30.03.2012: Bekannt, schick und ausgestorben

Heute morgen wollen wir einen der hippsten Stadtteile Washingtons erkunden: Georgetown. Wir beginnen gleich mit einem typisch amerikanischen Frühstück 🙂 im Kafe Leopold. Dort wird die österreichische Küche geehrt und neben Kaiserschmarrn stehen auch Rosinenschnecken und Mandelcrossaints in der Speisekarte. Der Kaffee hier ist stark – da merkt man halt, dass Gabi nix mehr gewöhnt ist…
Satt und zufrieden schlendern wir zuerst den Kanal entlang, denn Georgetown begann sein Dasein als Verladestation von Tabak. Vermutlich daher gibt es entlang des Kanals so viele rote Backsteinhäuser. Jetzt sind viele davon wieder hergerichtet und beherbergen schicke Büros und Ateliers. Außerdem gibt es süße kleine Steinhäuserreihen. Die Häuser sind individuell gestrichen und oft liebevoll dekoriert. Ein Fest für Toms Kameralinse.

Kulinarisch scheint dieser Tag unter einem super Stern zu stehen: Im Reiseführer wird Georgetown mit den besten Cupcakes (kleinere Muffins) und Delikatessen beworben. Wir beschließen, beide Geschäfte heimzusuchen und uns einzudecken. So stehen wir also bald in einer langen Schlange vor dem Geschäft „Georgetown Cupcake“ an. Wenn das Produkt spitze ist, braucht man anscheinend keinen einfallsreichen Namen mehr… Wart Ihr schon mal für einen zu klein geratenen Muffin in einer Schlange gestanden? Also für uns war es Premiere, aber auch Glück: Die Familie vor uns verrät uns, dass die Konditorei täglich auf Facebook (also im Internet) ein Codewort posted. Wenn man dieses im Laden nennt, kriegt man pro Person einen Cupcake kostenlos. So kriegen wir neben Chocolate², Lemon Blossom, Red Velvet und Hazelnut auch noch zwei „Cookie and Cream“ Cupcakes. Jede Sorte ist individuell, z. T. bunt mit Icing (Creme aus Frischkäse und Puderzucker) dekoriert. Leider sieht man die Cupcakes auf den Fotos nicht mehr in ihrer ganzen Schönheit, wir haben sie wohl verschüttelt…
Im Delikatessenladen „Dean & Deluca“ gönnen wir uns Baguette, Käse, Oliven, ein Krabbenküchlein und einen riesigen Truthahnfleischklops. Die paar Sachen kosten zwar mehr als wir sonst für ein gutes Abendessen zahlen – aber es lohnt sich, wie wir bald feststellen werden.

Doch zuvor kommt noch Gabi auf ihre Kosten. Georgetown ist für individuelle, ausgefallene Klamotten- und Schuhläden bekannt. Tom spielt auch ganz lieb mit (abgesetzt in tiiiieeeeefen Couchs und sonstigen Männerecken) und so kann Gabi in Ruhe Sachen anprobieren und findet tatsächlich auch was, das ihr passt und steht. Auch wenn im letzten Laden, Antropology, Toms Klamottengeschmack nicht abgedeckt wurde – schwärmt er regelrecht von der Vintage-Dekoration und besteht darauf, dass diese im Tagebuch erwähnt werden muss. Nachdem Ladenbesitzer Fotos ihres Ladens nicht so gern sehen, müsst ihr aber selbst her, wenn ihr euch ein eigenes Bild machen wollt.

Wir taumeln planlos aus dem Laden und merken, wir haben nicht den Straßenausgang genommen, sondern den Zugang zu einem Einkaufszentrum ala Nürnberger City Point. Nur dass dieses eine noble Uraltvariante ist – und ausgestorben. So gut wie alle Geschäfte sind aufgegeben und die Atmosphäre ist irgendwie morbid-charmant. Die glorreichen Zeiten sind noch aufgrund der goldenen Ornamente zu erahnen, doch der Zahn der Zeit und Staub bedecken alles mit einem Schleier der Vergänglichkeit….

Wir reißen uns los, denn die Mägen knurren und Gabis Jagderfolg muss mit einem Picknick gefeiert werden! Wir genießen die schöne Aussicht am Kanal und die leckeren Sachen, fahren jedoch anschließend zurück ins Hotel, um uns ein bisschen aufzuwärmen, denn heute ist es nochmal deutlich kühler.

Einen Kaffee und ein Nickerchen später stürzen wir uns noch leicht verschlafen auf ein Museum unserer „Must see“-Liste. Das Naturkundemuseum ist angeblich das größte der Welt und Toms Lieblingsmuseum hier in Washington. Es liegt natürlich auch an der Mall. So bestaunen wir Dinosaurierknochen und längst ausgestorbene Tierarten und sinnieren über den Beginn der Menschheit. Alleine die unglaublichen Versteinerungen sind den Weg hierher wert! Wir begeistern uns über die lange Zunge von Giraffen und wissen jetzt, wie sich Anacondas fortpflanzen. Wir sehen Meteoriten und Edelsteine und enden schließlich platten Fußes auf einer Bank. Doch nur die Öffnungszeiten hindern Gabi daran, Tom noch in das nächste Museum auf ihrem Programm zu schleppen. So geht es zurück ins Hotel und Gabi kommt wieder nicht zu ihrem Abendprogramm. Doch ganz bestimmt morgen, oder???

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