Mittwoch 17.08.2011: Korea Town rocks, Yorkville sucks

Heute dürfen wir mal ausschlafen. Danach frühstücken wir in einem kleinen Cafe gleich um die Ecke – das einzige, das keinen verranzten Eindruck macht. Und das Essen lecker. Gabi ist vor allem von den Bratkartoffeln ganz hin und weg („So leckere Bratkartoffeln habe ich seit Jahren nicht gegessen) – Tom ob dessen eher demoralisiert, dachte er doch SEINE Bratkartoffeln seien die besten. Gestärkt machen wir uns auf zum CN Tower. Immerhin der drittgrößte freistehende Turm der Welt. Es ist auch kaum etwas los, so dass wir uns (kaum halten wir die teuren Tickets in der Hand) auch schon auf der Aussichtsplattform befinden. Und hier stellen wir fest: So richtig doll ist es hier nicht. Der Blick ist nur für ca. 180° möglich und auch der Glasboden lässt den Blick auf eine Baustelle frei. Da ist es im heimischen Willis-Tower deutlich schöner. Danach trennen wir uns wieder. Die Riedls haben die Villa Kunterbunt – ähhh Casa Loma im Visier, wir wollen weitere Neighborhoods unsicher machen. Der erste Versuch: Yorkville: ein voller Reinfall. Sogar in einem Nobelladen, der ein ganzes Stockwerk Herrenhosen führt, finden wir keine einzige die an Tom nicht wie ein Kartoffelsack (für $250 – ohne Kartoffeln) aussieht. Unsere Abneigung gegen die angebliche Designer-Nobel-Straße der Stadt wächst, so dass wir in die U-Bahn springen und eine Station weiter Annex ausprobieren. Dieser Stadtteil soll urbanes Wohnen in der Stadt zeigen. Tom: Gähhhhhn. Gabi: Hier könnte ich mir vorstellen zu wohnen. Schmucke Häuschen, überall Blumen und trotzdem in Spuckweite zur Innenstadt. So sind Gechmäcker eben verschieden. Im angrenzenden Gaslicht-Bezirk (ganze 150m lang) fühlen wir uns beide wieder wohl. Uns tun die Füße schon wieder weh, doch ein Eis für Gabi und das sich deutlich verbessernde Flair der Gegend hält uns noch bei Laune. Sollen wir in die Unterkunft zurückfahren? Doch wir stolpern noch etwas weiter. Denn an der nächsten Straßenecke sehen wir schon ein Wahrzeichen der Stadt. Der lokale „billige Jakob“, hier „Honest Ed“ genannt. Wir finden höchstens eine lebensgroße Büste von Elvis interessant, die es hier im Dutzenderpacken gibt. Doch wir gehen lieber wieder raus und Tom isst in einem kleinen Laden nebenan zu Mittag (Bestes Hühnchen der Stadt – der beste Burger und die besten Souvlaki lassen wir dann mal aus). Doch der Snack ist gut. Und wir sind gestärkt genug für den nächsten Stadtteil. Dieses stellt sich schnell als Highlight des Tages heraus: Korea Town ist quirlig, lebendig, farbenfroh. Einfach toll. Dieser Stadtteil hält wieder in fast jedem Hinterhof ein neues, tolles Graffiti für uns bereit. Nur schade, dass unsere Füße irgendwann unseren Weg (gegen unseren Willen) zur nächsten U-Bahn-Station finden. WIR hätten ja gerne noch weiter geschaut, doch auch wir sind nur Sklaven unserer Fortbewegungsmittel. So machen wir erst mal Siesta in unserer Unterkunft und diskutieren, wo wir zum Abendessen hinwollen… Greek Town klingt toll, wir waren noch nicht dort und Griechisches Essen klingt auch verlockend. Die Riedls wollen uns nicht begleiten, sind sie doch erst in einem Comic-Laden versumpft und haben dann die vielen Höhenmeter zur Casa Loma erklommen. So ziehen wir wieder alleine los und auf geht es nach Greek Town. Als wir an der Haltestelle von Korea Town vorbeifahren, entscheiden wir uns kurzfristig um und finden uns kurze Zeit später in den noch mehr bevölkerten Straßen des Stadtteils wieder. Wir sind etwas verblüfft, aber wie gesagt: Unsere Füße entwickeln ein Eigenleben… so wandern wir auf der Suche nach einem koreanischen Restaurant die Straße entlang. Zweites Ziel: Brot für Morgen zum Frühstück finden – und das in einem Ortsteil dessen Bewohner zum Frühstück Suppen vorziehen… ein schweres Unterfangen. Wir kommen an vielen eher leeren Restaurants vorbei. Toms Theorem zufolge muss man sich das vollste Restaurant aussuchen, denn 1000 Fliegen blablabla… und wir machen das und finden uns kurze Zeit später wieder in einem kleinen Koreaner, übervoll, etwas laut und zum Glück sind wir ja alte Kosmopoliten und wissen genau, was wir da bestellen 🙂 Gabi einen Vegi-Hotpot, Tom eine Suppe, beide mit weichem Tofu und dazu noch gedämpfte Teigtaschen (Dumplings). Dazu bekommt man noch 6 Schälchen mit kostenlosen Beilagen und unser Tisch quillt über. Das Essen ist unglaublich lecker. Athmospäre, Essen – ein Traum. Tom findet während des Essens heraus, dass wir im „Restaurant des Jahres 2010“ gelandet sind: Gabi: „Das habe ich schon beim Reingehen gesehen“. Toms Theorem stellt seine Wahrheit einmal mehr unter Beweis. Als wir dann zahlen sollen, kommt das Erwachen: $24 für dieses Essen? Irgendjemand muss sich hier verrechnet haben! Wir lassen großzügig Trinkgeld da und ziehen zufrieden aber ziemlich gefüllt weiter. Auch das Brotproblem lösen wir dann noch in einem kleinen Einkaufsladen am Ende von Korea Town und fahren dann zurück… erledigt aber froh Korea Town am Abend erlebt zu haben.

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