10.10.2013: Von fehlender Katzenpisse

„I thought you were already gone.“. So begrüßt mich mein Chef im Geschäft (nachdem ich schon einige Stunden arbeite und er gerade eintrifft). Was er damit meint? Dass es heute SCHON WIEDER los geht 😉 Doch erst am frühen Nachmittag, deshalb schwitze ich noch bei der Arbeit (ja, es ist warm bei uns, denn im Büro heizt die „Klimaanlage“ mächtig ein – wäre echt gut, wenn wir mal jemanden finden würden, der sich damit auskennt).

Doch noch ein Rückblick um vier Wochen: Wir kommen gerade vom Olympic Peninsula zurück, als ich mal Urlaubstagebilanz gezogen habe. Entweder hat sich das System verrechnet, oder ich habe bis jetzt dieses Jahr wirklich kaum Urlaub genommen – es kann nur letzteres sein, wer würde jemals die Buchhaltung einer „Behörde“ anzweifeln, oder?

Eine Woche frei nehmen ist noch drin, dann ist immer noch genug Urlaub übrig für Weihnachten und das Maximum von 5 Tagen, das ich ins nächste Jahr nehmen kann.

Wir könnten uns eine Woche auf die faule Haut legen? Haha. Wir?! Nach Tennessee mit dem Auto fahren. Au weia, das ist weit! Nochmal Michigan? Hmmmm. Gabi will unbedingt nach Florida um mit Manatees (Seekühen) zu schwimmen… ein ander‘ mal. Unsere Hiking Permits für die Wave, die wir brav immer 4 Monate vorher in die Lotterie geworfen haben, kommen auch diesmal wieder als Fehlanzeige zurück. So langsam wird das ärgerlich, das war der 5. Versuch alleine in den letzten 2 Jahren, die noch aus Deutschland wollen wir gar nicht zählen. Utah?! Utah! Da waren wir schon ganze 2 Jahre nicht mehr! Gibt es die Gegend überhaupt noch? Das müssen wir kontrollieren. Somit steht fest: Auf nach Utah! Welche Woche es sein soll ist geschäftlich vorgegeben, so überlegen wir uns, was wir machen wollen. Escalante! Zion! (jaja, wir wissen, dass wir da schon mehrmals waren – also kein übermäßiger Spott über unseren Einfallsreichtum, bitte).

Für alte Hasen wie wir, die sich in der Gegend auskennen wie in ihrer Westentasche, ist die Route schnell geplant. Denkste. Denn unser Ziel ist es vor allem Dinge anzusehen, die wir bis jetzt nur flüchtig, teilweise oder noch gar nicht gemacht haben. Keine Wiederholungen! Basta. Gabi: „Vielleicht doch Angels Landing?!“. Na gut, aber sonst wirklich… Tom: „Oh Mann es gibt noch 3 Tickets für die Subway!“ (ihr erinnert Euch vielleicht noch an 2008? Wenn nicht werden wir das wohl noch bei gegebenem Anlass wieder aufwärmen). Aber sonst: Keine Wiederholungen!!!

So kostet uns die Planung dann doch jede Menge Mühe, denn außer ein Paar Eckpunkten wollen wir vor allem die noch unentdeckten Schätze der Gegend sehen: The Box, Golden Cathedral, Moki Marbles, den Südteil der Cottonwood Road, den Nautilus Rock, das Hinterland von Zion, vielleicht wieder durch den ein oder anderen Slot Canyon waten?!

Zum Flug: Nie wieder Spirit Airlines. Das war uns klar, denn damals waren die Leute rüpelhaft, pingelig und der Flieger hat nach Katzenpisse gestunken. Also mit wem fliegen wir dann? Im Preisvergleich wird klar. Inclusive allem (Koffer kosten ja extra) kosten 2 Tickets bei Spirit genauso viel wie das billigste andere Ticket, z.B. von United – doch bei denen für ein einzelnes Ticket. Dann haben wir sogar noch Gutscheine, die nochmal 20$ wegnehmen. Bei über 50% setzen wir uns doch glatt wieder in ein Katzenklo.

Der Flug geht um 16:20 Uhr von O’Hare los, er ist pünktlich, und sie haben das leichte Übergepäck unserer aufgegebenen Koffer diesmal genauso durchgehen lassen wie unsere prallen Rucksäcke als Handgepäck. Was will man mehr. Ach ja: der Flieger riecht diesmal gar nicht schlecht. So kommen wir sogar vor dem eigentlichen Termin in Las Vegas an. Von uns aus hätte der Pilot durchaus noch die ein- oder andere Runde drehen können, denn unter uns konnten wir während der letzten halben Stunde den Blick nicht von den rot glühenden Steinen wenden, die von der untergehenden Sonne in ein magisches Licht getaucht wurden.

Photo Oct 10, 7 42 36 PM

Photo Oct 10, 7 43 12 PM

Auch die Mietwagenübernahme ist schnell geschehen. Diesmal wollen wir wieder genauso im 2 Stunden entfernten St. George im Chalet Motel übernachten. Vor zwei Jahren mit langer Fliegerverspätung kamen wir da erst wirklich spät an. Doch nicht so diesmal, wir haben ja den Mietwagen und nichts, wirklich nichts kann uns mehr aufhalten – bis auf einen Megaunfall auf der I-15. Und da schleppen wir uns lange im Schritttempo im Stau dahin. Vorbei fliegen die Attraktionen des Strips, in einer Geschwindigkeit, dass wir sogar glauben, den langsamen Verfall der Gebäude miterleben zu können. Doch endlich sind wir auf unserer 7-spurigen Autobahn an der Unfallstelle vorbei (die doch tatsächlich die linken beiden Spuren blockiert) und brausen nach Norden. Bevor wir in die Wüste eintauchen machen wir noch einen kurzen Stopp bei einem mexikanischen Fastfood-Laden (wo wir dann 20 Minuten aufs Essen warten, dass sich dann als ausreichend für mehrere Tage herausstellt). Gabi: „Also ganz klar mexikanisches Slowfood“. So kommen wir also genauso spät wie beim letzten Mal in St. George an.

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