06./13./20.01.2013: Tristesse und Blumenpracht

Ich habe ja nichts gegen den Winter – solange er ausbleibt. Doch meist so im Januar ist dann aber wirklich genug und es legt sich schon wie ein Schleier aufs Gemüt, zu wissen, dass die grüne Jahreszeit noch mehrere Monate weg ist – wir eigentlich gerade mal „Halbzeit“ haben im Zeitalter der Tristesse.

Die letzten Wochenenden sind wir immer in irgendwelchen State Parks spazieren gegangen und es finden sich durchaus auch im Winter nette Motive zum Fotografieren. Vor allem wenn man auf Braun-in-Braun oder Grau-in-Grau steht und eh schon immer diese Reizüberflutung mit all diesen Farben missbilligt hat. So sind wir mal im Half Day Forest Preserve unterwegs, mal im Independence Grove und angrenzendem Des Plains River Trail.

Hier Bilder vom Half Day Preserve:

Und hier vom Independence Grove:

Doch jetzt sind die Temperaturen drastisch gesunken und wir bibbern gerade etwas bei dem Gedanken uns draußen herum zu treiben. -3 Grad zeigt das Thermometer, das Handy verrät: Gefühlte -16 Grad. Dummerweise sind das Fahrenheit und das bedeutet, es ist A…kalt.

So entscheiden wir uns mal für eine Alternative und besuchen das Lincoln Park Conservatory, ein frei zugänglicher botanischer Garten in ehrwürdigen Glas- und Metallkuppelbauten die in den 1890ern gebaut wurden. Das ganze Gebäude schreit regelrecht „Charme“ und „Fotogen“. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Von der Pflanzen- und Blumenpracht mal ganz abgesehen, die sich uns offenbart (nachdem Gabis Brille und meine Kameralinse sich an die feucht-warme Luft gewöhnt hatten und wieder klare Sicht ermöglichten). Endlich mal wieder grüne Pflanzen, leuchtende Blumen, riesige Palmen, fleischfressende Pflanzen, Farne wie im Urwald. Hier spürt man die Liebe zum Detail und die viele Pflege, die in diese Gewächshäuser fließt. Wir sind begeistert. Erinnert ihr Euch noch an unsere Schwärmereien über den Botanic Garden in Washington D.C.? Dieser hier versprüht einen ähnlichen Charme.

Der Kontrast, als wir die Gebäude wieder verlassen, könnte nicht größer sein. So flüchten wir uns ins Auto und steuern das vietnamesische Viertel von Chicago um die Argyle Street herum an (so was nennt sich dann auch Up-Town). Hier habe ich irgendwo einen Restauranttipp ausgegraben. Pho 777. Nicht zu verwechseln mit Pho oder Pho 888. Wir treffen dort in der „toten Zeit“ zwischen Mittagessen und Abendessen ein und finden ein fast volles Restaurant vor. Wir bestellen vietnamesische Frühlingsrollen (kalt mit Shrimps), gegrillte Hühnchenspieße mit einer verboten-leckeren Erdnusssoße als Vorspeisen und als Hauptgerichte eine vietnamesische Nudelsuppe sowie ein Gericht mit frittierten Nudeln und viel Gemüse. Alles ist unglaublich lecker – wir sind beide von den Socken, besonders weil wir auch schon nicht so tolle Erfahrungen gemacht haben mit vietnamesischem Essen. Toller Tipp. Hier waren wir nicht zum letzten Mal.

Wo denn jetzt die Bilder von den tollen Blumen sind fragt ihr? Ja, da müsst ihr bis zum nächsten Eintrag warten…

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