27.02.2013: Die Süßigkeiten und der liebe Zahnarzt

Heute wollen wir mal ein heikles Thema ansprechen. Zahnpflege. Oder besser deren Kontrolle und mögliche Auswirkungen beim jährlichen Zahnarztbesuch. In Deutschland läuft das meist so ab, dass neben einem Plausch mit dem Zahnarzt meine Zähne kontrolliert werden – wobei der Zahnarzt mit einem Metallkratzer die Zahnzwischenräume und meine Plomben aus der Jugendzeit untersucht. Danach immer dasselbe Spiel:  Zahnsteinentfernung mit Ultraschall, in den letzten Jahren noch ein Zahnreinigungspaket mit allem Drum- und Dran. Sanft, schonend, schmerzfrei. Soweit einfach mal um die Bühne zu bereiten.

Nachdem wir es letztes Weihnachten in Deutschland nicht zu einem Zahnarzt geschafft haben, hat Gabi uns jetzt hier einen Zahnarztbesuch verschrieben. Also fahren wir am Abend zu der Praxis in der Nähe. Der Zahnarzt muss ja „im Netzwerk“ sein, sonst zahlen wir besonders viel drauf. Wir müssen erst mal eine ganze Seite Fragebogen ausfüllen. Fragen wie „gefällt ihnen ihr Lächeln“ – so was beantworte ich nicht. Wie professionell ist das denn. Dann sollen wir die Behandlungspositionen schon mal vornweg unterschreiben („zahlt alles die Kasse“), als wir sagen, dass wir eigentlich nicht mit dem „routinemäßigen Komplettzahnundkieferröntgen“ einverstanden sind und denken das wir das nicht brauchen verschwindet die Sprechstundenhilfe und der Arzt in papageienfarbenem Arztkostüm erscheint. Er sei ja eher ein Künstler, jemand der das Problem eher holistisch angeht. Ohje. und bei mir würde man ja sofort eine einseitige Gesichtsverformung schon visuell feststellen. Ehrlich. Er würde auch eine Zahnuntersuchung und Reinigung machen, aber eigentlich sei er ja…. ja,ja wir haben’s verstanden. Und nein, wir wollen immer noch keine Röntgenaufnahme.  Danke der Nachfrage.

Wir sollen noch kurz warten. Dabei sehen wir, wie er versucht sein Geschäft anzukurbeln. Indem er seinen Patienten im Wartezimmer Kekse und Cookies anbietet. So was hat die Welt noch nicht gesehen. Also zumindest wir nicht.

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So gehe ich also nach einiger Wartezeit als erstes rein und werde erst mal 15 Minuten über meinen Kiefer aufgeklärt, und meinen Zahnversatz unten. Ich meine der käme von den Weisheitszähnen die nach der Korrektur raus gekommen seien. Er: Das sei so nicht ganz richtig… Ahja.

Irgendwann kontrolliert er dann meine Zähne – sähen gut aus. Keine Löcher. OK. Nur wie will er das ohne sie überhaupt berührt zu haben feststellen? Und dann der Zahnstein. Dieser wird ganz sanft mit … Ahhhhhhhhhhh einem Kratzer entfernt. Brutal weg gekratzt. Das hatte ich allerdings schon fast gedacht, nachdem mich Kollegen im Geschäft vor einem Jahr nur völlig verständnislos angeschaut haben, als ich von der „professionellen Zahnreinigung mit Ultraschall“ erzählt habe.

Und ich bekomme von ihm sogar noch zwei von ihm extra an mich angepasste Zahnaufsätze mit, weil ja meine Backenzähne zu kurz seien und meine Vorderzähne zu lang und … habe ich schon Ja-Ja gesagt?

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