Samstag, 06.08.2011: Der Dame unter den Rock kucken… oder: Chicago intensiv

Samstags ist es am entspanntesten, mit dem Zug in die große Stadt zu fahren. Wir rechnen also zurück: Wenn wir zur Öffnung des Willis-Tower dort sein wollen (das garantiert uns die geringste Wartezeit) und vorher frühstücken, müssen wir den 6-Uhr-17-Zug nehmen. Das ist hart, aber mit einem Frühstück bei Lou Mitchell’s im Visier sind wir zu Opfern bereit. Der Jet-Lack spielt unseren Gästen hier in die Karten, so dass wir keinen großen Heimvorteil genießen. Lou Mitchell’s haben wir Euch schon vorgestellt, vor vielen Monaten waren wir hier schon einmal – während unserer Orientierungsreise. Das war im Januar, scheint aber zurückblickend in einem anderen Jahrzehnt gewesen zu sein, so viel wie wir seitdem erleben durften.

Wir bestellen so leckere Sachen wie Omeletts mit Spinat oder Tomaten und Hüttenkäse, Brokkoli und Cheddar, (Pecan-)Pancakes und Waffeln. Dazu Kaffee – soviel man will – oder leckere Schokolade. Nicht zu vergessen der Begrüßungs-Mini-Feuerspootz, Und natürlich die Schoko-Karamell-Drops, die zur Überbrückung der Wartezeit aufs Essen angeboten werden. Carina isst einen davon und sagt irgendwann zu Beate: „Diese Nuss mag ich nicht“. So isst sie halt Beate, die erst nach mehrmaligem Herumkauen stutzig wird und wir alle feststellen, dass Carinas wackelnder Zahn durch das Karamell vollständig gelöst wurde und sie den Zahn für eine Nuss haltend aus dem Mund genommen hat. Den Rest könnt ihr Euch jetzt sicherlich bildhaft ausmalen (und ihr braucht dazu wahrscheinlich nicht die Stifte und Blätter die Carina zum Ausmalen bekommen hat). Brrrrr.

Bis jetzt hatte es den ganzen Morgen leicht geregnet, doch als wir aus unserem Frühstücksrestaurant kommen, hat es der Willis-Tower, eines der größten Gebäude der Welt, aus den Wolken geschafft und wir sehen die ersten Flecke blauen Himmels. Wenn das kein perfektes Timing ist…

An Willis-Tower lohnt sich das kurze Warten vor der Tür. Wir laufen durch schier endlose Wartegänge und sind in Nullkommanix am Aufzug. (Als wir am Abend auf dem Rückweg zum Zug nochmal vorbeikommen, sehen wir schon außen VOR dem Tower eine Menschenschlange. Ob die etwas von den ganzen Wartesälen im INNEREN wissen? Unvorstellbar, wie lange die Leute hier stehen werden)

Oben im Tower ist die ganze Riedlbande begeistert von der Aussicht. Selbst Uwe wagt sich auf allen Vieren Richtung Glaserker, der einen nur spärlich von dem Nichts trennt…(Irgendwie ist Höhenangst und der Name „Uwe“ doch eng miteinander verwandt, gell Uwe (R.) – wenn wir da mal an Vegas oder die Golden-Gate-Bridge zurückdenken). Die Kiddies kennen da nichts, und springen geschwind auf den Glasboden – kaum mal einige Hundert Meter über der Straße… Nach der tollen Aussicht auf Häuser und Lake Michigan geht es auch schon zum dritten Highlight des heutigen Tages, der Architecture River Cruise auf der „First Lady“ – einer 90-minütigen Bootsfahrt auf den Flüssen der Stadt, wo die Architektur der Stadt super erklärt wird. Das letzte Mal sind wir, beim Versuch diese Rundfahrt zu machen, leer ausgegangen, doch wir haben dazu gelernt und Karten vorbestellt. Wir sitzen auf dem Vorderdeck des Schiffes, es ist sehr entspannend, das Wetter fast schon zu heiß. Doch dann kommen ein paar Wolken und es wird angenehmer.

Nachdem wir jetzt die Experten in Gebäuden von Architekten mit Dreiecks-, Rechtecks-, und „keine rechten Winkel“-Ticks geworden sind, geht es weiter zur Statue von Marylin Monroe, die als weit-überlebensgroße Figur an der Monroe-Street posiert und man nicht nur feststellen kann, dass sie Riesenfüße hat, sondern auch, dass sie weiße Unterwäsche trägt, die sie dem Publikum entgegenstreckt…

Gabi wünscht sich nach der heißen Frau einen kühlen Frappuchino. Dummerweise muss sie dafür viiieeel zu lange anstehen, was alle außer Gabi gehörig aufregt. Doch auch Anne, Beate und Uwe mögen Frappuchino und so geht es (für die einen abgekühlt, für Tom eher angenervt) weiter.

Am Navi Pier (ein Vergnügungsviertel ähnlich einer Kirchweih auf einem Pier mit Anlegestellen für Ausflugsdampfer) gibt es eine schnelle Pizza für die Kids und dann haben die 4 Mädels Spaß im Riesenrad. Eine tolle Aussicht! Eine schönes Panorama! Uwe und Tom warten – auf einer Bank „abgestellt“. Uwe schafft es mal wieder in kürzestster Zeit ein tolles Bild zu malen.

Weiter geht unser Walk zum Millenium Park und dem metallischen Heavens Gate (von den Einheimischen auch „Bean“ genannt) – die aufgrund der Müdigkeit eher weniger Begeisterung als wir uns erhofft hätten hervorruft. Doch wir sehen, dass gleich nebenan das Lollapalooza-Festival (die lokale Variante von Rock im Park) im vollen Gange ist und unbeschreibliche Menschenmassen anzieht. Wir schlängeln uns durch die Staus an den Ampeln zu unserem letzten geplanten Stopp: dem Coulson Music Store. Hier gibt es Noten aller Musikrichtungen. Der Laden ist weit über die Grenzen von Chicago hinaus bekannt und selbst aus dem fernen Umland kommen Leute hier her. Uwe ist ganz verzückt und es werden einige Notenblätter/-bücher erstanden.

Danach schlendern wir zur Union Station zurück. Nachdem der Zug stündlich fährt und wir unseren Zug um vielleicht 10 Minuten verpassen würden, haben wir plötzlich gar keine Eile mehr. So kommen wir entspannt zum Zug, der Zug mit uns wieder in Deerfield an und wir alle zu einem Abendessen beim Mexikaner – On the Border, der hat einfach die besten Nachos und eine gute Guacamole. Beate und Gabi gönnen sich eine Margharita und allen schmeckt das reichliche Futter. Der Tag war so ereignisreich, dass uns der Kopf schwirrt und daher lassen wir ihn ruhig ausklingen.

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