05.09.2011: Stürmische See im Illinois Beach State Park

Gabis Gäste fahren heute alleine nach Chicago und wir ziehen mit dem Auto wieder einmal zum Illinois Beach State Park los. Tom hat noch schmerzende Erinnerungen, war die letzte Wanderung hier doch von verhärteten Muskeln geprägt. Nicht aufgrund der unglaublichen hier zu überwindenden Distanzen oder gar Höhenunterschiede, sondern aufgrund des damals stattfindenden Badmintonturniers.
Heute sind wir aber fit und bereit auch eine längere Wanderung in Angriff zu nehmen… bereit und willens reicht aber leider nicht aus, denn der Südteil des Parks (dort wo die Wanderwege sind) ist tatsächlich gesperrt. Nicht nur eine Absperrung, sondern geschlagene 4 Leute sitzen dahinter und erklären uns, dass doch wirklich Äste auf die Wanderwege gefallen wären und sie nun Angst hätten, dass die Wanderer direkt mit Natur in Berührung kämen. Deshalb sei alles, bis die Reinigungsmaschine (oder wer auch immer) durchgekommen ist, gesperrt.

Tom will ange… gleich wieder umkehren. Doch Gabi setzt sich mal wieder durch, so leicht aufgegen tut sie nicht und so fahren wir also zur Nordseite und parken nahe des Lakes. Kaum ausgestiegen merken wir, welcher Wind hier weht – ein stürmischer. Vorher war uns gar nicht bewusst gewesen, wie sehr es heute windet. Was wollen wir hier? Toms Stimmung hellt sich schlagartig auf, als er ÜBER den Büschen am Ufer Gischt und Wellen aufsteigen sieht. Also Kamera geschnappt und ab zum Ufer. Hier branden Wellen an die durch Stahlplanken gesicherte Küste, fangen sich in diesen und steigen zu bis zu 3 Meter hohen Fontänen auf. Auch ein Steg, der (warum auch immer) ca. 20 Meter vor dem Ufer im Wasser steht stellt sich – so wellenumtost – als sehr fotogen heraus.

Tom schießt also mit voller Begeisterung Bilder, immer nach der besten Position suchend, während Gabi den Wind genießt. Die beste Position für die Aufnahmen bietet eine Sandbank, die völlig wasserfrei ist, so springt Tom die Absperrung hinunter und beginnt Fotos zu schießen… Warum nur schreit Gabi so…. leider kann Tom aufgrund des Windes die Worte „DAAAS WAAAASSSER KOOOOMT“ nicht verstehen, merkt aber wenige Augenblicke später, dass die bis dahin trockene Sandbank (und seine Füße) jetzt unter Wasser stehen! Brrrr…. das ist echt kalt!

Wir also schnellstmöglich zurück zum Auto wo Tom natürlich wie immer vorsichthalber einige paar Socken und Ersatzschuhe parat hat … OK OK, ist gelogen. lediglich seine Faulheit eine nicht benötigte Badmintontasche aus dem Auto zu räumen beschert ihm ein paar trockene Socken. Doch das Ergebnis sind immerhin warme Füße.

So ist unser Entdeckergeist noch nicht gestillt und wir halten in der Nähe eines Weihers, um die von dort aus beschriebene Wanderung zu machen. Den Weg verlieren wir schon nach 100 Metern, wir finden aber einen einsamen idyllischen Küstenstreifen – wenn man von von den Warnschildern: „Vorsicht Asbest“ absieht. Doch wir wollen ja hier nicht baden (Gabi: „Oder vielleicht doch wieder ein Fußbad gefällig, Tom?“), sondern nur den Wind, die Wellen und die Fotomöglichkeiten genießen.

Am Auto zurück machen wir noch die schlechteste Entscheidung des Tages. Wir fahren zu einer großen Outlet-Mall an der Grenze zu Wisconsin, keine 15 Minuten entfernt. Haben wir beim Wandern eigentlich kaum Jemanden getroffen, ist hier die Hölle los. Parkplätze sind überfüllt, die Wiesen sind schon vollgeparkt, ebenso alle umgrenzenden Straßen. Dazu stehen wir noch im Stau. Echt toll! Nach wenigen Minuten verschwinden wir hier wieder, nicht aber ohne den einen Laden mit Kopfschütteln zu bedenken, wo die Leute VOR dem Laden in langen Schlangen warten um überhaupt hinein zu dürfen. Ein Laden, in dem sie Dinge kaufen müssen. Hier gibt es mit hoher Sicherheit nichts geschenkt…

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