28.08.2013: Waltag

Morgenstimmung, von unserem Balkon aus fotografiert

Morgenstimmung, von unserem Balkon aus fotografiert

Nach üppig-leckerem Frühstück (Kartoffel-Graham-Cracker-Auflauf, Schweinewürstchen und Rührei) haben wir heute früh noch etwas Zeit. So schauen wir uns mal den wilden Strand bei uns „am Ort“ an (Eastsound). Ein breiter Streifen Kiesel mit Muscheln, Treibholz, und andere skurrile Dinge. Am interessantesten sind vielleicht die an den Strand gespülten lokalen Algen, die bis zu 3 Meter lange, schlauchartige Rohre mit großen Kugeln an beiden Enden ausbilden. Sie langen sich erstaunlich fest an, fast wie ein Gartenschlauch. Mit einer handvoll Muscheln geht es zurück zum Auto. Nachdem wir immer noch Zeit haben, geht es gegenüber einem Wanderpfad entlang durch den nebelnassen Wald, der viele Fotomotive bietet. Wo hat Gabi denn plötzlich die Liebe zum Fotografieren entdeckt? Sie will Tom die ganze Zeit ausstechen („Das ist mein Motiv, das darf nur ich fotografieren!“).

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Das coole Bild, von Gabi fotografiert

Das coole Bild, von Gabi fotografiert

Danach geht es endlich zum Städtchen Orcas, wo gleich neben dem Fähranleger eine Expedition auf uns wartet. Wir haben eine Wal-Beobachtungs-Tour gebucht. Das Wasser ist heute spiegelglatt und unser Boot gleitet dahin wie ein heißes Messer durch Butter. An Bord sind ca. 20 Touris sowie ein Kapitän und zwei Meeresbiologinnen, die versuchen, uns die Natur um uns herum näher zu bringen. Schon bei der Lagebesprechung wird klar, dass sich unsere Chance, Orcas zu sehen, bei ungefähr 0% liegt. Selbst andere Wale sind unsicher, denn über den südlichen Gefilden der Inseln liegt dicker Nebel.

Nicht so, wo uns der Kapitän hinschippert. So sitzen wir in der Sonne am Bug des Bootes und alles, was den Kopf aus dem Wasser streckt, wird eingehend beäugt und gleich fotografiert, egal, ob Ast, Vogel oder Meeresbewohner. Wir sehen Harbor Porpoises (Tümmler), Harbor Seals (Robben), …

Auf der Insel genau südlich des Leuchtturms, zu dem wir gestern in den frühen Morgenstunden gewandert sind, befindet sich eine Kolonie Seelöwen, die wir vom Boot aus nächster Nähe beobachten können. Überall gibt es jede Menge an Seevögel (Kormorane, Graureiher, Möwen, Enten, …) und sogar Weißkopfseeadler (einer wird gerade von frechen Seemöven geärgert – aber offensichtlich nicht genug, um sich mal zu bewegen), die es zu fotografieren gilt.

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Schließlich lichtet sich der Nebel in der Strait of Juan de Fuca so weit, dass andere Boote mehrere Minkwale gesichtet haben wollen. Mit genauen Zielkoordinaten preschen wir übers Wasser, bis wir erste Sichtungen vorweisen können. Und so beobachten wir wie zwei Minkwale den Rücken aus dem Wasser heben, um Luft zu holen. Mal tauchen sie weiter entfernt auf, einmal nur ungefähr 4 Meter vom Boot entfernt! Diese 30 Meter langen Säugetiere gleiten mit großer Grazie und Gleichmut durchs Wasser. Auch wenn wir keine Orcas gesehen haben, wissen wir jetzt, dass Minkwale unsere zweite Wa(h)l gewesen wäre.

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Das Beobachten und vermutlich auch die viele frische Seeluft hat uns totmüde gemacht. Mangels einer Auswahl an offenen Restaurants entscheiden wir uns gegen eine stundenlange Wartezeit bei einem Mexikaner. So gibt es nur eine kleine Mahlzeit aus dem Supermarkt, bestehend aus Obst, Cookies und Chips, das wir natürlich auf unserer wunderbaren Panoramaterrasse genießen und somit zum Luxusdinner erheben – naja, die ein oder andere Mikes Hard Lemonade tut ihres dazu :-)!

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