27.08.2013: Frühe *gähn* Inseleinsamkeit – Teil 1

Mitten in der Nacht klingelt der Wecker – 4:45 Uhr. Zur unchristlichsten Zeit, doch nicht ohne einen Motelkaffee für Gabi und Anne gebrüht zu haben, fahren wir – mit 6 min Verspätung – los. Unser Ziel für die nächsten 3 Nächte liegt auf den San Juan Islands, die nur mit der Fähre erreichbar sind. Aus einen für die Damen nicht ersichtlichen Grund ist die 9 Uhr Fähre viiiieeeel zu spät, sodass wir die – sagten wir schon unchristliche??? – 6:20 Uhr Fähre erreichen müssen. Beim Warten! auf das Verladen der Autos wird Tom schließlich mit einer traumhaft friedlichen Sonnenaufgangsstimmung am Hafen für die Antreibstrapazen belohnt.

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Unsere Unterkunft liegt auf Orcas Island, trotzdem steuern wir erst mal San Juan Island an. Die beiden Zombies und ihr Zoowächter erleben eine ruhige und angenehme Überfahrt – und eine gute Aussicht (zumindest für alle, die die Augen schon offen haben). Dafür hat die auf der Bank vor uns sitzende wuscheliche, arme, angeleinte, mürrische (Whiskas-) Katze auch keine Augen – verständlich, bei der Herrgottsfrühe und dem ganzen Wasser um sie herum, wo sie trotz der ganzen Fische im Meer keinen einzigen abbekommt.

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San Juan Island strotzt nur so von Möglichkeiten mehrere Tage zu verbringen, doch wir haben nur bis zur 2:15 Uhr-Fähre Zeit. So sputen wir uns und steuern gleich mal den Leuchtturm am Südostzipfel der Insel an. Von einer einsamen kleinen Parkbucht an der Straße geht es durch wunderschöne Trockengraswiesen auf die Klippe. Hier trohnt das eher hässliche Leuchttürmchen vor einem fantastischen Panorama. Eine unglaubliche Stille liegt hier auf der Landschaft, nur zerrissen von gelegentlichen Schreien der Möwen. Ein magischer Moment, den man nur am frühen Morgen erleben kann, auch wenn zwei der drei Anwesenden das nie zugeben würden. Gabi: „Des hätt mer auch um zehn Uhr früh so gsehn“.

Schon mal da, stolpern wir natürlich den steilen Sandabhang hinab, klettern über trotz Ebbe umflutete Steine und sichten Treibholz ohne Ende, schließlich wollen wir ja ein Treibholzstück für Toms neuen Drachen finden (den er sich auf dem Mittelaltermarkt in Bristol vor einigen Wochen gekauft hat).

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Mit drei Fundstücken beladen und zurück am Auto steuern wir nur wenige Minuten später das nächste Ziel an: den ebenfalls leeren Wanderparkplatz des Mt. Finnlayson und schon sind wir unterwegs durch noch mehr Trockengraswiesen auf den Gipfel des mächtigen Berges – na ja, eher 298 Fuß (oder ca. 99 Meter) hohen Hügels. (Am nächsten Tag lernen wir, dass San Juan Island eher trocken bis dürr ist, da die Insel im Regenschatten der Olympic Mountain Range liegt).

Tom hält Anne eine lange Vorlesung über mathematische „Grundkenntnisse“. Anne lauscht geflissentlich und hofft, alles bei der nächsten Abfrage noch zu wissen – oder zumindest nicht abgefragt zu werden.

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Der nächste Stopp riecht wie der Kleiderschrank von Großmuttern. Wir riechen uns nämlich eine Lavendel-Farm an. Hier kann man – zumindest in einem nicht abgesperrten Bereich – ganz unbehelligt in den Lavendel-Beeten umher stapfen, wenn man keine Angst vor Hummeln hat, die es hier zu Tausenden gibt… das macht richtig Spaß, wenn sich mal die Nase an den Geruch gewöhnt hat.

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