Montag, 08.08.2011: Das Abenteuer beginnt verschlafen

Wir wohnen nördlich von Chicago und müssen, um nach Michigan zu kommen, mitten durch Chicago durch. Montagmorgen und Berufsverkehr ist gleich Stau, das heißt: FRÜHES Aufstehen. Doch es lohnt sich, wir sind um halb sieben an Chicago vorbei und rauschen durch Indiana. Unser erster Stopp ist Michigan, South Haven. Wir suchen uns „den Beck“ von South Haven, bei dem Uwe eine mutig-deftige Wahl trifft mit gebratenem Corned Beef und geschecktem Toast. Die 3 älteren Mädels wählen Blueberry-Waffels – wobei Beate kaum was abkriegt, weil Carinas Donut „irgendwie blöd schmeckt“ und sie sich den Teller mit der Waffel schnappt. Lecker!

Waren vor dem Frühstück noch dicke Wolken am Himmel, kommt jetzt die Sonne durch. Frisch gestärkt spazieren wir daher zum ersten Leuchtturm unserer Reise. Der ist rot und von der Ferne sehr nett anzusehen. Daher biegen die Riedl-Frauen gleich am Strand links ab, stecken ihre Füße ins Wasser und suchen nach Schätzen. Tom und Gabi gehen den langen Steg entlang bis zum Turm, der mit Graffitis übersät ist und daher von Nahem – Gabi: „beschmiert und traurig“ bzw. Tom „authentisch“ aussieht. Uwe bewegt sich gleich gar nicht von der Stelle sondern malt die verschlafene Szenerie. Carina ist ganz begeistert von ihrem Plastikspinnenfund – bis sie sie plötzlich nicht mehr brauchen kann und an Anne weiter gibt. Es ist super friedlich hier doch unsere Tagesroute ist noch länger also fahren wir weiter. Wir halten in einem Örtchen namens „Douglas“ das für stundenlange Bummeleien gut wäre, malerisch, ein bisschen Kunst hier, ein bisschen Kitsch dort. Touristisch, aber nett. Wenn man was davon sehen würden und nicht durcheilen. Tom hat seinen Urlaubsschlendergang noch nicht gefunden…

So haben wir Zeit die Mittagspause am „Oval Beach“ zu genießen. Wir essen Grill- bzw. Bratreste von gestern, stecken unsere Füße ins Wasser, sammeln alles was des Sammelns wert ist, malen Bilder oder lernen Football zu werfen.
Schnell verrennt die Zeit und unsere Haut brennt. Die hellhäutige Bagage ist halt die heiße Ami-Sonne nicht gewöhnt.. Daher packen wir zusammen und fahren nach Saugatuck, die große Schwester von Douglas – Beschreibung siehe oben. Nachdem die Eisdielen hier in einer fast schon aufdringlichen Anzahl an der Hauptschlenderstraße angesiedelt sind, werden wir schwach und genießen die „kleinen“ Portion, die Tom und ich uns teilen, während Carina und Anne ihre GANZ ALLEINE aufessen.

Das rächt sich Minuten später. Anne schließt intime Bekanntschaft mit der Toilette bei McDonalds und beschließt, sich künftig ebenfalls eine Portion zu teilen. Doch nicht nur Anne ist in Nöten: Der Riedl-Crysler zeigt einen Motorfehler an und Tom versucht, die Mietwagenfirma zu erreichen. Diese kennt das Fehlerbild bei diesem Auto schon. Offenbar haben schon mehr Touris versehentlich in die manuelle Schaltung gewechselt und damit den Motor überfordert. Als Tom den Wagen nochmal vorsichtig Probe fährt, ist wieder alles in Ordnung. Die Fehlermeldung ist weg. Glück gehabt! Nach all der Aufregung sind nur noch Gabi und Tom bereit, den Boardwalk in Grand Haven bis zum Leuchtturm und zum Wärterhäuschen zu laufen (Tom wegen des Fotos, Gabi aus Prinzip). Wieder rot. Fällt denen nix ein oder was? Uwe klärt uns später auf, dass Leuchttürme rot oder weiß sein MÜSSEN. Naja, dann ist es genehmigt. Auf dem Rückweg kommt uns Carina putzmunter entgegen. Sie ist plötzlich wieder fit wie ein Turnschuh und springt und erzählt was das Zeug hält. Wir dagegen sind schon langsam ballaballa – die späte Rache des frühen Aufstehens. So fahren wir direkt in unsere erste Unterkunft in Whitehall, wo die Riedls das erste Mal auf ein typisch amerikanisches Motel treffen. Schon beim Einchecken verprellen wir die Besitzerin, als wir meinen dass wir eh’ nur auf der Durchreise sind und wir uns nicht wirklich für ihren dicken Umschlag mit Unternehmensvorschlägen interessieren. Fast schon beleidigt packt sie ihr Zeug wieder weg. Uwe meint: „Na das Motel ist doch ganz OK, oder?“ Ja, aber mehr halt auch nicht. Dunkel, laute Klimaanlage und enges Plastikbad, aber zumindest sauber. Wir kriegen eh nicht viel mit davon, denn die Kids gehen DIREKT (schon vor 20 Uhr) in die Koje und Beate und Uwe zwangsläufig (4er Zimmer) nicht viel später. Auch Tom und Gabi fassen nur kurz noch was Essbares. Wer hätte gedacht in einem solchen Kaff was Marokkanisches zu finden! Außen sitzen ist hier auch noch möglich. Die Bedienung spricht mal wieder einige Worte deutsch. Es ist schon verwunderlich, wie viele Menschen hier in der High School „deutsch“ als Fremdsprache gewählt hatten… So schnell wie möglich huschen auch wir ins Bett. Das war ein laaaaaanger Tag!

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