We all live in a crazy world…oder: Wann bitte soll ich arbeiten?

Ihr kennt das sicherlich alle: Man hat im Geschäft oft nicht die Kontrolle über seine Zeit. Da muss man hier schon mal in eine Besprechung und dort in ein Meeting… doch seitdem wir wieder aus dem Weihnachtsurlaub zurück sind, hat jemand den Hebel der Firmenmachinerie von „Dauerlauf“ auf „100-Meter-Sprint“ umgelegt – und leider ist der Hebel in dieser Stellung abgebrochen. Immer mehr und mehr Besprechungen sammeln sich in meinem täglichen Kalender. Normalerweise so ca. eine lange Stunde pro Einladung. Meist sind wir etwas eher fertig, so dass ich zumindest noch gelegentlich arbeiten kann – und es geht ja auch nicht gleich früh los und endet meist irgendwann am Nachmittag… doch damit ist nicht Schluss: Die freien Zeiten werden enger, deshalb werden die Dauer auf 30 Minuten reduziert, die Einladungen gehen in den späteren Nachmittag, und in den frühen Morgen… schnell ist da die Zeit von 7 Uhr bis 17 Uhr nahezu völlig ausgebucht… doch HALT! werdet ihr rufen, da ist doch immer noch die Mittagspause. Jaaaaaa….. so in etwa, denn in USA gibt es die Unsitte, wenn die Kalender voll sind und man versucht schwer zu „erwischende“ Personen (und das meine ich nicht als Eigenlob) zu kriegen, dann lädt man zu Arbeitsessen. „There is nothing like a free lunch“ (in etwa: Ein freies Mittagessen gibt es nie) ist ein geflügelter Spruch, den ich jetzt erst richtig verstehe. Denn wohl gibt es meist Gutscheine oder wir kriegen Essen von Panera Bread, Corner Bakery, Jimmy Johns oder anderen geliefert. Doch das mag kostenlos sein, frei noch lange nicht, denn das nimmt einem die letzten Minuten des Tages an denen ich mal geistig abschalten könnte. Im Schnitt zahle ich maximal 2x pro Woche mein Essen selbst, der Rest sind „Arbeitsessen“.

Mir war bewusst, dass ich in einen solchen Zustand steuere, deshalb habe ich auch Hilfe für eines meiner Hauptthemen gesucht, den ich langsam aufbaue… alles schien gut geregelt meinen Kalender wieder vom eisigen Klammergriff der Dauermeetings zu befreien, bis vor zwei Wochen, wo mein Chefchef in einer Mail klarmachte, dass ich als Retter der Welt der einzige sei, der ein Projekt noch stabilisieren könnte – und das durch bloßes Handauflegen – naja leider hat sich das als deutlich mehr Arbeit herausgestellt als befürchtet und so knallt das Pendel von „Befreiung“ auf „Überlastung“ zurück. Meine Kollegen kennen schon meine Gangart zwischen Meetings (rennend) und sind häufig von mir aufgefordert Schritt zu halten, wenn sie etwas von mir wollen („Ich muss zum nächsten Meeting ins andere Gebäude, wenn Du was von mir willst, musst Du mich begleiten“).

Derzeit fühle ich mich etwas wie der Jongleur, der mit 15 Kugeln gleichzeitig jongliert und vor Staunen, dass noch keine runter gefallen ist, den Mund nicht mehr zu kriegt…

In 2 Wochen haben wir hoffentlich das eine Thema in trockenen Tüchern, dann wird es (daumendrück) hoffentlich wieder ruhiger…

Hier mal Bilder aus zwei Wochen… wer sich wundert warum der Kalender so farbig ist: Ich habe die Farbkodierung von Outlook genutzt um herauszufinden, wie viel Zeit ich pro Woche in welchen Bereichen verbringe. Wer sich wundert, ob er eine neue Brille braucht: Nein, ich habe die Bilder bewusst unscharf gemacht – muss ja keiner wissen woran ich arbeite … und wer sich letztlich über den fast freien Dienstag im zweiten Bild wundert: Da wurde am Abend zuvor ein Vormittagsmeeting abgesagt.

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Eine Antwort zu We all live in a crazy world…oder: Wann bitte soll ich arbeiten?

  1. Nora schreibt:

    Oh man mit dir möchte ich gerade echt nicht tauschen! Mein herzliches Beileid!!! Drück dir die Daumen, dass es in zwei Wochen wieder besser wird!

    Liebe Grüße
    Nora

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