10.12.2011: Kris Kindl Market in Chicago und richtig gutes Essen

Glühwein und Nermbercher Broadwerschd, die gibt es am Christkindlesmarkt in Nürnberg – und auf dessen Ableger in Chicago. Gabi hatte sich bereits unter der Woche einmal geopfert und dort einen Glühwein getrunken – natürlich nur, um die tollen schuhförmigen Tassen zu ergattern. Nun fahren wir auf Initiative von Bea alle gemeinsam noch mal hin.

Samstag Nachmittag geht es also Richtung Innenstadt, nur um in einem Stau festzusitzen. Für eine Strecke von normalerweise 45 Minuten brauchen wir über 2.5 Stunden – wir sitzen dabei in einer Straße alleine schon fast eine Stunde fest, ohne groß weiter zu kommen. Wir denken, wir sind ewig zu spät am Treffpunkt, doch dank Handy erfahren wir, dass Bea und Dave auch feststecken und Ingo und Amy sogar aufgegeben haben… Wir sind auch fast soweit umzudrehen, doch schlagen wir uns letztlich doch noch bis zu einem Parkplatz in der Innenstadt durch. Wir laufen dann zum Christlkindlmarket, oder wie Bea in der Einladung geschrieben hat Kris Kindl Market. Wer auch immer dieser Kris ist, er hat es geschafft seeeehr viele Menschen auf seinen Markt zu locken. Ihr kennt das Gefühl im Nürnberger Pendant sich nicht bewegen zu können? Mindestens dasselbe Gefühl entwickelt man hier schon, bevor man ihn betreten hat. Das Dumme ist dann, dass wir natürlich noch weitere Tassen brauchen und so muss sich Gabi schon wieder für Glühwein opfern. Da wir ja in den USA sind und dort Alkohol eigentlich nicht in der Öffentlichkeit getrunken werden darf, wird dieser an einem Stand in einem abgezäunten Bereich serviert. Mit den Würstchen, den Reibekuchen und der Currywurst hat die begehrte Flüssigkeit eines gemeinsam: Zwischen den Leckereien und uns steht eine bestimmt 15 minütige Warteschlage – und das für jedes der Dinge getrennt! So stehen wir also am Glühwein an und verwerfen den Gedanken an die anderen Schlangen…. Gabi beauftragt Tom, übers Handy bei Bea und Dave deren Bestellungen aufzunehmen. Wir sind ja clever 😉 Die Leute drängeln sich hier vor und so manche Gruppe steht nicht zum ersten Mal an – sie singen laut und falsch irgendwelche „Rudolph-Lieder, obwohl ihre Nasen auch verdächtig rot leuchten… Ist aber auch kühlich heute… Selbst nach zwei Glühwein werden uns die Menschenmassen nicht sympathischer und so entscheiden wir uns, gemeinsam Essen zu gehen. Dave und seine Freundin haben wir auch wieder eingefangen – diese waren als einzige pünktlich und deshalb bereits extrem durchgefroren wieder auf dem Heimweg… – was hat man nur früher ohne Handy gemacht???? War das Leben damals wirklich möglich??? 😉

Bea führt uns zum ZED451, einen Restaurant in Chicagos Viertel River North. Das Ambiente ist spektakulär. Wir sitzen an einem der langen Tische, die sternförmig von einer Feuerquelle ausgehen, die wohlige Wärme verströmt. Um uns herum sind in einem großen Rund Dutzende von Gerichten aufgebaut. Beilagen, wie wir lernen. So langweilige Sachen wie geräuchterter Lachs, gebeizte Ente, Serrano Schinken, gereifter Parmesan, aber auch jede Menge kreativer Salate.

Die Warnung kommt mit der Unterweisung: Nicht schon von den Beilagen satt essen! Denn das Hauptgericht wird hier von einem Schwarm Kellner serviert. Jeder mit einem langen Grillspieß bewaffnet schneiden sie davon Fleisch und Fisch für jeden Gast frisch ab, direkt am Tisch. Für Gabi ist so ein Lokal eine Premiere… Doch wenn Ihr wie Tom etwas luxuserfahrener seit, habt Ihr es erraten: Eine brasilianische Churrascaria! Doch was hier serviert wird geht weit über alles hinaus, was selbst Tom the Businessdinner-Man je erlebt hat. Wagyu-Rind, Krabben Küchlein, Buttermilch Sirloin Steak, marokkanisches Hühnchen… ach schaut euch doch einfach selbst die Karte an (Warnung: Mit Magenknurren ist beim Lesen zu rechnen).  Von allem nur das Beste und in bester Qualität. Wir sind von den Socken und haben die Beilagen längst vergessen. Fleisch, das auf der Zunge zergeht. Fisch so saftig und weich, dass er im Munde schmilzt. Ein tolles kulinarisches Erlebnis.

Wir unterhalten uns prächtig. Sonst will Gabi Tom eben nicht blamieren und hält sich eher zurück anstatt Schwachsinn zu quatschen – doch was ist heute los?
Ob wohl die zwei Glühwein und die Flasche äußerst leckeren Weißwein, die Gabi mit Toms KollegInnen teilt, dazu beiträgt dass sie heute besonders gesprächig ist? Wenn erst mal diese (äußerst blödsinnige) Hemmung weg ist, vor Toms KollegInnen ja nur grammatikalisch ausgeklügelte Sätze raus zu bringen, macht eine Unterhaltung richtig Spaß!
Danach ziehen die anderen ins Howl at the Moon weiter, das unsere regelmäßigen Leser ja schon kennen. Doch angesichts von Gabis Flug morgen setzen wir zwei uns zur Magnificient Mile ab, wo uns von mehreren die Weihnachtsbeleuchtung als sehr sehenswert nahegelegt wurde. So sehen wir nicht nur diese, sondern auch den Watertower Place in seiner Beleuchtung bei Nacht… Glücklich, nicht umgedreht zu haben, geht es in sensationellen 35 Minuten nach Hause…

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Eine Antwort zu 10.12.2011: Kris Kindl Market in Chicago und richtig gutes Essen

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