25.05.2013: In der Marsch ist wieder mal Gabis Fahrrad im A…

Sorry für den Titel, aber das kommt heraus, wenn man Tom reimen lässt.

Wir haben ja unsere Räder dabei, die wir heute auch nutzen wollen. Nach einem reichlichen Frühstück im B&B, das in der Kategorie „gut“ landet (wir hatten einfach zu viele B&B-Übernachtungen um zu wissen, dass die Skala nach oben offen ist) fahren wir in die nahe Horicon Marsh, die sich dann doch als 45 Minuten-Fahrt herausstellt. Für amerikanische Verhältnisse also immer noch um die Ecke. Die Fahrt geht durch das ländliche Wisconsin wie aus dem Bilderbuch, also Milchfarmen soweit das Auge blickt. Wir wundern uns, dass die Felder alle noch brach liegen. Gabi liest später nach, dass hier vor allem Mais angebaut wird, der erst Anfang Juni aufs Feld kommt.

Eigentlich wollen wir zum Visitor Center der Marsh, doch wir landen durch Navigationsschwächen von Tom auf dem zentralen Parkplatz. Auch nicht schlecht, wenn man mal von ca. 50 Radfahrerfamilien mit schreienden Kindern absieht, die hier ihren Aufbruch vorbereiten. Gabi befürchtet, dass Tom dank dieser Aussage jetzt also kinderfeindlich da steht, doch die Wahrheit ist nicht zu leugnen: Schreiende Kinder (und Erwachsene) gehen einfach nicht mit Vogelbeobachtungen einher, wie man sie sich in einer solchen Gegend wünscht. Gut also, dass das „Pack“ sich einen anderen Weg sucht und wir erst mal schnell aufbrechen und die 5 km Auto-Strecke durch die Marschlandschaft fahren. Ja, Autostrecke, die Amerikaner steigen einfach nicht gerne aus, auch nicht wenn es um Naturbeobachtungen geht. So gibt es immer wieder Ausbuchtungen, wo man bequem vom Auto aus Lehrschilder studieren und die Ausblicke auf die „brrr…-Natur“ aus sicherer Entfernung (getrennt durch Autoglas) genießen kann.

Allerdings ist heute so gut wie kein Auto unterwegs, so dass wir in einem unglaublichen Vogelgezwitscher lautlos durch die Gegend rollen und auch schon mal vom Fahrrad steigen um uns die „yippie-Natur“ aus noch näheren Nähe zu beobachten. Hier ist es so extrem friedlich, dass man einfach abschalten und sich des Treibens der Vögel hingeben kann. An einer Stelle lassen wir dann die Räder stehen und gehen auf einem schwimmenden Holzbohlenweg über das Wasser zu einer Aussichtsplattform. Diese ist umschwirrt von bunten Schwalben, die im Wind treiben, spielen und sich von uns nicht im geringsten stören lassen.

Langsam wird es Zeit die mitgebrachte Brezel zu verspeisen. Dazu wandern wir auf einen Hügel, wo wir aus der Ferne eine Bank in der Mitte einer Wiese gesichtet haben. Ein Picknick für Könige!

5 km sind natürlich nicht genug, so schließen wir an das Ende der Rundfahrt (und den Wanderungen) noch einen Trip auf dem Wild Goose Rail Trail an. Dieser geht hier genau vorbei und wir folgen ihm durch Felder, Wälder schnurstracks nach Norden.

Toms Highlight der Strecke ist leicht zu übersehen. In den tiefschwarzen Seen am Wegesrand spiegelt sich das junge Grün des Frühlings – das muss auf Fotos festgehalten werden. Gabi: „Bei all der Romantik wird es mir noch im Nachhinein schlecht“. Gabis Highlight war, als Tom vorschlägt, jetzt um zu drehen :-).

Das war dann so nach 18 km, denn wir haben berechnet, dass mit den 5en vom Vormittag wir so die 40 km voll kriegen. Und wir haben auf dem Rückweg einen ganz schönen Zahn drauf. Was wir uns hinwärts auf der kontinuierlich leichten Steigung erarbeitet haben rollt jetzt umso leichter. Bis kurz vor dem Ziel, wo Tom anfängt von L’Alpe-d’Huez zu faseln und er sich mit Gabi ein Rennen liefert, dass er locker gewinnt und als Sieger am Auto ankommt. Gabi kommt viieeeell später angerollt. Ihr hat es tatsächlich genau an dem Punkt, von dem es dann zum Auto nur noch abwärts ging den Kettenschutz zerlegt. Und zwar so böse, dass an Treten nicht mehr zu denken war. Ist das nun Ironie des Schicksals, dass wir ein neues Fahrrad für sie zurückgegeben haben, weil es keinen Kettenschutz hatte – und ihr Fahrrad nun wohl ebenfalls ohne auskommen muss?

Am Abend geht es in ein Restaurant „Sweet Basil“, wo wir exzellente Gerichte vorfinden und wir danach gesättigt den Abend wieder auf unserem Balkon ausklingen lassen.

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