12.-21.12. Gabi auf Heimaturlaub

Wo würdet Ihr lieber Euren Weihnachtsurlaub verbringen? Im kalten, doch schneelosen Deutschland oder mit Blumenkranz unter Palmen auf der schönen Insel Hawaii? Tanja, meine deutsche Bekannte hier in Illinois ist drauf und dran mich niederzuschlagen und sich mein Ticket zu schnappen. Denn sie „muss“ dieses Jahr Weihnachten nach Hawaii, während ich in den Flieger nach Deutschland steige. Obwohl es mir schon schwer fällt, meinen Mann allein zurück zulassen 😉 überwiegt, mal in Deutschland angekommen, meine Begeisterung. Die möglichen Palmen und der weiße Sandstrand sind vergessen, ich bin überglücklich, meine Eltern, meine Schwester und meine Nichten umarmen zu können.

Ich werde so liebevoll empfangen: Mein Dad steht natürlich in der Ankunftshalle, meine Mama hat schon seit Wochen das Zimmer für mich fertig. Anne, mein Patenkind hat ein Wil(l)kommensschild für mich gebastelt und meine Schwester hat mir einen Adventsteller vorbereitet und genügend kleine Schokoweihnachtsmänner, um die Zeit bis Tom nachkommt zu überbrücken.

So kann ich trotz des fehlenden Toms jeden Tag nen Mann vernaschen 😉 Seit Wochen habe ich in Excel einen Terminkalender gepflegt und nach einer kurzen Erholungsphase  bin ich die meiste Zeit auf Besuchstour. Da kommt mir mein Auto, das in meiner Abwesenheit netterweise von Sandra und Alex gehütet wird, echt zugute. Ich bin flexibel und treffe mich mit fast all meinen Freundinnen, schaffe es auf die Geburtstagsfeiern von Beate und Babsi, mache Pilates bei der „alten“ Pilatesdozentin und ein Spinning-Probetraining mit Kerstin. Ich sehe Anne zu, die als jüngstes Mitglied der Bigband Ihres Gymnasiums beim Adventskonzert eine so schmissige Version von Feliz Navidad aufführt, dass ich mit den Ohren schlackern muss. Normalerweise ist mir das Lied zuwider, heute wippe ich mit den Füßen mit! Ist das der weihnachtliche Geist oder einfach das pure Glück das mir durch die Adern strömt? Jeder zeigt mir, dass er sich freut mich zu sehen… Ich schaue mich sogar an meinem letzten Arbeitsplatz um und gehe mit einigen KollegInnen einen Glühwein trinken. Grade rechtzeitig schenkt uns auch der Himmel ein paar Schneeflocken dazu. Überall das Gleiche: Es fühlt sich an, als wäre ich nur mal schnell 2 Wochen weg gewesen. Seltsam, oder?

Mit Nadine und Kerstin sehe ich einen typischen Frauenfilm, mit dem üblichen Espresso davor und dem Absacker danach. Darauf hatte ich mich schon Wochen vorher besonders gefreut. Irgendwie hat Kino in Nürnberg mehr Charme als in Buffalo Grove – und die Begleitung macht natürlich den entscheidenden Unterschied… 😉 Ich häng in genau den gleichen Kneipen rum wie vor den USA und schaff es sogar, ins Cult zu gehen, um mal wieder so richtig abzutanzen unter all den fränkischen „Schwarzkitteln“. Ist des schee….. Bei allem habe ich hier in Franken das, was in den USA immer so hoch gehalten wird: FUN, FUN, FUN! 😉 Meine erste traditionelle Weihnachtsfeier mit Nadine und Kerstin beschert mir neben einem super Essen im Refugium auch noch einen kleinen Schwips und Top-Geschenke. Der Reisekissen-Vogel von Fräulein Holle gefällt z. B. nicht nur mir, sondern auch meiner Mama, die damit ihre Späße anstellt… Umsichtig packe ich meine Geschenke weg – man kann ja nie wissen… 😉

Ein Ruheurlaub verlebe ich jedenfalls nicht, eher positiven Stress der Extraklasse. Mein Motto: Den Augenblick genießen! 😉 Das einzig Negative ist, dass ich meine family selbst dadurch eigentlich viel zu selten sehe. Bin fast jeden Abend unterwegs und übernachte nach der Weihnachtsfeier mit Abschluss in der Cocktailbar auch gleich bei einer Freundin. Aber die Vormittage beginnen zumindest meistens mit einem ausgedehnten Frühstück bei meinen Eltern. Diese verwöhnen mich ganz schön. Nach dem Heimkommen am Abend gibt es (Glüh-)wein und Plätzchen oder noch einen Gutenacht-Kaffee…. So lässt es sich aushalten – Kalorienzählen kann ich dann wieder im Amiland 😉
Wenn nur diese Mails eines gewissen Ehegatten nicht wären…. Er höre gar nichts mehr von mir… Ob ich ihn nicht auch vermissen würde… Das Haus wäre so leer…. Er würde jetzt auch nachkommen wollen… Naja, was macht da die brave Ehefrau mit leichtem Gewissensbiss? Sie fährt zum Flughafen 😉

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