25.08.2013: Genial fragile und geklaute Kunst

Der Morgen beginnt mit einem Spaziergang zum Pike Place Market, das ist schon ein Vorteil mitten in der Stadt sein Hotelzimmer zu haben. Aus der Ferne sehen wir die Händler die Fische schmeißen, doch erst einmal wollen wir Frühstück.

Nachdem Tom schon einmal hier war, lenkt er die Aufmerksamkeit der Kaffee-Jünger auf den „richtigen“ ersten Starbucks, wo die Schlangen schon bis aus dem Laden heraus auf den Gehsteig reichen. Das schreckt Gabi und Anne nicht ab und sie erstehen nach einiger Wartezeit das braune Gesöff, das vermutlich genauso schmeckt wie beim Starbucks um die Ecke (wo es keine Schlangen gab), aber das ist eben nicht das „Original“. Gabi ist jedoch trotzdem ziemlich enttäuscht, denn offenbar hat Starbucks ihr Tassenmotiv in Rente geschickt bevor sie alle Motivtassen, die sie haben wollte, erstehen konnte – und das neue Motiv sieht eher bähhhh (Gabi: „kitschig“)aus.

Wir kaufen beim Bäcker nebenan einiges Gebäck, sowie Tom in einem polnischen Laden eine Kraut-Karotten-Pirogge und ein Mohnteilchen (dem wir bei der Entstehung vor dem Laden zugeschaut haben – ein vielleicht 1 Meter lange Mohnrolle wurde vor dem Backen in gleiche Stücke geteilt…) Mit all dem Leckeren verziehen wir uns dann in einen kleinen Park am Ende des Marktes mit Blick auf die Bucht, die dahinter liegende Olympic Mountain Range, und die Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Wir setzen uns dort auf eine Bank und verspeisen (fast) alles Mitgebrachte.

Danach durchstöbern wir den Markt, der eher eine lang gezogene Halle ist, in der die verschiedenen Läden eher Stände sind. Nur wenige sind fest installiert. Hier gibt es Fischgeschäfte mit allem was es so aus dem Meer zu ziehen gibt. Es gibt eine gigantische Auswahl an Blumensträußen, die für 5 oder die ganz großen für 10 Dollar den Besitzer wechseln. Jetzt ist klar, warum hier in der Gegend jeder zweite mit einem Strauß durch die Gegend rennt. „Uli´s Bierstube“ mit Nürnberger Bratwürsten hat leider geschlossen. What a bummer!
So schauen wir noch einmal zum weltberühmten Fischladen, wo die Fischverkäufer den Fisch durch die Gegend schmeißen. Beim näheren Hinsehen stellen wir fest, dass eigentlich immer nur derselbe Fisch, der auch schon abseits der Verkaufsware abgelegt wird, durch die Luft fliegt. Also doch nur Show. Doch keine schlechte. Die hier überall spielenden Straßenmusiker sorgen für die richtige Untermalung. Der Markt hat auch noch mehrere Untergeschosse. Hier verirren sich schon weniger Touristen her. Wir leider schon, und werden magisch von einem Comic Laden angezogen. Zum Glück ist Uwe Ri. nicht dabei (den hätten wir hier nie wieder raus gekriegt), doch Tom interviewt den Verkäufer und sichert ein Arsenal an Mitbringseln. Tom kauft auch in seinem „altgewohnten“ Gewürzladen (sprich: Er war da schon mal vor vielen Jahren da) Seafood-Gewürz und verlässt erst mal verwirrt nach einem netten Plausch ohne zu zahlen den Laden – bis es ihm dann auffällt und er zurück eilt. So eine ehrliche Woschdhaud! (Anne: „An einem Gewürz kann man halt kein Sicherheitsdingsbums dran machen“). Um den Rundgang perfekt zu machen, folgen wir der Wegbeschreibung in eine Kaugummigasse, die eine eklig-skurrile Berühmtheit genießt. Tom ist fasziniert, wir anderen eher irritiert bis angewidert. Urteilt selbst…

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Bepackt mit allerlei Einkäufen gehen wir erst mal am Hotel vorbei, dann aber schnell weiter zur nahegelegen Monorail. Dies ist eine Hochbahn, die uns direkt zur Space Needle fährt. Selbst mit Eintrittskarten wird uns erst ein Zeitfenster in einer Stunde zugewiesen. So nutzen wir die Zeit und wandern um ein architektonisch einzigartiges Museumsgebäude herum, dem EMP (Experience Music Performance, Architekt: Frank Gehry). Was der wohl so geraucht hat am Zeichentisch…? Jedenfalls gibt es keine gerade Fläche und die reflektierende, amöbenartige, metallene Außenfläche geht immer wieder in neue Farben über.

Nach weiterem Warten vor den Aufzügen, kommen wir dann endlich auch an die Reihe und werden in den Space geschossen. Naja fast. Halt bis zur Aussichtsplattform der Space Needle. Diese (genause wie die Hochbahn) wurde zur Weltausstellung 1962 gebaut und muss damals wirklich futuristisch gewirkt haben. Heute haben wir immerhin einen schönen Blick auf die Innenstadt und in der Ferne sehen wir sogar den Gipfel des Mount Rainer. Das kommt auch nicht alle Tage vor – aber wir sind ja auch Glückskinder. Nach einer Stärkung schlendern wir zu einigen sehr hübschen hands-on Skulpturen, wo wir unseren Spaß haben.

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Doch dann geht es in den Chihuly Garden of Glas. Die Karten dafür haben wir im Doppelpack mit denen der Space Needle erstanden und uns für den Eintritt auch nur anhand einiger Glasblumen die wir aus der Ferne gesehen haben, entschieden. So sind wir doppelt überrascht über Ausdrucksstärke, Farben und Filigranität der Exponate, die teils als Lichtinstallationen in dunklen Räumen, teils unter freiem Himmel, umwuchert von Pflanzen, auf uns wirken. Beschreibungen können es gar nicht exakt treffen. Schaut euch einfach einige Fotos an!

Es folgt ein längerer Spaziergang zum Olympic Sculpture Garden (Tom:“ Auch bekannt als Copy Garden – unverkennbar steht das Original der einen Statue in Chicago, zwei andere kennen wir aus den Museen in Washington D.C. Macht uns mal nix vor…“). Doch zumindest die friedliche Stimmung können wir dem ganzen nicht abreden. Eine (wir wissen nicht woher geklaute, vielleicht sogar originale) Skulptur bringt Anne zum Rätseln, worauf Tom sich bemüht, wiederum ihre Erklärungsversuche („sieht aus wie ein Spiegel“) in Fotos umzusetzen.

Nach soviel Bewegung tun uns so die Füße weh, dass wir schnellstmöglich zurück ins Hotelzi… Gabi: „Oh, lass uns doch schnell mal in diesen Klamottenladen (AllSaints) schauen. Oh, und in diesen (Anthropology). OK, eine Stunde später sind wir tatsächlich im Hotel und später noch bei einem Vietnamesen essen, wo Anne mal wieder was Neues probiert, und feststellt: „Die Nudeln waren kalt“. Vermutlich haben sie auch so gehört, doch wir waren erst mal davon verblüfft – was dem Geschmack keinen Abbruch getan hat – außer dass „ich esse und mag alles“-Anne jetzt weiß, dass sie süßen Thai-Basilikum (Sweet Thai Basil) nicht ausstehen kann.

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