Himmel, angenehme Wärme und niedrige Luftfeuchtigkeit. Merkt Euch den Tag, es wird wahrscheinlich nicht wieder vorkommen 😉 Unser Ziel ist eine Bootsfahrt die von einem nicht-kommerziellen Architekturklub in Chicago angeboten wird. Doch als wir gegen 12 Uhr am Steg ankommen, wird uns als nächstmögliche Uhrzeit der 17h-Trip angeboten. Da die Tour 90 Minuten dauert, wird das wohl für heute nix. Es gibt zwar x-viele Bootstouren von anderen Anbietern, aber Jane hat uns diese Tour ans Herz gelegt, und so hoffen wir auf ein anderes Mal…

Wir schlendern also stattdessen zum Navy-Pier. Tom: „Eine Touristenfalle“. Der Navy-Pier ist Anlegestelle für die Bootstouren, ein kleiner Vergnügungspark mit Imbissbuden, Spielhallen, Eislaufarena und Messezentrum. An der Spitze ist ein Biergarten. Gabi gefällt es. Es sind Menschenrudel unterwegs, wenig Schatten – aber ein BIERGARTEN (Tom: „Den wir ignorieren“) und die Stimmung ist gelöst, friedlich und vor allem entspannter als die des Ehemannes neben Gabi (Tom: „Was an dem Tag wirklich kein Maßstab ist. Eine Bettfeder eines Bettes, auf dem ich liege, wäre entspannter gewesen.“). Das tut Gabi gut. Mit Bestimmtheit dirigiert Gabi daher Tom zum Riesenrad mit dem man nicht nur den ganzen Kitsch des Navy Piers überblicken kann, sondern auch die Skyline von Chicago aus einer neuen Perspektive sieht. Wir kaufen Tickets. Tom: „Ich war schon 30 Jahre lang nicht mehr in nem Riesenrad. Das letzte Mal war direkt danach ein stundenlanger Stromausfall“. Negative Vibrationen prallen an Gabis Gute-Laune-Wall ab. Keine Chance. Auch wenn Tom mit aller Macht so tut, als ob er die Fahrt mies findet. Gabi glaubt, auch er hatte Spaß. Tom: „Kein Kommentar :-)“
Im Anschluss laufen wir zu einem großen Fressfestival namens „Tastes of Chicago“. Hier wartet die nächste Enttäuschung auf Tom. Das ursprüngliche Festival war eine Ansammlung kleiner Buden von hiesigen (kleineren) Restaurants sowie Kleinkunstbühnen und andere kleine Verkaufshütten mit viel Charme. Wie wir mittlerweile von Toms Kollegen erfahren haben, hat sich das Festival erst die letzten Jahre zum Negativen entwickelt, d. h., die großen Restaurant-/Getränkeketten verdrängen die kleinen Restaurants und die Bühnen sind an den Rand gedrängt worden (wir haben sie erst gar nicht wahrgenommen). Nichtsdestotrotz ist die Hölle los und gefühlt ein Viertel der Einwohner Chicagos hat sich diesen schönen Nachmittag ausgesucht, um das Festival zu besuchen. Da gibt es viel zu sehen und es riecht verführerisch. Also kauft Gabi sich Tickets. Der Clou (Tom: „Das schreibt man N-E-P-P“) an diesem Festival ist nämlich, dass man an der Bude nicht mit Geld zahlt, sondern Bons, die man vorher in 12er-Streifen zu 8 Dollar erwerben muss. Neben großen Portionen bietet jeder Stand zwei „Taste“- (Probier-)Portionen an, die zwischen 2 und 4 Bons kosten. Witzige Idee. Und so probiert sich Gabi durch Süßkartoffel-Fries, Käse-Tortillinies und Eis mit Erdbeeren. Manche Appetizer stellen sich als Füllung für den hohlen Zahn heraus, so bekommt man z.B. für 4 Bons ganze 2 Tortillinies. Diese aber waren super gewürzt und außen knusprig, innen super käsig. Tom verweigert Essen und Trinken, mal abgesehen von den Gratisproben von Softdrinks, die in Fingerhut großen Plastikbechern verteilt werden (natürlich eingeschenkt aus Dosen – alles sehr umweltbewusst).

So ist auch Gabis Action-Bedarf für den heutigen Tag gedeckt und sie lässt sich halbwegs zufrieden von Tom zur nächsten U-Bahnstation begleiten.

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