Donnerstag, 25.08. bis Montag, 29.08. The Gals are in Town (Die Mädels sind in der Stadt) – Teil 1

Dann war es endlich soweit: Donnerstag Mittag bin ich zum Flughafen gefahren und habe Kerstin, eine meiner besten Freundinnen seit der 7. Klasse, abgeholt. Zum Glück hat mich keiner beobachtet, sonst wäre die Flughafenpolizei gekommen und hätte mich mitgenommen: Diese sicherlich hochgradig ansteckende Vorfreude und Glücklichkeit ist bestimmt auch im „Take-it-easy“-Country USA verboten und verpönt. Als Kerstin die Ankunftshalle betritt, muss ich mich schon zusammenreißen, um nicht zu heulen – wäre ja ein schöner Empfang gewesen… Aber stellt Euch doch mal vor: Meine Freundin, seit Jahren kein richtiger Urlaub, doch total urlaubsreif.  Anstatt sich 2 Wochen Ruhe zu gönnen, sich an einen Strand zu knallen und die Welt auszusperren – setzt sich den Strapazen eines Transatlantikflugs via Paris mit Air France (!!!) aus und fliegt –  ZU MIR!!!  Ich war überglücklich und ich hoffe, Kerstin ist nicht dauergeschädigt von meinem Gegrinse – naja, durch Flug und all die neuen Eindrücke abgelenkt, hat ihr Gehirn davon hoffentlich nicht soviel abgekriegt 😉

Die ersten Tage hatte der Jetlag Kerstin noch ziemlich im Griff, doch sie erkämpfte sich tapfer jeden Abend eine halbe Stunde mehr… Nie mehr vergessen werde ich den kerstinschen Spruch, nach einem prüfenden Blick auf die (auf amerikanische Zeit umgestellte) Armbanduhr: „Wir haben es ja auch schon …. (z. B. 3 Uhr Nachts) – in Deutschland“ 😉 Hallooo, im Hier und Jetzt leben!!! 😉

Ich habe sie jedoch auch nicht wirklich geschont, wir waren sehr viel unterwegs – sie hatte auch eine lange Wunschliste mitgebracht von Orten, die es zu besuchen galt. Leider kann ich Euch keine Fotos bieten, denn Kerstin, stolze Besitzerin einer nigelnagelneuen Digicam, hat so tolle Fotos geschossen, dass ich das Fotografieren komplett ihr überlassen habe (gewohnt bin ich das ja mit Tom eh) – und vergessen habe, mir die Fotos dann zu kopieren…

Daher hier nur eine Zusammenfassung der ersten Tage, sobald mir Kerstin die Bilder schickt, werde ich welche nachliefern, versprochen! Wir waren natürlich viel in der Innenstadt von Chicago. Mit Kerstin, als Architektin logischerweise detailinteressiert, habe ich plötzlich einen anderen Blickwinkel kennengelernt. Wir waren auf dem Hancock-Center, zwar nur das vierthöchste Gebäude von Chicago (trotzdem mehr als 100 Stockwerke), aber durch den zentralen, küstennahen Standort optimal gelegen. Hier gibt es sogar einen deutschen Audio-Führer, das ist nicht selbstverständlich… Das Wetter war toll und so haben wir das Riesenrad am Navi-Pier mitgenommen und haben das Wassertaxi ausprobiert. Es gibt nämlich einige Wassertaxi-Routen, die die Innenstadt super erreichbar machen – und es ist sogar bezahlbar. Das Beste: Die Skyline vom Wasser aus ist atemberaubend! An einem heißen Nachmittag so eine Aussicht und kühlenden Wind der Dir die Haare aufwirbelt – hey, gibt’s was Schöneres? Ich merke deutlich, ich bin ein Stadtmensch und neben Nürnberg ist Chicago diesen Sommer eindeutig zu meiner Lieblingsstadt Nr. 2 aufgerückt!!!

Neben Innenstadt , Chinatown und Shedd-Aquarium habe ich mit Kerstin auch das eigenständige Vorortstädtchen Oakpark erkundet. Hier hat der – aufmerksam lesenden Blog-Gästen bereits bekannte – in Amerika berühmte Architekt Frank Lloyd Wright zur Jahrhundertwende (19./20.) gelebt und gewirkt. Wir haben zwei seiner Gebäude (Unity Temple und sein Wohnhaus/Arbeitsstudio) besichtigt, die uns ganz schön beeindruckt haben – und sind die Wohngebiete abgelaufen und gefahren, um mehr als ein Dutzend seiner Entwürfe in Fleisch und Blut ähh Holz und Ziegel zu sehen 😉 Architektinnen können einen ganz schön langen Atem haben 😉 Auch das Geburtshaus von Ernest Hemingway entkommt Kerstins Kameralinse nicht. Eine tolle Wohngegend, wo ich sicherlich nicht zum letzten Mal war – vielleicht kann ich auch den sich bisher sträubenden Tom im Winter mal überzeugen… 😉

Wir sind die Sheridan-Road abgefahren, eine weitere architektonisch interessante Straße – wenn auch nicht immer geschmackvoll: Hier, direkt am unverbaubaren Ufer des Lakes, haben die Reichen der Stadt ihre Häuser, oder sollten wir besser sagen, Villen oder Anwesen? Blöd nur, dass man entlang der waldigen, gewundenen Küstenstraße ganz schlecht anhalten kann, denn Parkingspots oder gar Gehwege gibt’s hier nicht. Daher hatte Kerstin, ihren Foto die ganze Zeit in der Hand, hier eine harte Schule, ich konnte nur 2x halten für ein Fotoshooting…. Einer der Parks hat allerdings einen Zugang zum Lake, den wir genutzt haben um Küste, Sonne, Wind und Aussicht zu genießen. Viel Wind hatte dieser Tag 😉 Kein Wunder, dass wir in Evanston, wo wir nach Besichtigung des Bahai-Tempels und einem netten Stadtbummel (sowas macht mit Kerstin wesentlich mehr Spaß als mit Tom!) landeten, keine Strandgebühr zahlen mussten – zu windig. Doch wir haben uns in die Dünen gelegt und den Wellen gelauscht um mal so richtig abzuchillen 😉

Kein Wunder, dass Kerstin da total entspannt war…. 😉 Sie hat sich völlig auf die amerikanische Lebensart eingestellt und munter ausprobiert, z. B. Eisshake-Portionen die eine Fußballmannschaft glücklich machen würden oder Vitaminwässerchen, die so giftig aussehen dass man sich besser gleich tot stellt 😉 Doch die versehentlich gekaufte Tüte: Black Beans and Garlic-(Schwarze Bohnen und Knoblauch)-Chips – die haben wir vorsichtshalber dann doch nicht gegessen… 😉

Am Montag Nachmittag haben wir dann einen Mietwagen für uns in der Stadtmitte abgeholt. Fürs Erste habe ich mich hinters Steuer geklemmt und wir haben es bravorös aus der Innenstadt geschafft – trotz Berufsverkehr. Später hat Kerstin allerdings total Lust auf amerikanischen Verkehr gekriegt und hat die ja doch etwas andere Fahrweise und speziellen Regeln hier super schnell verinnerlicht – wir Frauen habens halt drauf 😉

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