Brücke des Todes

Ich wollte diese Geschichte schon länger mal schreiben, aber jetzt ist gerade Zeit und damit ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Es geht um einen Übergang zwischen zwei Gebäuden in meiner Arbeit. Wir haben alle Gebäude geleast – und das offensichtlich obwohl die durchschnittliche Qualität unseres Arbeitsplatzes wohl für kein Obdachlosenasyl reichen würde. Schlechte Klimaanlagen (ihr erinnert Euch), schlechte Belüftung, schlechte Beleuchtung …
Doch den Vogel schießt der Übergang von Gebäude 990 ins Gebäude 1000 ab.

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Dies ist eine Art überdachte Brücke. Nimmt man die technische Qualität dieser Brücke als Maßstab für amerikanische Bauqualität, hätten Gebäude wie die Golden Gate Bridge oder das Empire State Building nie gebaut werden können. Es ging alleine schon beim Bau der Brücke los. Kollegen berichten mir, dass diese Brücke vor einigen Jahren (sie ist also gar noch nicht so alt) vom Gebäude 990 aus gebaut wurde, die Baucrew hat einfach gerade aus gebaut und war offenbar, am Gebäude 1000 angekommen, davon selbst überrascht, dass dieses Gebäude ca. 2 Meter tiefer liegt. So hat man auf den letzten Metern dann noch eine notdürftige Schräge eingebaut, sonst hätten die Leute wohl mit einer Leiter in den Übergang klettern müssen. Doch das war erst der Anfang. Hat es draußen 70 Grad, hat es in der Brücke ca. 90, bei 90 Grad hat es eher 110. Wirklich unerträgliche Temperaturen und stehende Luft. Die vier kleinen Fensterchen – ja, tatsächlich Fensterchen – helfen da so gut wie gar nicht. Und die eingebaute Klimaanlage wurde angeblich nie wirklich in Betrieb genommen. Armes kleines Ding – hätte es wirklich die ganze Brücke kühlen sollen? Kollegen haben schon vorgeschlagen, in der Mitte der Brücke einen Wasserspender gegen die Dehydrierung aufzustellen, doch das wurde wohl nie realisiert.

Jetzt kann man sich vorstellen: Gebäude 990 gut klimatisiert (in Amerika heißt das tief herunter gekühlt), Gebäude 1000 eher so lala. Dazwischen diese Brücke. Wenn man die Türen von der Brücke aus (besonders ins Gebäude 990) aufmacht (mit Schwung und Kraft) kommt man in einen Sog – Luft im verzweifelten Versuch des Druckausgleichs. Dieser ist teilweise so stark, dass die Türen sich nicht mal mehr schließen lassen.

Immerhin kommt man jetzt aber trockenen Fußes von einem Gebäude ins andere, denkt ihr. Doch wenn es richtig regnet, dann ist diese Brücke nicht mal dicht. Am mehreren Stellen der Überdachung und vor allem an den Nahtstellen zu den Gebäuden läuft dann das Wasser hinein und bildet nasse, rutschige Pfützen am Boden.

Man fragt sich schon, wie diese Nation zum Mond geflogen sein will…

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Eine Antwort zu Brücke des Todes

  1. Pingback: Wieder mal: Unsere Brücke im Geschäft | Gabi und Tom in Windy City

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