27.04.12: Eine Rede, die Vierte

Als Nachtrag hier noch ein Bericht über die letzte Rede in meinem College-Kurs. Diese Rede war der „Höhepunkt“ dieses Semesters, da wir ca. 9 Minuten reden mussten und jeder Kursteilnehmer ALLE Redner beurteilen musste. Im Gegensatz zu den vorherigen, rein informativen Vorträgen war diese auch eine „Rede, um den Zuhörer zu überzeugen“. Wie vorher gelernt, mussten wir natürlich unsere Inhalte mit mindestens drei Quellen belegen, sowie vorher selbst eine Umfrage unter den Klassenkameraden durchführen, deren Ergebnisse in die Rede einzufließen hatten.

Das Thema ist mir ja spontan eingefallen: „Nehmt wieder verwendbare Tüten bzw. Einkaufskörbe!“ Ich wundere mich beim Einkaufen JEDES MAL, dass jeder den Supermarkt mit einem Einkaufswagen voller Plastiktüten verlässt. Wie häufig spricht mich jemand an: „Ihr Korb ist ja toll, was für eine nette Idee“. Es werden auch wieder verwendbare Tüten in den meisten Läden gekauft – aber genutzt werden solche vielleicht von 5 Prozent der EinkäuferInnen. Die Plastiktüten sind hier ja auch überall noch umsonst zu bekommen. Der Umweltgedanke ist wohl noch nicht so sehr im Alltag verankert wie in einem Deutschland, das schon den Kiddies im Kindergarten das Mülltrennen nahe legt. Meine Studenten haben so auch völlig unterschätzt, wie lange eine Plastiktüte braucht, um sich in der Erde vollständig zu zersetzen: Bis zu 1.000 Jahre! Hier könnt Ihr die weiteren Fragen lesen.
Survey

Meine Nachforschungen zum Thema haben unter anderem ergeben, dass in den USA jährlich 102 Milliarden Plastiktüten verwendet werden, von denen nur etwa 12 Prozent recycelt werden. Das sind pro durchschnittlichem Haushalt 1.000 Plastiktüten. Und auch Papiertüten sind nicht besser, auch wenn sie aus einem erneuerbarem Rohstoff sind: Die Produktion von Papiertüten braucht mehr Wasser und Energie als die von Plastiktüten, und Papiertüten gehen schneller kaputt, sind also nicht so gut wieder verwendbar. All diese Informationen habe ich dann zusammengefügt und mit Emotionen, erschreckenden Bildern (PowerPoint), Überraschungseffekten, Celebrities und einem Flyer aufgemotzt, um mein Zielpublikum, durchschnittlich 20 Jahre, zu erreichen. Daher bitte nur nachsichtig schmunzeln, wenn ich als Argument verwende, dass auch Rihanna oder Angelina Jolie ihre Tasche mit zum Einkaufen bringt! Immerhin stimmt es, ich habe entsprechende Artikel online gefunden! 😉

Besonders schön war das Durchlesen der Auswertungen meiner Mitstudenten. Da merkt man, was so hängen bleibt. Ich zitiere: „Wieder verwendbare Tüten sind der Schlüssel zur Umwelt“ (hä?) „Ich werde mir eine 99 Ct.-Tüte kaufen!“ „I was a swing-vote – I was happy to make a change“ „Schildkröten sterben durch Plastiktüten“. (Äh ja, doch das ist nicht das Hauptproblem…) Wenn Ihr heute noch nicht überzeugt wurdet: Hier ist das Video.

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2 Antworten zu 27.04.12: Eine Rede, die Vierte

  1. Tom Jachmann schreibt:

    Ich war ja schon vorher davon überzeugt, aber seit Deiner Vorbereitung und nachdem ich die Rede auch mehr wie einmal hören durfte ist es fast zum Fanatismus bei mir geworden Plastiktüten zu vermeiden – was nicht immer leicht ist, wenn der Einpacker an der Kasse (ja so was ist hier in USA üblich) kaum oder kein Englisch spricht – oder das Problem nicht mal verseht (alles in Plastiktüten verpacken will und DIE dann in den Korb packen will)!

  2. Tom Jachmann schreibt:

    Achja, nachdem mein Streber-Gabi es natürlich nicht selbst schreibt hat sie volle Punkzahl für die Rede bekommen und damit eine sourveräne Note 1 in der Klasse (so wie auch in der Projektmanagement klasse)

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