20.09.2012: Auf hoher See in Nussschalen…

„Ich kann meine Finger kaum noch schließen“. „Meine Arme tun höllisch weh“. „Mein Kreuz bringt mich um“. „Ich sterbe“. Was war passiert? Lest weiter…

Heute heißt es Abschied nehmen vom Acadia National Park. Einen Tag zu früh, wir hätten gerne noch den Dorr Mountain mit seinen Kletterpassagen gemacht, doch es ist auch gut immer noch etwas tolles unerreichtes zu haben für das nächste Mal.

Vom gestrigen Regenwetter ist absolut nichts mehr zu spüren. Ein besseres Wetter könnte man sich heute nicht wünschen. Und es ist auch völlig windstill. Wir brechen früh auf, Gabi nur mit einem wässrigen Kaffee (eher nur ein Kafe :-)) etwas brummelig und einsilbig. Und es ist gar nicht so einfach etwas zum Frühstücken zu finden – nein, wir wollen nicht schon wieder zur bereits als nicht so doll identifizierten Bäckerei. So fahren wir aus der Halbinsel von Acadia heraus und finden dort in einem Einkaufladen ein belegtes Baguette für Robert und ein süßes Teilchen für Gabi („das war eine Zimtschnecke“). So gestärkt fahren wir auf die Blue Hill Peninsula (der Halbinsel der blauen Hügel). Diese Gegend ist „Off-the-beaten-Tracks“ beschrieben und hier ticken die Uhren wirklich etwas langsamer. Unser Ziel ist Ocean Adventure, ein See-Kayakverleih, den Uwe noch gut kennen sollte. Für alle außer Tom ist Seekayaken eine neue Erfahrung. Um etwas zu Schlaubischlumpfen: Die Einzelkayaks haben zwei Fußpedale mit denen man ein Ruder am Heck steuern kann und damit mit dem entsprechenden Feingefühl die Richtung des Kayaks beeinflussen kann.

Wir entscheiden uns für Einzelkayaks UND die 4h Route die vom Verleiher vorgeschlagen wurde. Diese sieht etliche offene Meer-Passagen als auch Rudern zwischen kleineren Inseln vor. Die Küste hier ist völlig zerklüftet mit vielen vorgelagerten Inseln und Inselchen. Mal so groß, dass keine 5 Personen darauf stehen könnten, mal große genug für ein Häuschen oder ein kleines dichtes Wäldchen.

Aufpassen muss man vor allem beim Queren der Schiffspassagen, denn manche Bootführer scheren sich nicht darum, ob sie Kayakfahrer in Probleme bringen und erzeugen hohe Wellenberge (besonders der Captain von „Rumor has it“ versenkt erst fast Tom und dann auf dem letzten Stück zurück zum Verleih fast noch Gabi. Um mit den Worten eines Angestellten des Bootvermieters zu sprechen „He is an A-hole“.

Diese zwei brenzligen Situationen mal ausgenommen haben wir unglaublich viel Spaß und erst steigt Robert auf einem Mini-Inselchen aus und birgt eine angeschwemmte Boje, dann auf einer größeren Insel auch Tom, wo wir aus Dutzenden angeschwemmter Bojen uns das beste Mitbringsel aussuchen können.

Alles kein Problem. Bis zu dem Punkt wo Gabi schon in Sichtweite des Heimathafens unbedingt auf die Toilette muss und wir an einer Insel anlegen und sie aussteigt. Sie ist „am Klo“, als schwere Wellen das leere Kayak von Gabi und Toms Kayak, der versucht Gabis zu halten immer höher auf dem Strand schieben bis schließlich die Wellen Toms Kayak fast umwerfen und er aus dem Boot klettern muss. Das Einsteigen bei der Brandung sorgt dann dafür, dass Tom ungewollt Baden geht – so kurz vor dem Ziel… #$%&!

Wir kommen aber dann irgendwann am Ziel an, besonders Gabi, die sich die ganze Strecke tapfer durchgeschlagen hat mit schmerzenden Armen, Händen – naja eigentlich tut uns allen so ziemlich alles weh… wo Robert noch sagt er hält die Hände zum Kühlen ins Meerwasser sind Gabis Blasen an den zarten Händchen schon längst aufgeplatzt und vom Salz des Meeres ausgebrannt.

Auf dem Rückweg finden wir einen kleinen Diner in Deer Isle, einen Kaff das aus kaum mehr als dem Restaurant besteht. Der Laden ist auf seine Art urig, hier wird von warmem Essen über Eiscreme bis hin zu XXL-Shirts (das sich Robert fast gekauft hätte) fast alles angeboten. Wir jedoch sind extrem angetan von den Fisch-Burgern (Gabi und Tom) sowie einer weiteren Lobster Roll (Robert). Extrem lecker!

Danach stehen noch einige Stunden Fahrt auf dem Programm, heute gilt es den ersten Teil unserer Transition nach New Hampshire zu erledigen. Zumindest bis Augusta schaffen wir es noch, doch wir alle sind so müde, dass wir auf der Stelle einschlafen könnten. So checken wir mit einer Pizza für den Resthunger im Motel 6 des Ortes ein, essen, schauen fern gehen bald schlafen. Denn am nächsten Tag geht es im Frühtau zum Berg… *gähn*

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