18.09.2012: Die Hubbel(s) nach den Bubbles

Unser Übernachtungsort hat genau EINE Bäckerei. Und was wir auf den ersten Blick sehen sind blechweise süße Teilchen. Doch auf Nachfrage kriegen wir auch Sandwiches (nicht so dolle) zu ein paar süße Teilchen (lecker). Plus natürlich Kaffee für Gabi. Nachdem der Energietank wieder voll ist, können wir in den Tag starten, denn dieser hat Toms Lieblingswanderung aus seinem einzigen Urlaub in dieser Gegend (zusammen mit Uwe) im Gepäck: Die Ersteigung des Beehives, so heißt der erste Hubbel des Tages. Wobei ersteigen hier fast noch verniedlichend ist, es müsste eher erklettern heißen. Und zwar immer an der Abrisskante entlang, steil nach oben. Mehr Höhenmeter als erwanderte Meter. Höhenangst darf hier nicht aufkommen, wenn man über ein Eisengitter – unter einem der Abgrund – steigt. Als Hilfe werden des öfteren Metallgriffe und Leitern angeboten, die Robert jedoch nach einem blöden Kommentar von Tom rigoros ablehnt und wie eine Bergziege immer weiter nach oben klettert. Belohnt werden wir mit tollen Blicken auf den Sand Beach (einen lang gezogenen Sandstrand) und die Küste unter uns, alles in schönster Morgensonne – jetzt wird jedem klar, warum Tom die Wanderung unbedingt am Morgen machen wollte. So genießen wir oben angekommen erst mal die Szenerie auf dem warmen, nackigen Felsplateau. Als wir weiter wandern, stoßen wir noch auf der Hochebene auf einen friedlichen Bergsee, bei dem wir nochmals pausieren – weils einfach schee ist. Danach geht es zurück zum Auto, aber nur um uns noch den kleinen Wurfball zu schnappen mit dem Robert und Tom dann am Sand Beach die maximale Weite ihrer Wurfarme austesten. Und das coole daran war, dass der Ball je nach Höhe vom Wind verweht wird, dieser also in die Würfe mit einberechnet werden muss. Als uns „langweilig“ wird (andere würden sagen „uns der Arm abfällt“) erkunden wir das andere Ende des Strandes, von wo aus ein Wanderweg auf den dort befindlichen Hügel führt. Diesmal haben Gabi und Robert aber nur ihre Schlappen an, so dass wir trotz ihrer akrobatischen Balanceeinlagen auf dem nackten Felsen doch irgendwann umdrehen. Wieder am Strand angekommen hat die Flut eingesetzt und unser Weg führt durch eine Überspülung des Strandes der einen abgeschnittenen See hinter dem Strand speist. Für uns natürlich kein Problem.

Wir fahren die Einbahnstraße an der Küste weiter entlang bis zu sogenannten Thunderhole, Robert: „wäre fast gut gewesen. Roaring Sound und hochspritzende Gischt klingt doch schon mal nicht schlecht“. Wir haben es halt leider nur nicht erlebt. Denn unser Timing war einfach nicht gut. Vermuten wir. Den Beweis, dass das Thunderhole seinem Namen in letzter Zeit mal alle Ehre gemacht hat, haben wir auch nicht. So lungern wir dort ein bisschen herum, sehen auch tolle Wellen an die schroffe Steinküste rollen, nur das war es auch schon. So fahren wir also wieder etwas weiter – diesmal zum Otter Point, wo die Küste noch schroffer ist und wir uns einfach ein bisschen umschauen wollen. Sofort fällt ein altes Ehepaar auf, das auf Klappstühlen an der Klippe sitzt und keine 2 Meter von ihnen entfernt eine Möwe die sie beobachtet. Ist das eine Plastikmöwe? Das nicht, aber scheinbar gut dressiert, denn irgendwann sehen wir wie irgendwelche Leckerli den Besitzer ähhh Schnabel wechseln.

Wir beschließen, dass uns die Gegend heute reicht und fahren wieder mal rüber nach Soutwestharbor. Tom und Uwe hatten hier vor Jahren einen unglaublich leckeren Blaubeerkuchen gekauft. Als wir in der Bäckerei ankommen sind leider schon alle Kuchen verkauft und so bleibt es Robert nur eine Pizza als Snack zu bestellen. Diese ist super lecker, stellt sich aber als so scharf heraus, dass Gabi (die ein Stückchen probiert) aus dem Schluckauf fast nicht mehr herauskommt. Wir beschließen einen Kuchen für Morgen früh zu bestellen und raffen uns doch noch zu einer Wanderung auf. Wir sind jetzt schon mehrfach am Wegweiser zum Parkplatz für den Beech Mountain vorbeigefahren und dieser taucht in einer von uns ausgesuchten Wanderbeschreibung auf. Tom und Gabi hätten den Tag ausklingen lassen, aber Robert schüttelt uns noch mal wach (wir vermuten dass die scharfen Banana Peppers da irgendwie eine Rolle gespielt haben). So fahren wir also die lange Straße zum Beech Mountain bis zum Ende wo sich der Parkplatz befindet, wandern sogar ein paar Meter los, als wir die Beschreibung der Wanderung nochmal genauer lesen, nur um festzustellen, dass die beschriebene Wanderung eigentlich wo ganz anders losgegangen wäre – eigentlich fast genau neben dem Cafe, in dem wir noch vor kurzem waren. So improvisieren wir also eine Wanderung basierend auf einer groben topologischen Karte und einigen Wegweisern. Der Himmel ist mittlerweile stark bewölkt und ein heftiger Wind ist aufgekommen. Das einzige was uns von dieser Wanderung im Gedächtnis geblieben ist, ist der heftige kalte Wind am Feuerturm auf dem Gipfel. Ansonsten war die Wanderung alles andere als schlecht, aber im Schatten der Wanderungen davor und danach rangiert sie doch nur unter ferner liefen.

Zurück in unserem Inn laufen (nochmal zum mitsprechen: L A U F E N) wir zu einem kleinen Fischrestaurant am Ort, in dem wir dann auch essen. Wären wir gefahren, wäre es wohl wieder Southwestharbor geworden, so kämpfen wir uns als einzige Gäste durch den frittierten, fettigen Fisch. *Burp* Nur Gabi besteht darauf, dass ihr Fisch gegrillt war – dafür aber nicht weniger geschmacklos.

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