Montag, 23.07.2012: Von sonnig zu windig – richtig windig

Weiter geht es nach St. Mary, das Osttor zum Glacier National Park, unser drittes Naturhighlight dieses Urlaubs. Als erstes steuern wir allerdings den am wenigsten touristisch erschlossenen Teil des Parks an, die Two-Medicine-Region. Auf dem Weg dorthin halten wir in Browning bei einem Indianermuseum, um nicht nur Natur, sondern auch ein wenig Kultur zu erleben. Beim Aussteigen weht es uns – bei Sonnenschein und mehr als 25 Grad Celsius – schier weg. Heute scheint ein stürmischer Tag zu sein. Beim Schmarren mit dem Native American beim Bezahlen der Eintrittskarten erfahren wir, dass dieser Wind hier ganz normal ist. Aber warum ein Indianermuseum? Weil wir uns im Blackfeet Reservat befinden. Das Museum erzählt die (traurige) Geschichte der Indianer der Großen Ebenen der USA (eben Region Montana, North-/South Dakota etc.) Wir informieren uns über das Leben dieser Indianer, deren Kleidung, Rituale und Geschichte.

Von dort wollen wir zur Wanderung des Tages, als wir in einen Bärenstau geraten. Schnell raus aus dem Auto und den Problembären fotografiert: Er durchsucht einen Müllsack. Bevor wir ein richtig gutes Bild schießen können, erschreckt sich das Vieh und haut ab. Gut für uns, so können wir zu unserer Wanderung aufbrechen. Wenn da nicht das Bötchen wäre, das erst in 90 Minuten über den Two-Medicine-Lake führt. So quetschen wir noch eine ewig lange Wanderung zu den Running-Eagle-Wasserfällen in unser Programm – kaum sind wir angelaufen, sind wir auch dort. Ein dünnes Rinnsal fällt von oben über die Steinkante und wird verschluckt von einem monströsen Wasserfall, der wenige Meter tiefer aus dem Gestein herausschießt. Sozusagen zwei Wasserfälle zum Preis für einen.

Wir fahren mit der vorletzten Fähre über den See und erfahren, dass wir für unsere 4-Meilen Wanderung nicht einmal 2 Stunden Zeit haben, um das letzte Boot wieder zurück zu erwischen. Unser Ziel ist der Upper Two Medicine-Lake. Landschaftlich toll gelegen, meilenweit weg von jeglichem Motorenlärm, ein beschaulicher Ort zum Meditieren – wenn wir Zeit hätten. Unseren Weg legen wir in leichtem Laufschritt zurück. Fotostopps sind nur erlaubt, wenn man danach halb rennend wieder die Lücke zur Gruppe schließen kann. Dann liegt er vor uns, ein kleiner, schöner Bergsee. Dann liegt er vor uns, ein kleiner, friedlich-schöner Bergsee. Haben wir es geschafft? Dann schnell zurück. Zum Glück schaut Alex nochmal auf die Karte und stellt fest, dass das noch gar nicht der eigentliche See ist auf den wir zu gesteuert haben;-) Also nochmal über den nächsten Hügel. Dann liegt er vor uns, ein etwas größerer, friedlich-schöner Bergsee. Diesmal haben wir es wirklich geschafft! Wir schlängeln uns durch mehrere Dutzend schweigender, meditierender Jugendlichen (die anscheinend mehr Zeit haben) zum Strand des Sees, um das Bergpanorama für nicht mal fünf Minuten zu genießen, bis es flott, fast im Laufschritt zurück geht. Nachdem es bergab aber schneller geht, haben wir doch noch Zeit, einen Abstecher zu einem Zwillingswasserfall zu machen. Spätestens hier outet sich Alex als Wasserfall-Fan(atiker).

Wir erreichen die Fähre noch rechtzeitig, um dort von einem Rudel Moskitos überfallen zu werden. Bald geht es aber zurück zum Auto und mit diesem zu unserer Unterkunft in St. Mary. Die kleine, schnuckelige Hütte die uns hier erwartet, erbebt unter dem brausenden Wind, der an dem kleinen Hügel weht. Hier ein Auszug der Antworten auf häufig gestellte Fragen, die wir im Begleitordner des Motels finden: “No: The wind has never blown like this before.”

Gut, dass die Besitzerfamilie gleich nebenan noch ein Cafe betreibt, in dem man auch ein Dinner kriegt. Wir kämpfen uns den kurzen Weg durch den Sturm dorthin, um in einen wirklich süß eingerichteten Raum zu treten. Stimmungsvoll sind Wildwestdeko und Farmersgeräte dekoriert. Das Essen wird unter anderem “familystyle” serviert, was heißt, dass es in großen Schüsseln serviert wird. Gut gesättigt von der Hausmannskost kann Gabi der Spezialität des Hauses trotzdem nicht widerstehen und genießt mit Alex zusammen einen Icecream-Pie mit Huckleyberries – einer Verwandten der Blaubeere, DER lokalen Beere, die nicht kommerziell angebaut werden kann. A Draum! Danach Kommentar Gabi: Mei, etz is mir kalt. Wir stapfen (Gabi: rollt) zurück zur heulenden Hütte und versuchen trotz der Geräuschkulisse in den Schlaf zu finden. Gabi braucht Ohrstöpsel. Alex verzichtet, träumt aber, dass das Auto von verschiedensten Dingen, die der Wind anbläst, aufgespießt wird.

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