Donnerstag/Freitag 18. und 19.08.2011: Nass macht richtig Spaß

Nach dem letzten gemütlichen Frühstück in Toronto geht es Richtung Niagara Falls – auf getrennten Wegen. Die Riedls nehmen einen Safari-Park mit. Der Park ist nach ihren Aussagen wirklich sehenswert, auch wenn Anne schon näher an Giraffen dran war mit Gabi 😉 – im heimischen Nürnberger Zoo natürlich. Gut dass Tom vorher gewarnt hatte, nicht mit dem Leihwagen durch zu fahren – die Affen machen auf affenstark und zerlegen Scheibenwischer oder beulen und kratzen was das Zeug hält.

Da gehen wir es etwas ruhiger an. Wir finden geheime Schätze am Autobahnrand – ein alter Segler, der dort vor sich hin rottet, wird Toms erkorenes Fotoziel – eine irgendwie nachdenklich stimmende Szenerie ist das dort, umgeben von den vorbei hetzenden Autos ein Fingerzeig der Zeit: Alles ist vergänglich, man kann dem nicht entgehen… Wohl aber der Hitze und der Schwüle. Wir fahren durch verschlafene Küstenorte des Lake Ontario, mitten durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Halten nur um frischen, noch warmen Pfirsichkuchen vom Bauern zu kaufen, eine Pfirsich-Plantage mal näher unter die Lupe zu nehmen oder um mal einen Leuchtturm näher zu betrachten. Natürlich finden wir einen idyllischen Platz, um den leckeren Kuchen zu verspeißen – und Gabi muss ihren täglichen Küsten *Füßenassmach*-Spaziergang haben. Unsere einzige Station ist somit Niagara-On-The-Lake, ein reizvolles, blühendes aber leider auch touristenverseuchtes Städtchen mit richtig gepflegtem Stadtkern. Von hier aus ist die USA schon wieder in Spuckweite. Durchaus wortwörtlich.

Doch wir fahren erst mal zum kanadischen Niagara Falls und lassen uns vom schottischen Hausherrn unseres detailreich und aufeinander abgestimmt kitschig eingerichteten B&B 😉 begrüßen. Dort überrascht uns der erste Wasserfall, zumindest redet der Schotte wie einer, nur leider für Gabi und später auch für die Riedls kaum verständlich. Häh? Das kann doch kein Englisch sein? Wir bestellen unsere Frühstückswünsche, für die Männer das „full Breakfast“ also mit angebratener Blutwurst – wie in Schottland halt. Also neben der Woscht noch Eier, Tomate und Bratkartoffeln. Für die Süßen gibts selbstgemachte Muffins und Croissants mit Marmelade. Lecker und reichhaltig, dazu STARKEN Kaffee. Wir sind glücklich.

Die Niagarafälle selbst fasse ich nur kurz zusammen, denn hier gehen die Meinungen bei Jachmanns sehr auseinander. Wenn ihr mich fragt, sind die Niagara-Fälle wirklich sehenswert, es gibt die amerikanische Seite (auch beeindruckend), aber die kanadischen Horseshoe-Falls sind höher und einfach gewaltig. Die Riedls und ich genießen die Fahrt auf einem Boot direkt zu den Fällen und unternehmen eine Tour die hinter und direkt seitlich an die Fälle führt. Beide Male werden wir in Plastik-Regenschutz gekleidet, den man dort auch wirklich braucht. That’s fun (Das macht einen Heidenspaß ;-)) Man ist so nah dran, dass man fast nach dem Wasser greifen kann, und endlich auch die wahre Wucht dieser Wassermenge begreift. Ein Naturwunder, auch wenn es natürlich für kommerzielle Zwecke ausgeschlachtet wird und das Wasser für Stromerzeugungszwecke „gebändigt“ wird.  Und hey, was ist denn falsch dabei, Spaß dabei zu haben eine an Vegas (ohne Hotels) erinnernde Rummelplatz-Straße erster Sahne entlang zu laufen, entlang an Geisterbahnen und Irrgärten, überteuerten, mit grellen blinkenden Lichtern übersäten Shops und Buden – die Stimmung ist klasse hier und die Augen nicht nur der Kids leuchten. Ja, ich bin ein Tourist. Ende der Beichte.

Toms Eindrücke – erfragt ihr am besten selbst 😉

Seinen Frieden findet mein Ehemann zumindest teilweise bei einer Wanderung zu den Strudeln des Niagara-Rivers, abseits der Touristenströme. Wir sind glücklich den Weg zu finden, auch wenn dieser stetig bergab geht und daher nichts Gutes für den ja irgendwann auf uns wartenden Aufstieg verheißt. Am Ufer angekommen, trennen sich die Wege mal wieder: Uwe malt, Carina sammelt und malt, Beate genießt es nicht viel zu tun und der Rest wandert auf verschlungenen Trampelpfaden zur Spitze der Landzunge wo die Wassermassen des Niagaraflusses mit einer solchen Geschwindigkeit angerauscht kommen, dass sie in gewaltigen Strudeln in der Bucht drehen, bevor sie die Kurve kriegen und den Fluss weiter abfließen. Das rauscht und zischt und schäumt, der Weg geht über Felsen und ist z. T. mit Halteseilen gesichert. Ein kleines Abenteuer für Anne und ein großes für mich – die Sandalen sind hier nicht grad das richtige Schuhwerk und so komm ich des öfteren ins Rutschen und Schwitzen… Doch das war richtig schön – und wir waren fast allein dort unten!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Ausflüge, Kanada, Uncategorized, Wandern veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s