26.05.2013: Eine Wanderung im Herzen des Kettle Moraines

Irgendwie kommen wir heute früh nicht wirklich bald los. Das Frühstück, zusammen packen, dann wollen wir noch Sandwich für das Mittagessen organisieren. Letzteres führt uns ins Zentrum von Plymouth, das sich als verschlafenes, aber wirklich schönes Örtchen mit ausgewiesenem Stadtkern herausstellt. Überall sind tolle – total neu aussehende – Gemälde an den Hauswänden, die offensichtlich alten Schildern nachempfunden sind. So ist uns erst mal egal, dass der Sandwich-Laden heute zu hat und wir begeben uns auf eine Erkundungstour des Ortes. Wie wir am Abend herausfinden, gibt es hier Ende Juni ein jährliches Festival der Künste, mit dem Fokus auf Wandgemälden. Jährlich, naja. Eigentlich geht es dieses Jahr im Juni los mit der Tradition. Was wir wirklich clever finden. Das zieht Touristen an, kostet außer etwas Farbe wenig und verziert nackte Hauswände mit tollen Impressionen. Und das Beste: Wenn die Bilder in ein paar Jahren mal anfangen zu verwittern ist das umso besser, dann sehen sie so aus, wie man sich diese alten Werbungen an Backsteinwänden vorstellt. Nach ein paar Schnappschüssen finden wir dann doch einen offenen Sandwich-Laden, wo wir uns mit Essen eindecken und dann geht es zum Greenbush-Trail keine 10 Minuten Autofahrt entfernt.

Als Wanderwege gibt es hier (alles farbkodiert) den Violetten, den Roten, den Pinken und den Grünen Trail zur Auswahl. Waren alle anderen Farben schon aus? Wer kommt nur auf so eine Farbauswahl? Weil man ja Dunkellila so gut auf Bäumen sieht – und von einem verwitterten Pink unterscheiden kann… Da loben wir das rote Kreuz auf weißem Grund in der Fränkischen!

Gut das Gabi mit gedacht hat und ein violettes Wandershirt angezogen hat – so können wir unterwegs bei Farbunsicherheiten jederzeit den Vergleich zum Referenzviolett ziehen 🙂

Die Wanderung geht auf federnden Waldwegen entlang. Wir sehen außer uns lediglich einen einzigen Jogger (und 2 Mountainbiker auf einem separaten Mountainbike-Trail nebenan). Dafür mangelt es nicht an Schnaken. Es gibt sie dieses Jahr also doch! Wir hatten sie schon fast vermisst. Und diese scheinen von unserem Mückenmittel fast schon angezogen zu werden. Wer hat unser Off durch Zuckerwasser ersetzt! *entrüstetschau-undumsichschlag*. Die Wanderung führt uns an einigen kleinen Seen und einer weiteren Marschlandschaft vorbei – wohlgemerkt vorbei. Wir müssen uns immer – unseren eigenen Weg durch Dornensträucher und Unterholz bahnend – zu den Ufern durchschlagen um etwas zu sehen. Gabi macht das bei der ersten Gelegenheit nur unter Protest, später gilt der Spruch „There is no I in We“ (da weigert sie sich ganz). Das macht doch so eine Wanderung aus, oder? Sich die tollen Aussichten erarbeiten. Steile Hügel hinab schliddern, die Beine von Dornen zerstechen zu lassen, die Schuhe und Strümpfe durchnässt (weil das Moor schneller anfing als gedacht), über wie Mikados umgefallene Baumstämme klettern. Das ist das wahre Leben! Aus diesem Blut sind Entdecker gemacht. (genauer: Das Blut, das von den Moskitos noch nicht ausgesogen wurde). Doch dann hat klein-Entdecker-Tom Hunger und wir setzen uns auf eine schön in der Sonne gelegene Bank und mampfen unsere Sandwiches.

Der letzte Teil des Rückweges zeigt, warum unsere Wanderung als „More Difficult“ („schwieriger“) beschrieben wurde. Es geht doch tatsächlich (gibt es dagegen kein Gesetz) den Hügel hoch und wieder runter. Und das mehrfach. Unglaublich! 🙂

Am Auto entscheiden wir uns, dass dies genug der körperlichen Mühsal war und so verbringen wir einen ganz entspannten Nachmittag auf dem Bett neben dem Kaminfeue… *schnarch*

Wer hätte es gedacht, wir raffen uns gerade wieder rechtzeitig zum Abendessen auf – ja das klingt irgendwie total verfressen – so erwähnen wir eigentlich nur, dass Chicken Wings, die als „Incredibly hot“ angepriesen werden sich auch als solche herausstellen…

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