24.09.2012: Zurück in die Großstadt

Unsere Hausherrin verwöhnt uns zum Frühstück mit selbst gemachtem Bananenbrot, Joghurt, frischem Obst und leckerem Apfelsaft. Leider sind sonst nur süße Sachen auf dem Tisch, so dass Tom leer ausgeht. Gabi und Robert jedoch lassen es sich schmecken. Mit 2/3 vollem Bauch geht es mit Unterbrechungen auf die Rückfahrt Richtung Boston.
Unterbrechung Nummer 1 ist eine bilderbuchhafte Kulisse an einem See, in dem sich weiße schmucke Häuschen spiegeln. Dazu kommen die immer farbiger werdenden Bäume. Toms fotofixiertes Herz schlägt höher…

Unterbrechung Nummer 2 ist ein Shaker-Freiluftmuseum. Die Shakers sind eine christliche Glaubensgemeinschaft, die sich von den Quakern abgespalten haben. Sie leben, von Effizienz und Einfachheit geprägt, als Dorfgemeinschaft zusammen. Dabei sind Männer und Frauen getrennt im Alltag- und Arbeitsleben. Gottesdienste und Feiertage wurden jedoch gemeinsam begangen, dabei gab es viel Gesang und Gebete/Predigten, wovon sich der Name „Shaker“ ableitet: Eine Art Ekstase-Anfall vor Begeisterung, der die Gläubigen scheinbar kollektiv erfasst. Aha. Wenn Ehepaare aufgenommen werden wollen, müssen sie alle Intimitäten aufgeben und leben auch nicht mehr unter einem Dach. Die Museumsgebäude in Hankock sind ein Teil eines größeren Dorfes mit 300 Seelen, die dort zu den Blütezeiten des Dorfes gelebt haben. Leider ist die Ausstellung etwas verstaubt und die Gebäude wirken recht lieblos, die Außengelände sind nicht wirklich in Schuss gehalten. In den Häusern sind allerdings im Stil der Shaker gekleidete Mitarbeiter, die uns über viele Alltagseinzelheiten informieren. So sind die Shaker durchaus wirtschaftlich erfolgreich, innovativ und handwerklich äußerst geschickt. Auf Bildung und das Erlernen von vielen verschiedenen Fähigkeiten-Berufen wird viel Wert gelegt, alles natürlich zum Wohle der Gemeinschaft. Privaten Besitz hat man als Shaker nicht. Gabi war besonders beeindruckt vom Dorfofen, der gleichzeitig 70 Kuchen fassen konnte. Sogar mit Möglichkeit, den Inhalt immer wieder anders zu positionieren, damit er gleichmäßig durch wird. Die waren/sind echt findig, diese Shaker.

Robert und Tom haut das Ambiente bei den Shakern nicht vom Hocker und so geht es ziemlich schnell weiter. Nach einem Burrito-Stopp in der Hauptstadt Concord von New Hampshire fahren wir schnurstracks zurück Richtung Boston. Wir parken an der Endhaltestelle einer U-Bahnlinie und stürzen uns ins lebhafte Getümmel Bostons.
Boston hat ja Gabi geplant und so übernimmt sie hier die Führung. Oder besser gesagt, sie hat daheim sorgfältig Führungsvorschläge aus einem Reiseführer ausgesucht, die wir nun dabei haben. Der Unterschied? Klar, Gabis Orientierung und Kartenlesen sind so eine Kombination, die schon klappt – wenn man etwas Geduld hat und auch mal in Kauf nimmt, ein paar Meter zurück zu laufen. Geduld und Tom sind die andere Sache, also könnt Ihr Euch selbst einen Reim darauf machen, wie es so ist, wenn keiner der Jungs die Karte nehmen und somit die Richtung ansagen will 😉

Gabi führt also durch Beacon Hill, das ist ein sehr alter und von Anfang an schwer reicher Stadtteil, in dem die alten Häuser im viktorianischen Stil und Jugendstil stehen geblieben und zum Großteil wunderschön renoviert wurden. Boston selbst ist eine der ältesten Großstädte Amerikas, gegründet 1630. In Bacon Hill sind die ältesten Häuser um 1800 gebaut, überall sind noch die alten Pflasterstein-Gehwege erhalten und in ein paar Gassen ist sogar der Straßenbelag original (oder immer wieder restauriert). Selbst Tom, der schlimme Vorurteile gegenüber Boston hat, muss zugeben, dass der Stadtteil Charme hat! Er geht für Pflastersteinfluchten in die Knie und könnte sich in einer Straße sogar vorstellen zu leben. Gabi liest nach und findet heraus, dass diese eine der teuersten Plaster der Stadt ist – da muss Tom erst noch ein paar Monate schuften, bis er sich das leisten kann 😉

Nach einem Spaziergang durch den Boston Common, einem Park in dem überall Studenten und andere relaxte Zeitgenossen abhängen, gehen wir noch Burger essen. Besser gesagt genießt Robert seinen U-Cowboy-Burger (Robert: Yiehaa“), Tom verweigert „den geschmacklosen Fraß, die sollten mal zu Five Guys zum Essen gehen um zu verstehen was ein guter Burger ist“ und Gabi weicht auf Salat aus. Dieser ist lecker, aber nicht unbedingt recht viel weniger kalorienreich. Diese Amis machen gesunde Ernährung echt zu ’ner Herausforderung!

Den Abend beenden wir in unserem auswärts, an einer vierspurigen viel befahrenen Bundesstraße gelegenen Hotel. Gabi und Robert schauen Big Bang Theorie, eine witzige Sitcom, bis auch ihnen die Äuglein zufallen. Wieder ist ein ereignisreicher Tag zu En….chpühhh

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