Samstag/Sonntag, 20.08./21.08.2011 Glückliche Männer

Wir reisen am Samstag früh ab, haben wir doch eine Mörderstrecke zu erledigen, die Tom dazu veranlasst, den Urlaub in „Roadtrip“ umzubenennen. Gut dass zumindest die Warteschlange beim Grenzübergang klein ist und wir also bald am Südufer des Eriesees entlang düsen. Ein Schild an der Autobahn lässt uns schmunzeln: Next Exit: “Boston Market, Applebee’s, Burger King, McDonalds… The other exits are jealous“ (Die anderen Ausfahrten/Raststätten sind neidisch!) Hm, das ist dann auch der Höhepunkt dieser Gegend, Autobahnraststätten… Wir sind wieder im Rostgürtel der USA gelandet. Hier war die (Auto-)Industrie ganz stark und durch die wirtschaftlichen Krisen gab es hier erst dramatisch hohe Arbeitslosenzahlen und dann Bevölkerungsrückgang. Was zu gestoppten Investitionen und Sanierungen führte, was wir bald feststellen, als wir gegen Mittag Cleveland erreichen.

Wir sind fast verängstigt. Es ist Samstag Mittag und kaum ein Mensch ist auf der Straße! Wir fahren auf der Suche nach einem Mittagessen durch die Innenstadt, sehen geschlossene Geschäfte und vernachlässigte Brücken. Die 2 Restaurants die wir im Internet als Tipp gefunden hatten, haben zu. Samstag Mittag! Wir können es kaum glauben, oder auch doch wieder, denn hier ist ja nix los – obwohl es durchaus nette Ecken hier gibt. Samstag ist doch eigentlich der beliebteste Einkaufstag?!? Wir wollen lieber nicht weiter suchen, sondern fahren gleich zur Rock’n Roll Hall of Fame, also ein Museum das dem Rock’n Roll huldigt. Dieser Ort entpuppt sich für Uwe als DAS Highlight der Reise, für uns andere ist es eine ziemliche Enttäuschung. Ich dachte ja schon dass ich etwas über Musik weiß, aber die Anfänge, 50ger bis 70ger Jahre sind natürlich an mir vorbei gegangen, und scheinbar weiß ich auch vom Rest nicht viel, denn ich denke permanent Bahnhof… So schiebe ich mich mit Anne relativ gelangweilt an endlosen Reihen Orginalschallplatten, Gitarren und Bühnenklamotten vorbei. Doch dann habe ich auch meine Freude beim Beobachten von Uwe! Er ist der perfekte Besucher, kennt scheinbar jede Band, weiß viele Hintergründe und Zusammenhänge und ist restlos begeistert über Instrumente und so manches Ausstellungsstück. Er ist Hin und Weg ob des Tourbusses von Johnny Cash (hey, den kenn auch ich!) und wenn wir nicht alle auf ihn gewartet hätten – man hätte ihn abends vermutlich mit Gewalt rausschmeißen müssen. Also, liebe Leser! Tom hatte mich schon gewarnt, ich hatte es nicht geglaubt, vielleicht nützt EUCH dieser Kommentar: Hall of Fames-Museen ist wirklich nur was für TOTALE Fans! Ihr könnt zumindest nicht sagen, ich hätte nicht gewarnt 😉

Der Rest der Reise ist schnell erzählt: Wir fahren heim. Übernachten nochmal in einem billigen Motel im Nirgendwo, fügen dem Pommesfriedhof von Uwe noch ein paar weitere Pommes hinzu und finden nicht so recht die Amish-Bevölkerung bei unserem Landabstecher (friedliebende Glaubensgemeinschaft, oft Bauern und Handwerker, die sich  von allem Modernen fernhält und somit keine Autos/Traktoren benutzt). Kein Wunder, es ist ja auch Sonntag… Tom und ich beschließen, dorthin zurückzukehren und die Räder mitzubringen, denn schön ist es hier schon, ländlich, aber nicht so industrialisiert wie sonst…

So ist vor allem Tom froh, als wir endlich daheim sind. Verzögert hat uns noch ein Riesenstau mitten in Chicago – die Autobahn führt quasi am Stadtkern vorbei – zum Schluss, der einzig erwähnenswerte der ganzen Reise. Wir haben viel erlebt und ich bin um einige Erfahrungen reicher!

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