30.08.2013: Wir stoßen das Tor in den Olymp auf…

Heute geht es wieder mal früh los, wir wollen die 8:50 Uhr Fähre erwischen und Gail, unsere B&B-Besitzerin empfiehlt, dass wir eine Stunde vor der Abfahrt oder sogar noch eher dort sein sollten. So kriegen wir von ihr noch ein Frühstückspaket mit und stehen wenig später in der Schlange für die Fähre.

(Szenenwechsel)

Zurück am Festland geht es nach Süden. So finden wir uns wenig später wieder in der Schlange für die nächste Fähre. Ja, so ist das hier halt… da gehören Fähren zum täglichen Geschäft, die sind auf diesen Pendlerverkehr super eingericht… „nein, wir haben KEINE Reservierung!“. „Was machen wir jetzt in Reihe 8?“. „Was bedeutet: Es ist nicht garantiert dass wir mitkommen?“… Doch wir finden dann wirklich in der nächsten Fähre Platz und machen nach ereignisloser Überfahrt einen kurzen Stopp beim Point Wilson Leuchtturm im Fort Worden State Park.

So trudeln wir gegen 2 Uhr in Port Angeles ein, einem wenig charmanten, seelenlosen Hafenörtchen im Norden der Olympic Penninsula. Nur mal so als Vorgeschmack: Nach Großstadt und Inselidylle kommt als dritter Teil des Urlaubs jetzt der Olympic Penninsula dran, mit Regenwald, Wandern, wilden Küstenabschnitten und vermutlich viel Niederschlag (nicht umsonst nennt man das hier „Regenwald“). Wir checken kurz in unserem unspektakulären Motel ein und fahren dann die halbe Stunde nach Westen an die Südküste des Crescent Lakes, wo wir uns schon auf dem Boden des Nationalparks befinden. Gabi will uns hier auf einer Wanderung senkrecht die Wand hoch hetzen, wo man nach 450 Höhenmetern dann einen tollen Blick auf den See haben soll. Wir entscheiden uns 2:1 dagegen und wählen dafür den flacheren Weg zu den Marymere Falls aus, und dann wandern wir noch weiter entlang eines Flusses. Der Wasserfall ist sehr nett, doch eigentlich ist hier der Weg das Ziel. Wir befinden uns bereits im Regenwald und die Vegetation als „üppig“ zu bezeichnen wäre ihr nicht genüge getan. Hier sind alle Bäume dicht überwuchert mit Moos auf denen Farn wächst, der mit Flechten behängt ist. Durch das Blätterdach kommt nur gedämpftes Licht, was alles in ein weiches Ambiente taucht. Zudem wachsen hier auch Redwoods, die zur Gattung der höchsten Bäume der Welt gehören. Gabi kennt aus Kalifornien ja schon die Sequoias, die nicht nur hoch, sondern auch einen monströsen Umfang haben. Redwoods dagegen haben eine härtere Rinde und sind zwar mächtig im Durchmesser, können aber hinter Sequoias Verstecken spielen. Dafür sind sie noch mal höher… (Gabi zweifelt das mit dem „Verstecken“ an, denn „sie ragen ja oben raus“…). Aber ihr versteht meinen Punkt?!

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Auf dem Rückweg sehen wir noch einen jungen Hirsch mit Geweih nebst Rehkuh im Wald neben uns grasen. Er schreckt auch nicht vor den aufdringlichen Annäherungsversuchen fotowütiger Touris zurück. Ein schöner Abschluss der Wanderung!

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(Szenenwechsel)

„Ich will Burger! Ich will Burger!…“ nölt es von der Rücksitzbank. Anne macht klar, was es zum Abendessen geben soll. Gut, dass Gabi einen Tipp im Internet gefunden hat, den wir in Port Angeles auch gleich ansteuern. Colonel Hudson’s Famous Kitchen rühmt sich der „Best Burger in the Universe“ sowie verdammt guter Fish & Chips. Wir tun nicht lange herum und bestellen beides. Das Restaurant ist an sich schon einen Besuch wert. Ein Pferd, ein riesiger Gorilla, ein Wolf – alles aus Plastik – sind nur der Anfang. Doch der Charme kommt auch von einem uralten Fernseher, der ein Lagerfeuer „sendet“, sowie einem großen Fernseher, der schwarzweiße japanische Horrorfilme abspielt. Auch die Schrumpfköpfe hinter Gittern sorgen für ein morbides „Ambiente“. Im Nebenraum kann man kostenlos Tischkicker, Tischhockey oder andere antiquierte Spiele ausprobieren während man aufs Essen wartet. Das ist super-lecker und wir haben keine Ahnung, wie die Burger auf Betageuze oder Aldebaran schmecken, aber wir finden sie jedenfalls gut genug, dass sie einen Vergleich nicht scheuen müssen…

Achja, noch ein Nachtrag zur Phantasie unseres mitreisenden Teenies: Wir sehen die Hufabdrücke eines Rehs im Schlamm. Sie meint sofort das sei wohl ein Satyr, also ein Fabelwesen halb Mensch halb Bock. Als wir fragen, was der hier wohl verloren hätte, meint sie, das sei doch der Olympic National Park und der Satyr sei aus der griechischen Mythologie. Der sei vermutlich auf der Suche nach dem Olymp einfach falsch abgebogen…

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