04.07.2012: Wir treffen auf Verrückte

Heute ist unser zweiter arbeitsfreier Wochentag dieses Jahres. Der amerikanische Unabhängigkeitstag wird mit Feuerwerken gefeiert – nur nicht wenn es so brütend heiß und trocken ist, dass die Feuergefahr die verantwortlichen Behörden zu Absagen zwingt.

Der Nachrichtensprecher meint, wir befinden uns erst mitten in der Hitzewelle, die mit etwa 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit zuschlägt. So überlegen wir 2x, ob wir an unserem ursprünglichen Plan für heute festhalten wollen: Wanderschuhe einlaufen! Doch wenn Gabi sich was in den Kopf gesetzt hat… So wollen wir zumindest der größten Hitze aus dem Weg gehen und starten am freien! Tag schon um 6:15 Uhr früh Richtung Matthiessen State Park. Der ist – natürlich – 2 Stunden Autofahrt entfernt nähe des Starved Rock State Parks, wo wir ja schon 2x Spaß hatten…

Der letzte Blick aufs Thermometer vor dem Loslaufen am Parkplatz verrät: Es hat bereits 28 Grad… Es ist kaum ein Lüftchen zu spüren. Sind wir wahnsinnig? Außer uns sind auch nur zwei weitere Autos am Parkplatz… Naja, haben wir die Natur wenigstens halbwegs für uns… Wunderbar! Die Attraktion des Parks sind viele ineinander übergehende Canyons, die sich wie ein Riss im Boden durch die Natur zieht. Erst wandern wir an deren oberen Kante entlang, um dann über Treppen in die Canyons abzusteigen und diese zu erkunden. Hier unten ist es unglaublich friedlich und still, wir sehen Kröten, Schildkröten, Fischchen und anderes Getier. Einige wenige Wasserfällchen stemmen sich noch gegen den allgemeinen Trend der Austrocknung, der ihre meisten Kollegen schon heimgesucht hat.

Der südliche Teil der Canyons endet in einer riesigen licht-durchfluteten Halbgrotte, in die ein kleiner Wasserfall stürzt und das einfallende Sonnenlicht ein tanzendes Spektakel an die Felsenwände zaubert. Als wir an dieser Grotte ankommen, sehen wir vor uns ein Rudel an Menschen, ihre Rufe hallen vielfach verstärkt von den Steinwänden wider. Zum Glück verlässt die Truppe kurz nach unserem Eintreffen den begehrlichen Ort, so dass wir die Szenerie ganz für uns alleine haben. Liegt es etwa daran, dass wir mittlerweile vor Schweiß triefen und bestimmt auch schon ein klein wenig müffeln? 😉 Uns jedenfalls gefällt die Ruhe.

Auf dem Rückweg bewundern wir noch „Devils Paintpot“, ein kleines Flüsschen das aus einem Canyon kommt. Das Wasser dieses Baches leuchtet komplett ockerfarben und glitzert in der Sonne. Gegen Mittag am Auto angekommen, hat es 34 Grad und wir kleben am ganzen Körper. Die Schuhe sitzen wie angegossen (der Schweiß? 😉 ) und so ist auch das Tagesziel heute erfüllt!

P.S. Nun sind etwa 40 Autos am Parkplatz und es kommen noch mehr nach. WIR sind zwar verrückt, bei einem solchen Wetter zu wandern, doch wir befinden uns in GUTER Gesellschaft!!!

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