Mittwoch, 10.08.2011: Old Mission Peninsula

Aufgrund der Schmuddeloptik lassen wir das Frühstück am nächsten Morgen im Motel aus und fahren, begleitet von Nieselregen, lieber zum Frühstücksrestaurant „Cherry Republik“. Wir sind jetzt nämlich in der Kirschengegend schlechthin gelandet. Das Cherry Republik hat zwar nichts Herzhaftes für den Tom, wir anderen werden zumindest satt – selbst Carina schmeckt der Donut. Nebenan gibt es einen Cherry Republik-Laden, wo wir uns mit Leckereien wie Cherry-Marmelade, Cherry-Salsa und einer Cherry-Schirmmütze 😉 eindecken. Die leckeren schokoüberzogenen Trockenkirschen nicht zu vergessen… Die erste Sehenswürdigkeit des Tages ist ein verträumtes Fischerdörfchen namens Leland, das sich sehr nett rausgeputzt hat. Blumenüberladene Brücken und ein Teil des Hafens mit „orginalen“ Holzhütten wie im 19. Jahrhundert. Hier findet Tom zwar kein Räucherfischbrötchen (irgendwie klingelt Rügen in Toms Erinnerung), doch er angelt sich ein Truthahn-Bluecheese-Krautsandwich. Die Riedl-Digicam beschließt dagegen, ob der kitschigen Schönheit kurzerhand den Geist aufzugeben. Na super.

Wir wollten die Innenstadt von Traverse City ja schon immer erkunden, dort ist nämlich heute Markttag und die Hölle los. Wir parken also unerlaubter Weise und eilen zum vermutlich einzigen Fotoladen des Küstenortes, der aber zumindest die Auswahl zwischen einigen Digicams bietet. So fällt die Entscheidung leicht und Uwe und Beate werden stolze Besitzer einer neuen echt amerikanischen ähhh chinesischen Fotokamera. Wir fahren weiter, immer den Finger entlang, d. h., immer an der Küste entlang bis zur Spitze der Old Mission Halbinsel hoch. Wir befinden uns hier am 45. Breitengrad und wir finden mindestens drei Schilder die behaupten, genau hier befände man sich auf halber Strecke zwischen Nordpol und Äquator. Alles klar. Unterwegs kaufen wir an einem der zahlreichen Selbstbedienungsstände – na was denn? Aufgepasst? Ananas. Nein, natürlich Kirschen. Wir halten am Old Mission Lighthouse, ein Mini-Leuchtturm der sich malerisch an die Küste schmiegt. Da kann Uwe mal wieder nicht anders als den Malkasten auszupacken, während Tom anfängt, neu erworbene ND-Filter (gefärbte Glasplättchen) (Tom: „Banausen!“) auszuprobieren. Die nicht dem künstlerischen Auge gesenkten Damen der Reisegesellschaft machen die Touristentour IN DEN Leuchtturm. Anne: „Ist eine stinknormale Hütte mit Aufsatz drauf, ungefähr 1,50 breit“. In romantischen Reisebeschreibungsworten: Das kleine schmucke Häuschen begeistert durch den engen Aufgang. Den Turm dürfen nur 3 Personen gleichzeitig besteigen, so eng und schnuckelig ist es – und die Aussicht ist phantastisch.

Weiter geht es wieder einmal an den Strand, diesmal heißt er Haserot Beach. Nach einer sehr vernünftigen Vesper (Kekse, Kirschen, Erdnüsse, Salzbrezelgitter und Äpfel) gibt es für 5 der 6 Reisenden ein Workout (Tom: „Heb auf, den Ball“. Uwe – na, kommt ihr jetzt drauf. Genau, malt schon wieder. Anne wirft mittlerweile wie eine Profifootballspielerin, wenn auch das Fangen noch nicht zu ihren Stärken gehört. Beate und Gabi scheren sich nicht um die blöden Kommentare von Tom und Anne und haben Spaß beim Ballwerfen (Anne: „Ballaufheben“) Wir sehen auch sowas von elegant dabei aus, wie wir quasi über den Sand schweben um die scharfen Bälle noch zu erwischen. Halt voll die Beach-Girlies. Beate: „So kann man das auch sagen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass ich gewonnen habe“. Carina dagegen kann mal ausgiebig jede Menge Steine und Muscheln sammeln. Sie kriegt fast einen Wutanfall, als Beate hinterher sagt, dass sie nur 3 Teile mitnehmen darf. Da fällt die Entscheidung schwer.

