31.08.2013: Phantastische Aussichten und das Ende der Welt – Teil 2

Die Straße folgt danach immer der Küstenlinie entlang bis zum Indianerreservat, unglaublich kurvig und hügelig und beansprucht daher die volle Aufmerksamkeit unseres Achterbahnfahrers. Im Ort des Reservats wird gehalten, denn für die geplante Wanderung am Cape Flattery muss man im lokalen Grocery Store zahlen. Gabi ist „empört“, dass man zusammen mit dem Permit auch noch Softeis käuflich erwerben „muss“. Zum Glück helfen ihr ihre Mitreisenden, diese unerwartete Bürde wegzuschlecken. 😉 Obwohl die Indianer sich nicht viel Mühe mit Ausschilderung machen, finden leider nicht nur wir den Ausgangspunkt der Wanderung. Wir lassen uns jedoch nicht abschrecken vom Massenauflauf und folgen wie die Lemminge dem schlecht befestigten Weg durch einen phantastischen Urwald. Anne: „Der Wald ist mir zu chaotisch, die sollten hier mal aufräumen.“ Ja, mit der Arbeit der deutschen Forstwirtschaft ist der Wald hier nicht zu vergleichen… Doch er ist vielleicht genau das Richtige für Vampire, Werwölfe… und Bigfoot? Mehr dazu später. Wir erreichen Cape Flattery. Hier sieht das linke Auge den Pazifik, das rechte die Strait of Juan de Fuca. Wer schielt, sieht sogar beide ineinander fließen. Fotogene Szenerien. In der Ferne auch noch Seelöwen auf einem Felsen. Alles bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune.

DSC_4851
Unser Schwung heute hilft uns locker wieder die Hügelchen hinauf und, mit weiterer Unterstützung von Rachmaninovs symphonischen Tänzen, dann einen Teil der kurvenreichen Straße zurück, nur um dann direkt Kurs auf Forks zu nehmen. Unsere Unterkunft ist ein Bed & Breakfast, das Gabi ausgesucht hat, da es ein Zimmer für drei hat. Leider ist das hier die (einzige) Touristenattraktion des Ortes. Wird doch offensichtlich in der Twilight-Saga von Stephanie Meyer ein Haus beschrieben, das angeblich mit dem Miller Tree Inn zu vergleichen ist. So gibt es täglich 3 Twilight Touren, die an dem Haus halten und auch sonst ist das Häuschen total auf Twilight eingestimmt. Inklusive eines Pianos, das Anne spielt nach Noten des Soundtracks von Twilight; sehr stimmungsvoll.

Auch die kulinarischen Möglichkeiten des Ortes ragen kaum aus Normalnull heraus. Wir wählen eine Taqueria, die laut Trip Advisor frisches und gutes mexikanisches Essen bieten soll. Den Laden als verranzt zu bezeichnen würde ihm noch Gutes tun. Die Bedienung an der Kasse (wo man auch bestellt) hat keine Ahnung von den Gerichten, schon einfachste Fragen, was da denn drin sei kann sie nicht beantworten. Wir sitzen also an einem der wenigen, lasst uns sagen, klebrigen Tische, als Annes „Small Burrito“ kommt. Er ist ein Monster von der Größe von Rhode Island. Wir fragen nach, ob das wirklich der kleine sei? Ja, na klar. Das passt schon. Anne fängt an zu essen, als dann wirklich ihr kleiner Burrito kommt – und klar wird, dass der vorher Gelieferte eigentlich für den einzigen anderen besetzten Tisch gedacht war. OK, die haben also nicht mal 2 Tische im Griff. Gabi und Toms Wet Burrito scheint dann fast noch etwas größer wie Annes und wir merken deutlich, wie das Gebäude sich dank des Gewichtes der drei neuen Erdtrabenten neigt. Wir haben (leider) auch noch Nachos bestellt. Mit Käse überbacken,
Guacamole, Sauerrahm und so. Oh mein Gott. Erstaunlicherweise schaffen wir es allerdings alles aufzuessen – bis auf einen kompletten Wet Burrito, fast den ganzen Nachos und selbst Anne läßt nach 2/3 ihres Burritos von ihrer Beute ab. Drei prall gefüllte „Doggy Bags“ enden später im Kühlschrank unseres B&Bs.

Wir laufen danach noch mal die Hauptstraße von Forks auf und ab. Zwei Episoden die wir interessant fanden für die Nachwelt festzuhalten:
1. In einem Fenster einer Pfandleihe werden die Namen und teilweise auch die Checks derjenigen ausgestellt, die nicht gedeckt waren und geplatzt sind. Offensichtlich versucht der Inhaber durch öffentliche Demütigung zu seinem Geld zu kommen.
2. In der Mitte eines Platzes steht ein kleines Gebäude – ein Drive Through – in dem es vor allem Kaffeegetränke gibt. Gabi und Anne stellen sich in die Schlange der Autos, um ihre Kaffee-Bestellung aufzugeben. Wir sind allerdings ohne Auto unterwegs…

Und noch eine weitere Episode aus unserer Unterkunft:
In jedem Zimmer hängen Schilder mit den Namen der Charaktere aus Twilight und ein Schild: „Zu welchem Charakter passt der Raum am Besten? Hänge das Schild dieser Person an die Tür…“. Wir lassen das mal lieber…

Und noch eine Geschichte vom nächsten Tag: Ein Chinese kommt durch die Tür und fragt in gebrochenem Englisch, ob das denn das Cullen-Haus sei, und ob Bella daheim sei (sie ist der Hauptcharacter der Serie…). Nein, er wollte uns nicht auf den Arm nehmen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Besuch, Wandern, Washington veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s