31.08.2013: Phantastische Aussichten und das Ende der Welt – Teil 1

Auch heute geht es wieder früh raus, mit einem Joghurt, Apfelschnitzen und den Rest-Cookies bewaffnet. Bei dem Naja-Motel ist das auch kein Verlust. Wir fahren auf die Hurricane Ridge, die berühmte Hochstraße der Olympic Mountains. Noch ist es zu früh für den National Park Service, so ziehen wir am Automaten unser Eintrittsticket – und kriegen das Wechselgeld in Dollarmünzen raus. Wir wussten noch nicht mal, dass die überhaupt noch im Umlauf sind, jetzt haben wir eine ganze Geldbörse davon. Schon nach wenigen Kilometern stecken wir in der Wolkendecke, die allerdings erstaunlich dünn ist – und wie sich herausstellt auch nicht weit verbreitet. So fahren wir bald im phantastischen Sonnenschein. Am Wegesrand grast eine Herde Rehe, die sich auch von uns nicht stören lassen.

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Die Serpentinenfahrt auf die Ridge ist ca. 30 km lang. Je höher wir kommen umso mehr Berge sehen wir, bis sich schließlich vor uns das schneebedeckte Massiv des Mount Olymp zeigt. Dieses erreichen wir zwar nicht, doch ist die Hurricane Ridge sozusagen auf Augenhöhe mit dem Berg und ein perfekter Platz in der ersten Reihe um dieses Felsmassiv und Weitere bewundern zu können. Gestern haben wir den Tipp bekommen, dass wir uns gar nicht lange am Visitor-Center am Gipfel aufhalten, sondern die Straße noch weiter bis zum Ende verfolgen sollen, wo die Wanderung auf die Hurricane Hills losgeht (Gabi: „Ich möchte mal betonen, dass diese Wanderung auch in meinen sorgsam zusammen gestellten Wandervorschlägen auf #1 stand“). Ca. 3 km einfach geht es beharrlich den Berg hoch, mal steiler, mal weniger steil. Unser frühes Aufstehen hat zur Folge, dass der Parkplatz von dem wir aufgebrochen sind fast leer war und wir unterwegs so gut wie niemandem begegnen – außer kurz vor dem Gipfel jeder Menge Murmeltiere, die aus ihren Löchern gucken.

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Der Blick von hier oben ist genial. Die Bergwiesen und Hänge leuchten in gelben, roten und braunen Farben. Auch ein kleines Schneefeld darf nicht fehlen. Überall liegt ein würziger Duft der Bergwälder in der Luft. Außer dem leichten Heulen des Windes und dem beständigen Keuchen von Anne 🙂 hört man hier nichts – kein Autolärm und kein Menschengeschrei… Gabi setzt sich bei einem chinesischen Paar etwas in die Nesseln, als sie von diesen ein Photo macht und „Yi, Er, San“ (als 1, 2, 3 auf Chinesisch) sagt. Das Pärchen stammt aus Denver ;-). Gabi: „Im Nachhinein ist mir das ziemlich peinlich!“

Der Weg nach unten dauert etwas länger als geplant, hängen wir doch hinter einem Angsthasen fest, der seine Bremsen auf dem Rückweg komplett ruiniert. Erst als er über die Klippe stürzt und sein Auto brennend ins Tal stürzt, haben wir freie Fahrt 😉 Naja, vielleicht etwas dramatisiert, aber der Kern ist richtig – nur dass die Fahrerin erst nach 4/5 der Strecke einsieht, dass sie hier alle blockiert. Es ist noch nicht einmal Mittagszeit, doch wir sind dank der tollen Wanderung schon mal hinter Zeitplan. Dabei müssen wir quer über die Halbinsel zum nordwestlichsten Zipfel der Olympic Peninsula. So erlauben wir uns nur einen kurzen Snackstop an einem friedlichen Kiesstrand nähe des Pillar Points an der Strait of Juan de Fuca. Leider sehen wir auch heute keine Orca-Wale.

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2 Antworten zu 31.08.2013: Phantastische Aussichten und das Ende der Welt – Teil 1

  1. beate15 schreibt:

    Danke für die umfangreiche Berichterstattung – so erfahren die Erziehungsberechtigten des o. g. Teenies wenigstens ein bisschen was über die FANTASTISCHEN Urlaubserlebnisse ihres Töchterleins 😉 – sie selbst erzählt ja nix……..
    LG Beate und Uwe

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