24.02.2013: Und der Oscar geht an ….

Ich (Gabi) gehe gern ins Kino. Oft. Mein trauter Ehemann schüttelt immer mit dem Kopf, wenn ich während den Trailern (Vorschau-Clips) bei fast allen Filmen sage: „Der interessiert mich“. „Da will ich rein“. Ob Drama, Thriller oder Komödie – ich bin dabei! Toms Filmhorizont ist da … sagen wir mal fokussierter 😉 Jedenfalls verfolge ich die Neuerscheinungen, zumindest die amerikanischen. Denn außerhalb von Millionenstädten sind in den Kinos so gut wie keine ausländischen Produktionen zu sehen. Wenn mal was gezeigt wird, dann natürlich nur mit Untertiteln – übersetzt werden Filme für den amerikanischen Markt nur dann, wenn sie echt massentauglich sind.

OK, auch wenn diese Erläuterungen rund ums Thema Kino in Amerika sicher hochinteressant (Tom: „Gähn“) sind – ich schweife mal wieder ab. Also zurück zum Anfang. Ich gehe gern ins Kino. Schon immer fand ich auch den Höhepunkt der (amerikanischen) Filmsaison, die Oskar-Verleihung, äußerst spannend. Ja, ich gebe zu, auch wegen dem ganzen Brimborium, dem roten Teppich und den tollen Kleidern. So war einer meiner Vorsätze für unseren US-Aufenthalt von Anfang an gesetzt: Tom: „Auf den roten Teppich zu kacken“. NEIN! Ich wollte auf eine Oscar-Party! Die letzten 2 Jahre aber habe ich mangels Gelegenheit und greifbaren Gleichgesinnten allein auf dem Sofa gesessen, ein Glas guten Weins in der Hand und mit gezittert oder vor mich hin gelästert. Tom hat sich an diesen Abenden demonstrativ nach oben zum Computer verzogen, nicht mal im gleichen Zimmer wollte er bleiben…

Doch dieses Jahr sollte alles anders werden! Nachdem die Mädelstruppe um Jane, unsere Ex-Dozentin sich ja nun monatlich trifft, hatte ich beim Januartreffen das Gespräch auf Kino gebracht und meinen Wunsch gebeichtet. Wunderbarerweise war sofort Zustimmung bei den anderen Expats da. Es kam noch besser- netterweise hat sich doch gleich Martina angeboten, die Party bei Ihr steigen zu lassen. Wir haben ja nur ein kleines Reihenhäuschen, daher war ich begeistert! Also Sonntag Nachmittag Tom überredet, mir mit einem Guacamole-Dip zu helfen. Gemüse geschnippelt, Nachos eingepackt und losgedüst.

Ich bin eine der ersten und schon ganz unruhig – das Starschaulaufen hat doch schon begonnen… Bald schwirrt das tolle Haus von Martina von lebhaften Unterhaltungen und ich muss feststellen, die wenigsten sind so wirklich an den Oscars interessiert. Doch alle genießen die vielfältigen, von der Gastgeberin zubereiteten oder mitgebrachten Leckereien und die weiblichen Gespräche, mal nicht gestört von ihren Kids. Martina hat den Tisch prachtvoll wie in einem alten Hollywood-Film gedeckt und ist die perfekte Gastgeberin. Wir stoßen erst mal an mit Sekt – das ist schon mal stilvoll (zumindest in meinen Augen, Amis trinken gern süßen Sekt als Nachtisch?!?) Sie ist happy europäischen Käse und Baguette anbieten zu können – das könnt Ihr jetzt vielleicht nur verstehen, wenn Ihr mal eine Zeitlang hier gelebt habt… Auch ich bin begeistert, esse mal wieder zu viel und freue mich an der guten Stimmung. Doch ich verfolge auch, zusammen mit Christine (ja, eine weitere Deutschsprachige in unserem Kreis, wir werden bald die Übermacht haben 😉 ) eifrig das Geschehen auf dem Bildschirm. Wir schätzen fast alle wichtigeren Entscheidungen richtig ein und ich bin auch mit den meisten einverstanden. Als Gastgeschenk bekommt Martina (sie ist Österreicherin) gleich 2 Oscars mit an diesem Abend: Christoph Waltz als Nebendarsteller (fand ich klasse in Django unchained – unbedingt rein gehen!) und Michael Haneke für den besten ausländischen Film (Liebe – Amour). In eben diesen Movie werde ich mich übermorgen mit der gleichen Mädelstruppe rein wagen, die Taschentücher gezückt und, wenn es ganz traurig kommt, Händchen haltend. Was tut man nicht alles, um mitreden zu können 🙂

Apropos: Amour läuft hier in der Originalfassung (französisch) mit englischen Untertiteln. Hab’s Euch ja gesagt – sogar ein Oscar hat ihm keine Übersetzung gebracht…

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