17.08.13: Old World Charme für Old World Youngsters

Anne liebt Altes. Z. B. ihre Patin 😉 Spaß beiseite. Sie ist – total teenage-unüblich – begeistert von dem Vorschlag, diesen Samstag in ein Freilandmuseum zu fahren. Tom und ich waren 2011 schon mal im „Old World Wisconsin“ und haben es dort geliebt. Endlich haben wir mal wieder Zeit, dorthin zu fahren. Das Museum ist in verschiedene Themen-Weiler aufgebaut und es werden so die Unterschiede in Architektur und Kultur zwischen den verschiedenen Einwanderergruppen (Norweger, Polen, Deutsche etc.) aufgezeigt. Das Ganze mit kostümierten Angestellten, die kleine Geschichten über die ehemaligen Siedler der Häuser zum Besten geben und uns auch vorführen und erklären, wie die Menschen damals ihre Höfe bewirtschaftet, gejagt und ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Das alles bei schönstem Sonnenschein. Da kann man schon mal drüber nachdenken, die Hüllen fallen zu lassen. Oder warum kann Tom es nicht lassen, das Saunahäuschen des Schwedengehöfts auszuprobieren? 😉

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Obwohl es hier natürlich offene Bummel-Pendelbusse gibt, die die nur wenige hundert Meter voneinander entfernten Höfe oder Dörfer verbinden, spazieren wir natürlich zu Fuß durch das Gelände. Wir bewundern einen potenten Eber einer alten Rasse (halb Wildschwein, halb Haussschwein) und später auch eine seiner Säue mit den ach-so-niedlichen Nachkommen. Schweinchen Babe kann dagegen abstinken so süß sind die! Selbst Anne (früherer Kommentar meiner Schwester: „Anne isst fast alles – Hauptsache es hat mal geschnauft“) denkt mal ausnahmsweise nicht sofort an Schnitzel.

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Die Stimmung ist so friedlich und wir schlendern durch und an Gärten vorbei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das gilt natürlich auch für die Häuser, doch an dieser Meinung scheiden sich die Geister: Ich hatte meiner chinesischen Freundin den Ausflugstipp für das Freilandmuseum gegeben. Als ich sie danach gefragt hatte, wie es ihr gefallen hätte, meinte sie: „Nett, nur sieht doch ein Haus aus wie das andere“. Das ist, wenn man die höfliche Art berücksichtigt mit der sie sich ausdrückt, ein ziemlich vernichtendes Urteil. Doch als ich darüber nachdachte, wurde mir klar – Für mich wiederholten sich nach dem 3. Tempelbesuch in China die Götterfiguren auch irgendwie, nicht davon zu sprechen, dass viele Westler das Gefühl haben, alle Asiaten schauen gleich aus. Es kommt immer drauf an, auf was das Auge spezialisiert ist und auf was wir achten. Finde ich ziemlich spannend…

Zum Schluss nehmen wir doch noch den „Bus“, um nicht eine ganz besondere Vorführung zu verpassen, ein Konzert mit Originalinstrumenten aus Zeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges! Auf einer kleinen Holzbühne spielt eine natürlich uniformierte Gruppe beliebte Lieder der damaligen Zeit, davor sind auf der Wiese Bänke aufgestellt. Wir sitzen aber seitlich bequem im Schatten eines Baumes und lauschen den Weisen. Das Konzert, die Atmosphäre, das Wetter, alles harmoniert wunderbar! Auch wenn Anne, die Musikexpertin hier, nicht ganz zufrieden ist mit dem Klang sind wir beeindruckt, dass so alte Blasinstrumente überhaupt noch gespielt werden können.

Am Rückweg lassen wir uns von Tom sogar noch auf eine Runde Disc Golf überreden. Anne wurde natürlich schon im Laufe ihrer ersten Abende in die Wurfkunstlehre genommen. Tom sieht bei ihr mehr Talent und vor allem Kraft als bei mir – ich kann es ihm nicht verdenken. Hauptsache ist für mich einfach, dass es Spaß macht, auch wenn wir auf diesem Parcours deutlich zu oft in den nicht gemähten Wiesen oder den angrenzenden Büschen nach unseren Discs suchen müssen. Zum Schluss kommen wir zwar mit allen unseren Discs, dafür mit einer Sonnenbrille weniger wieder am Auto an. Tom tröstet sich über den Verlust mit Sushi hinweg – da ist auch Anne dabei, die noch nie Sushi gegessen hatte doch sofort begeistert war. Insbesondere von der Tatsache, dass die kalten Happen mit dem Boot angeschippert kamen und diese Boote endlos aufgefüllt werden 😉

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