21.01.2012: Ein „ganz normaler“ Wochenendausflug

Kaum ist Tom von seinem Geschäftstrip zurück, packen wir schon wieder die Koffer. Wie, Ihr meint, Tom sollte sich doch jetzt ein bißchen Ruhe gönnen. Kann er nicht. Er meint, davon laufen zu können. Doch er hat nicht mit seiner Frau gerechnet…

Jedenfalls hat Tom Anfang des Jahres zu Gabi gesagt: Ich will an diesem Wochenende nicht daheim sein. Buche was, überrasch mich. Ok, eine super leichte Angelegenheit für Gabi, da Tom ja gar nicht anspruchsvoll ist und er sich mit allem zufriedengibt… (Tom: „Kenn ich den?“)

So sitzen wir also Samstag morgen um kurz nach neun Uhr im Auto und fahren los Richtung Indiana. Der Bundesstaat südlich von Michigan, den wir im Sommerurlaub nur kurz durchfahren sind am Heimweg. Indiana liegt quasi zwischen den Seen Michigan und Erie. Gabi hat ein 1886 erbautes herrschaftliches Haus als Bed & Breakfast ausgesucht, das schon des öfteren prämiert wurde, im Buch „selected registry“ enthalten ist und vor Toms Augen hoffentlich gnädig besteht. Das Wetter ist kalt aber sonnig – da lässt es sich gut reisen, nachdem wir erst mal das „Stop-and-Go“-Nadelöhr durch Chicago passiert haben. Den Tag vorher hat es ab Mittag so heftig geschneit, dass wir schon befürchteten, es ist kein Durchkommen. Doch östlich von Chicago liegt wesentlich weniger Schnee, so dass wir gut vorankommen. Wie lange meint Ihr brauchen wir. Yep, erraten, es sind wieder mal die üblichen 2 Stunden zzgl. Stauzeit in Chicago, und schon hat sich die Gegend ganz schön geändert. Hier ist vor allem im Winter ziemlich der Hund ….. Also es ist schön einsam.

In South Bend angelangt ist unser erster Halt, bei weiterhin strahlendem Sonnenschein, das Universitätsgelände „Notre Dame“. Der weitläufige Campus liegt mit Schnee überzuckert friedlich in der Sonne. Diese geschichtsträchtige Uni wurde von einem französischen Priester 1842 gegründet und hat – Kirchengeldern und Spenden ehemaliger Absolventen sei Dank – viele prächtige alte Gebäude. Am meisten stechen aber die goldene Kuppel des Haupthauses und die Basilica of the Sacred Heart heraus. Wir besichtigen beide Gebäude und sind beeindruckt von den tollen Glasfenstern der Kirche. Zwischen den einzelnen Vorlesungsgebäuden liegen Parks mit alten Bäumen, die Wege sind breit, immer wieder kommen einem joggende Studenten entgegen. Ja, wir können uns vorstellen, dass man für diese Uni ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt. Auf dem Gelände liegt auch ein riesiges, altes Footballstadion, in dem die Collegemannschaft „Fighting Irish“ zuhause ist. Die Uni hat auch eine riesige Blaskapelle und vor einem Heimspiel geben die Bläser im Hauptgebäude vom Balkon aus ein Konzert und dann marschiert die Kappelle zum Stadion, um den Zuschauern so richtig einzuheizen vor dem Spiel. Das klingt interessant, da liebäugelt selbst Gabi mit einem Heimspiel.

Nachdem wir nun so richtig durchgeforen sind, checken wir gleich im B&B „Oliver Inn“ ein und ziehen uns zum Auftauen auf unser Zimmer – natürlich mit Kamin – zurück. Der Raum ist mit drei Fenstern super hell und die Sonne scheint aufs Bett. Hier lässt sich ein Zwanzger gut verbringen. Viel mehr Zeit haben wir auch nicht, da Gabi einen Dinner-Gutschein mitgebucht hat. Eigentlich wollten wir den Morgen zu Toms Geb. ähhh ich meine, halt morgen einlösen. Doch das Restaurant hat am Sonntag eine geschlossene Veranstaltung. So schniegeln wir uns auf und gehen in die benachbarte Mansion (Villa/Herrenhaus). Das kleine Häuschen hat 40! Räume und ist in dunklem Holz und Spiegeln gehalten. Es war ehemals die Residenz des Industriellen Studebaker (Autoliebhabern ein Begriff, denn er hat Autos hergestellt). Der Merlot ist super, das Essen ist nicht schlecht, auch wenn man hier beim Preis deutlich das Ambiente mitbezahlt. Das Hauptgericht dauert auch ziemlich lange. So sitzen wir schon auf heißen Kohlen, denn Gabi hat sich für Tom noch ein Zuckerl ausgedacht: Sie hat Karten für eine Vorstellung der New York Off Broadway – Produktion The Rat Pack. Ein Revival der legendären Las Vegas Show von Dean Martin, Frank Sinatra, Sammy Davis J. und Joey Bishop. Nachdem hier alles in Fußlaufweite ist (dank der Top-Organisation von Gabi 😉 ) schaffen wir es noch rechtzeitig.

Das von außen als Betonklotz wirkende Theater ist innen sehr liebevoll eingerichtet und erinnert uns an das Fürther Stadttheater (wenn auch größer). Wir haben allerdings nur Karten im 1. Rang bekommen, weswegen die Tonqualität etwas leidet. Wir verleben einen schönen Abend mit vielen bekannten Sinatra-Hits und für unseren Geschmack etwas zu viel aufgesetzt wirkendem Slap-Stick-Humor. Die Amis um uns rum lieben es (das kann vielleicht auch daran liegen, dass sie mehr als jedes vierte Wort der Gags verstehen. 😉 Wir lernen wieder einmal die Grenzen unserer Englischkenntnisse kennen…) Später im B&B angekommen, bedienen wir uns noch mit Getränken aus der 24-Stunden zugänglichen (komplementären) Gästeküche, die mit Tee, Kaffee, Softdrinks und Snacks ausgestattet ist und lassen in einem der einladenden Lehnstühle noch etwas die Seele baumeln. Dann im Bett angekommen, hat Tom gar keine Zeit mehr an das drohende Unheil zu denken, so schnell ist er schon eingepennt….

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