Kaum sind wir 3 Meilen gefahren, wird schon wieder gehalten. Diesmal vor einem nostalgischen „General Store“, also ein alter Krämerladen. Er hat von allem ein bisschen, alles wirkt angestaubt und wie aus dem frühen 20. Jahrhundert. Da hängen Felle von der Decke und neben Holzregalen gibt es noch Weidenkörbe als Auslagefläche. Das Eis schmeckt nicht so alt und ist total reichhaltig. Natürlich mit Kirschen! Besonders die Riedls, die noch nie in so einem Laden waren, kriegen sich kaum mehr ein, nur das gute Eis (bzw. der Schokoriegel für Uwe) kühlt die Gemüter.

Tom: „Die Halbinsel war voll relaxt und laid back. Wenn man hier 50 Meilen pro Stunde fährt sind das entspannte 50 Meilen in einer entspannten Stunde“. Ganz entspannt quälen wir unsere Autos ein paar Weinberge entlang bis zu einem Weingut. Anfangs noch enttäuscht vom modernen Aussehen des Gebäudes, genießen Beate und Gabi eine Weinprobe. Natürlich das VOLLE Programm, alle Weine die hier produziert werden, also: „6 für $5“. Tom darf auch mal nippen (schließlich) Die Aussicht ist phantastisch – die Weine leider nicht so ganz. Doch der erste Riesling ist gut genug, um eine Flasche für einen gemütlichen Abend mitzunehmen. Natürlich in der Papiertüte, da Alkohol in den USA nicht sichtbar getragen werden darf – das dürfen nur Waffen… (oder je nach Bundesstaat MUSS man seine Waffe sogar sichtbar tragen).

Jetzt finden auch Beate und Gabi die Gegend ganz entspannt 😉 So kommen wir begeisterungsbereit in Petoskey, der Stadt der Schönen und Reichen (wie passend) und unserem Bed&Breakfast namens „Gingerbread House“ an. Ein liebliches Lebkuchenhäuschen mit riesigen Räumen, eines kitschiger (Tom: geschmackvoller) als das andere. Leider direkt an der Hauptstraße, DAS hatten wir im Internet nicht gesehen. Die Hausherrin ist eine ältere süße Dame namens Mary, die uns herzlichst begrüßt und sehr um unser Wohl bemüht ist. Immerhin ist der Millionen-Dollar-Sonnenuntergang nur 10 Meter entfernt an einem Fast-Privat-Anlieger-Strand zu erleben. Das tun wir auch, nachdem wir die nette Innenstadt begutachtet und ein super Abendessen in City Park Grill zu uns genommen haben (Fisch, Jambalaya, Chicken und Mac&Cheese). Carina bestellt zum ersten Mal selbst. Wir sind stolz auf sie! Die Innenstadt verdient hier mal ihren Namen, lauter kleine Shops und Restaurants, Parks und gemütliche Ecken. Alles etwas am Hang gelegen und mit tollem Blick über die Bucht. Überall alte, herrschaftliche Villen oder kleine Hexenhäuschen mit Südstaatenveranden. Wirklich nett!

Keine 3 Minuten am Anliegerstrand findet Anne den ersten Petoskey-Stein. Diese Steine enthalten Korallenversteinerungen und sind angeblich total selten. Diese Riedl-Family und ihr Findungswahn!!! 😉

 

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