Die Entstehung eines Geburtstagsgeschenkes

Was schenke ich nur Gabi zum Geburtstag? Gut, dass sie ja kaffeesüchtig ist und fast jeden Abend jammert, dass sie keine gescheite Ablage für ihre Kaffeetasse hat. Da kann ich doch was draus machen… nur was? Eine finanzierte Entziehungskur, dann braucht sie keinen Platz mehr für die Kaffeetasse? Nein… das ist es noch nicht ganz. Einen Butler, der ihr die Tasse jedes mal abnimmt und auf den Tisch zurückstellt? Schon besser… aber immer noch nicht das Wahre…

Doch dann überlege ich mir, dass ich gerne etwas für sie bauen würde. Die Ideen kommen langsam zusammen, starten als Zeichnung auf einem Schmierzettel, nehmen Gestalt an auf meinem Whiteboard im Geschäft… Ein Tablett! mit Aussparungen für eine Tasse und ein Glas Wasser! Und Platz für noch andere Dinge abzulegen… klingt schon gut, doch da fehlt noch der persönliche finale Touch… Einen Rosenhalter für eine Rose! Das ist es!

Alleine kriege ich das nicht hin. Ich habe weder eine Werkstatt noch die notwendigen Werkzeuge so was zu bauen. Doch Jim hat sie und er ist sofort Feuer und Flamme zu helfen – so ist Jim eben. Sein Workshop ist genial und für mich eine Möglichkeit mal die verschiedensten Geräte auszuprobieren. Und wir sollten VIELE davon brauchen!

Den Anfang mache erst mal ich, denn es muss ja Holz besorgt werden. Ich fahre Gabi mit ihrem Besuch zur U-Bahn-Haltestelle. Ganz altruistisch. Doch nachdem mir Jim einen Holzhändler empfohlen hat und sich dieser fast auf direkter Linie zum Badminton in Elk Grove herausstellt, fahre ich dort gleich mal vorbei. Owl Hardwood ist genial. Eine unglaubliche Menge an unterschiedlichsten handelsüblichen bis zu völlig exotischen Hölzern gibt es hier im Angebot. Und der Geruch nach frisch geschnittenem Holz erfüllt den Raum… Ich nehme Walnuss mit, das mir von Jim empfohlen wurde. Und Jim hat mir auch klare Anweisungen gegeben, was wir brauchen: Eine Mischung aus Plywood (Schichtholz mit Furnier) und Vollholzleisten.

Doch wann baue ich das Geschenk, ohne dass Gabi viel davon mitbekommt? Die Chance kommt schnell: Der Rumzug setzt sich ja für ein verlängertes Wochenende nach Wisconsin ab und so fällt es nicht auf, dass ich zwei Abende dieser Woche bei Jim verbringe.

Das arbeiten mit den Geräten macht viel Spaß und viele Jugenderinnerungen kommen hoch, wo ich oft Tage mit meinem Vater im Keller verbracht habe und Jims fachmännische Erklärungen und Einführungen wie man „ja vermeiden kann zu messen“ machen bald sehr viel Spaß. Und wir nutzen auch wirklich jede Menge Maschinen. Die Kante des Brettes ist nicht ganz plan? Dafür hat Jim ein Gerät. Die Oberfläche leicht uneben, ein anderes, Kreissäge, ca. 12 Kantenfräsen, eine Standbohrmaschine, elektrische Laubsäge (bei der ich gleich mal das Blatt abgebrochen habe (und dessen Ersetzen sich als halbes Zerlegen des älteren Gerätes herausgestellt hat)), eine Bandsäge, …

So wird Stück für Stück aus einer Idee ein Design, dann Einzelteile, die wir dann in einer Gewaltaktion („wievieleschraubzwingenpassenaneinwerkstück“) zusammenkleben.

Damit endet der Spaß. Der Rest ist Arbeit. Schleifen macht selbst mit Schleifgeräten keinen Spaß… und dann noch den Rest mit der Hand verschleifen. Und dann immer wieder dieselbe Abfolge (so alle halbe Stunde): Ich: „Das sollte jetzt aber langsam reichen“, Jim: „Da sind schon noch 2 Stunden Schleifarbeit dran“

Danach kommt das Einlassen. Nicht etwa mit Pinsel… nein Jim überzeugt mich etwas zu verwenden, was man mit einem alten Shirt in kreisenden Bewegungen auftragen muss und das sofort antrocknet. Nur müssen es viele Schichten sein und das geht auf den Arm…

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