19.05.2012: Oh what a perfect day

Vom Abendessen über den Nachtisch im B&B (ein für die Gäste gebackener Schokokuchen erwartet uns am Abend im Flur) zum Frühstück: Wir haben das ausnahmsweise für uns um 8 Uhr geordert, denn Gabi hat ihre Pläne. An liebevoll dekorierter Tafel werden uns zur Schmusemusik erst Früchte und ein Pina-Colada-Muffin, dann ein gehaltvolles Soufflee mit Eiern, Käse und Schinken gereicht. Super lecker und genau in die Wochenend-Diät passend 😉 Gabi schafft trotz größten Bemühens ihren Muffin nicht, und da Tom begeistert den Geschmack der Muffins angepriesen hat – packt Robin ihm auch noch einen für unterwegs ein….

So gestärkt geht es bei strahlend blauem Himmel schon um 9 Uhr auf die Landstraße, denn Gabi will früh am Cave Point im Whitefish Dunes Statepark sein. Denn die fotogene Szenerie macht sich auf Toms Fotos halt nun mal besser ohne Horden von anderen Touris. Überzeugt euch unten selbst wie schön es dort ist… Gabi ist überzeugt, dass wir gerade noch rechtzeitig dort waren – auf der geplanten Wanderung treffen wir dann aber kaum jemanden. Die Wanderung führt über lichte Waldwege, eine schöne wilde Heidefläche, einen Sanddünenbereich mit Aussichtsplattform zum wunderschönen Sandstrand. Aha! Dort sind die anderen Touris! Wir lassen uns von den Sonnenhungrigen nicht stören und wandern barfuß am Wasser entlang zum Auto zurück. Ein Wort zur Wassertemperatur:    B e t ä u b e n d !!!

Immer an der Ostküste geht es Richtung Leuchtturm. Leider müssen wir an einer Bäckerei anhalten, die im Reiseführer angepriesen ist. Ein weiterer Muffin und ein Cookie finden den Weg in unser Auto. Nach ein paar Minuten duftet der Innenraum des Autos unwiderstehlich. Gabi, vor 2 Minuten noch pappsatt: „Man müsste von diesem Geruch ein Foto machen können“ – zu eurem Glück geht das noch nicht und so bleibt euch das Riechen ohne zugreifen zu können erspart.

Der Cana Island Leuchtturm ist nicht nur abgelegen, ihm fehlt sogar ein Parkplatz, so dass die Autos der Straße entlang parken. Über einen Damm lässt man dann auch jegliche andere Zivilisation hinter sich, und wird (nachdem man um einen gesalzenen Eintritt erleichtert wird) Teil der ruhigen Idylle, die den weißen Leuchtturm umgibt. Die Aussicht von oben ist ganz nett aber ist nichts im Vergleich mit dem Gefühl auf der kleinen Insel herumzustreunen. Der völlig weiße Strand besteht hier nicht etwa aus Sand, sondern aus zermahlenen Muschelschalen.

Doch wir müssen weiter, Gabi hat ja ihren Plan, der der Sonne folgt. Das heißt, da es jetzt schon nach Mittag ist, müssen wir die Ostseite der Landzunge verlassen und die Westseite erkunden. Also einmal quer rüber kutschiert und in Sisters Bay angehalten. Dort gibt es 2 Sehenswürdigkeiten. Die Schafe auf dem grasbewachsenen Dach eines schwedischen Restaurants (die sich nicht blicken lassen) und schon wieder eine Bäckerei. Also beißen wir in den sauren Apfel und essen wieder mal was. Wir lassen uns ein Sandwich machen, das wir mitnehmen und auf einer Bank am Pier in der mittlerweile fast schon brennenden Sonne genießen. So blauen Himmel wie heute haben wir selten erlebt. Am Pier tummeln sich Teenies im Badeanzug, von denen zwei tatsächlich ins Wasser springen. Um kurz darauf zu schreien: „OMG! This was so stupid! I’m freezing!“ Endlich mal nicht hungrig fahren wir weiter.

Im nächsten Ort, Fish Creek, halten wir am Anderson Dock, wo es eine über und über mit Graffiti beschmierte Scheune zur überregional bekannten Berühmtheit geschafft hat. Im gegenüberliegenden Shop verliebt Tom sich in einen Schmetterling. Gut, dass die Leute hier nicht die Preisvorstellungen von Chicago haben. So machen wir das ein- oder andere Schnäppchen für wenig Geld. Wenn ihr mal dort seid, solltet ihr in diesem Laden auch etwas kaufen, um die Besitzer zu unterstützen. Viele andere Läden öffnen erst nächstes Wochenende am Memorial Day und ignorieren völlig, dass der Frühling dieses Jahr schon sechs Wochen früher eingesetzt hat.

Gabis letztes Ziel für heute ist der Peninsula State Park, der auf uns mit einer tollen Wanderung und einem Aussichtsturm wartet. Nicht dass wir vor der Wanderung gewusst hätten, worum es dabei geht, denn Gabi hat sie alleine des netten Namens wegen (Eagle Trail) und ihrer Länge wegen ausgesucht („Ach, diese Beschreibungen sind eh immer unaussagefähig“). Doch wir haben Glück. Aus dem anfänglich sich eher als wildromantisch andeutenden Wildtrampelpfad wird bald ein halbwegs fordernder Klippenweg, der uns an den plötzlich von rechts anspringenden Steilklippen und dem tiefblauen Lake auf der anderen Seite entlang führt. Ganze Gruppen an Bäumen balancieren auf Felsvorsprüngen und der Boden ist über und über mit Blumen übersät. Am Ende gibt es nochmal einen kurzen Aufstieg, und schon haben wir das Auto wieder erreicht (dank Toms Orientierungssinn). Den Ausschilderungen, die zwischen Adlern, blauen Wanderern und Pfeilen hin- und her springt, kann man es nicht zugute schreiben. Wir klettern natürlich noch die 75 Fuß auf den Aussichtsturm und genießen den Bilderbuchausblick.

Müde wie wir sind gibt es keine Experimente zum Abendessen. Wir gehen ins gleiche Restaurant wie gestern und lassen uns dort verwöhnen. Dann ist der Tag auch schon um, denn uns fallen die Augen zu noch ehe wir bis drei zählen können.

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