22.01.2013 Tom wird noch älter

Schon Monate vor Toms Geburtstag zerbreche ich mir den Kopf – was könnte meinem Mann Freude bereiten, wie verhindere ich seinen Geburtstagsblues und wie zum Teufel schaffe ich es, den Geburtstagsmuffel zu einer Feier zu bewegen? Ich strenge mich ganz fürchterlich an und versetze mich gedanklich in seine Haut (hmpf, scho ganz schön alt diese Haut… 😉 ) – ok, los geht´s, ich bestelle Grill-Zubehör (super-männlich!), bemühe mich um Basketball-Karten (er ärgert sich ja so gerne über die Bulls) und buche ein Weinseminar (Lernen UND genießen gleichzeitig, da hab ich doch Extrapunkte verdient!). Doch damit nicht genug, ich wage mich in die Höhle des Löwen – aber rechtzeitig vor dem Geburtstagstief: „Schahatz, wir könnten doch an Deinem Geburtstag Essen gehen, vielleicht mit ein paar Deiner Kollegen?“ Tom sagt leichtsinnigerweise zu und ich schreibe eine witzige Einladung an ein paar seiner netten Leidensgenossen. Tatsächlich sagen auch 7 Kollegen zu, ein paar wollen sogar die bessere Hälfte mitbringen. NATÜRLICH will Tom schon 2 Tage vor dem Ehrentag alles wieder absagen und NATÜRLICH ignoriere ich diesen Wunsch hartnäckig – wo kämen wir denn da hin (außer in die Isolation)?

So bricht er also an, der Dienstag – und jetzt wechseln wir die Perspektive und Tom soll mal erzählen wie sich sein Geburtstag gemacht hat…

Also bis vor zwei Jahren habe ich Geburtstage ja einfach ignorieren können und das war alles nicht so schlimm. Der 40. letztes Jahr hat mir doch ziemlich zugesetzt. Ich dachte eigentlich der 41. wäre da wieder kein Problem. Allerdings muss ich feststellen, dass der 41. fast noch schlimmer ist, denn letztes Jahr konnte ich sagen „Ich bin fast noch in den Dreißigern“. Jetzt ist das amtlich nicht mehr möglich. Also einfach zurück zum „Ignorieren“? Tja das wäre alles ganz leicht wenn es da nicht das kleine (liebe) Teufelchen namens Gabi geben würde, die Geburtstage liebt, Geschenke zu verschenken und mich offensichtlich auch – will sie mich doch nicht in der Trübseligkeit versinken lassen. Sprüche wie „das ist doch alles nichts! Man is doch nur so alt wie man sich fühlt“ habe ich letztlich schon mehrfach gehört. Doch da kann ich nur sagen: Ohje. Schon vor Jahren stand ich bei Klaus (meinem damaligen Chef) im Büro und meinte ich würde – nach meinem derzeit gefühlten Alter – jetzt dann den Rentenantrag einreichen. Er meinte nur, ob ich den glaube wenn das ginge wäre er noch da…

Zurück zu heute. Meine Eltern haben ihren Anruf um 6:30 Uhr angekündigt. So klingelt also pünktlich um 6:18 Uhr das Telefon und die ersten Glückwünsche (nach meiner Frau) trudeln ein. Den Tag über bin ich mit meinem Leadership-Team in einem Workshop, den wir in Steves Haus verlegt haben. Irgendwann im Laufe des Vormittags kommt dieser plötzlich (nach einer Pause) in den Raum mit einem Obstkuchen und einer brennenden Kerze. Dazu singen alle und ich kriege von Steve sogar zwei Tüten mit Paprikachips 

Am Abend hat Gabi mich ja zu dem gemeinsamen Abendessen mit Kollegen überredet. So hetze ich also heim, ziehe mich um und treffe dieselbe Schar an Kollegen (sowie einige mehr) gleich wieder beim Cooper’s Hawk. Dort waren wir bis jetzt noch nicht. Dabei handelt es sich um eine Winzerei, die auch ein Restaurant betreibt. Wir kriegen einen runden Tisch und geben eine Flasche Sekt zum Anstoßen aus (aus der eigenen Winzerei – mit Mandelaroma) sowie eine Flasche Rotwein (ebenfalls selbst gewinzt) und zwei Vorspeisenplatten. Alles ist sehr lecker. Alle Essen auch noch Hauptgerichte (Gabis Nudeln lassen wir fast vollständig einpacken und teilen uns den von mir bestellten griechischen Salat). Weitere Flaschen Rotwein fließen durch den großen Glasdekantierer, der in einem Metallgestell als großer Glastrichter hängt – eher Show wie wirklich effektiv. Nette Gespräche entfalten sich.

Alle wissen, dass ich Gesang in einem Restaurant nicht ausstehen kann, was offensichtlich keinen interessiert, so dass der Kellner ein „Geburtstagsdessert“ für mich bringt (wieder mit Kerze zum Auspusten) und alle Happy Birthday singen… das war *ehem* *hüstel* *von der Vorlage ables* … Super! Genau.

Als es dann ums Zahlen geht, werden wir völlig übergangen und alle zahlen – ganz anders als geplant – UNSERE Sachen mit. Auch die, die WIR ja eigentlich ausgeben wollten… Das sei so in Amerika

Davon mal abgesehen war es nett mit den Kollegen Essen zu gehen.

Achso, da gibt es noch die Chefmütze zu erwähnen, die ich von meiner Frau zum Geburtstag bekommen habe und gleich auf ihren Wunsch hin am Morgen aufsetzen musste. Kaum geschehen konnte sie sich vor Lachen nicht mehr einkriegen und ich denke da kam sogar etwas Kaffee durch ihre Nase wieder raus.

Jetzt wo ich so weiter drüber nachdenke möchte ich auch noch Danke sagen für die tollen Gemälde und Karten die ich erhalten haben.

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