27.08.2013: Frühe *gähn* Inseleinsamkeit – Teil 2

Um den Geruch ganz aus der Nase zu blasen, kommt uns der Lime Kiln State Park aka Whale Whatching Park gerade recht – wir sehen keine Wale aber romantische Felsenküste. Ein perfekter Platz für ein Picknick. Wir haben natürlich mitgedacht und gestern Baguette und Belag genau für diesen Moment eingekauft. Scheinbar haben auch andere das erkannt, denn wir finden Picknickbänke direkt am Wasser. Das hat sich leider auch bei den Wespen rumgesprochen, die ihren fairen Anteil an unserer Mahlzeit wollen. Da Gabi nicht gern teilt, wird sie wohl zur Strafe von einer gestochen. Doch nicht mal der brennende Finger hält uns vom Genießen der Küste ab. Große Feuerquallen treiben an den Felsen und ein Leuchtturm, der sich von Nahem später als ebenfalls hässlich herausstellt, fügt sich in das hübsche Fotomotiv. Hier nehmen wir auch erstmals die faszinierenden Bäume mit leuchtend roter glatter, sich schälender Rinde wahr. Später stellen wir fest, dass das Madronas sind (Arbutus Menziesie), die nur an der Westküste der USA beheimatet sind. Wir verbummeln auf diesem von der Zeit irgendwie abgekapselten Fleckchen Erde weit mehr als eine Stunde.

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So bleibt uns zu wenig Zeit für das Amerikanische Camp, eine historische Stätte wo im 19. Jahrhundert – wer wäre drauf gekommen 😉 – ein amerikanisches Corps stationiert war. Daher nur ein paar Bilder geschossen, Anne mal den Berg hoch gejagt und dann geht es wieder quer über die Insel zur Fähre. Auf der Überfahrt in der ersten Reihe sehen wir die ersten Flossen aus dem Wasser ragen. Doch bis wir aus dem Auto stolpern, sind diese verschwunden. What a bummer!

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Auf Orcas Island angekommen, fahren wir erst mal zum Double Mountain Bed & Breakfast. Im Internet rühmt es sich der tollen Aussicht. Wie kommt man zu einer so tollen Aussicht? Richtig, man muss hoch hinaus. Also geht es erst mal einen Serpentinen-Kiesweg den Berg hoch. Bis ganz nach oben. Das letzte Haus wird unsere Herberge für die nächsten 3 Nächte. Die etwas ältere Dame des Hauses zeigt uns gleich freundlich unser Zimmer mit einer riesigen Terrasse. Ganz bescheiden wie wir sind, haben wir gleich auf BEIDEN Seiten einen phantastischen Meerblick. Denn Orcas ist wie ein fettes kurzes Hufeisen geformt und das Haus ist an der U-Stelle ganz unten, wo es also an beiden Seiten nicht weit zum Meer ist und dieses ist ganz entzückend gespickt mit lauter kleinen und etwas größeren grünen Inselchen. Eigentlich will man sich von solch einer Aussicht gar nicht mehr losreißen. Höchstens noch mit der Aussicht auf eine noch bessere Aussicht 😉 Daher tapfer losgerissen und die Serpentinen wieder runter, nur um auf dem einen Ende des Hufeisens wieder Serpentinen hoch zu fahren. Im Moran State Park gilt es nicht nur, eine weitere traumhafte Inselkulisse zu verarbeiten, sondern auch noch einen alten, steinernen Aussichtsturm zu erklimmen, von dem man – ok, langsam wird es angeberisch – eine noch bessere Aussicht hat.

Ein Schelm (wie Gabi) der dabei an Geschlechtsteile denkt...

Ein Schelm (wie Gabi) der dabei an Geschlechtsteile denkt…

Soviel Schönes an einem Tag macht hungrig. Gabi hat für solche Momente vorgesorgt und die Empfehlungen von Tripadvisor parat. Wir entscheiden uns für einen asiatischen Imbiss, auf dessen Schild treffender Weise „ Fast (enough) Asian Food“ steht (Wortspiel: Fast Food – das „enough“ meint „schnell genug“. Nachdem wir einen Kohldampf haben, wird uns gerade grenzwertig schnell genug serviert 😉 Sehr frische Küche, nur die Reisnudeln sind mit Stäbchen vom Pappteller nur mit Lätzchen zu essen. Auch ein Regenflies hätte geholfen, unsere Kleidung sauber zu halten. Nachdem wir das nicht dabei haben, sehen wir nach getaner Magenfüllung aus wie Schweinchen.

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Den Rest des Abends verbringen wir bei klassischer Musik und mit leckerem Weißwein (Cola für Anne) auf unserer eigenen Terasse sitzend, die wir uns nur mit einem empörend lauten Frosch teilen müssen. Ein nur wenige Meter vor unser Nase vorbei fliegender Truthahngeier und andere Raubvögel, die im Tal unter uns dahingleiten vervollständigen die Postkartenidylle. Fast nicht auszuhalten schön…

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