15.10.2013: Hallo Zion, wir kommen! Schön, dass Du offen hast!

Am Morgen gilt unser erster Blick den Bäumen vor dem Fenster. Yay! Der Wind ist abgeflaut! Warum das heute wichtig ist? Werdet Ihr gleich lesen. Vorher gönnen wir uns ein leckeres Frühstück im Capitol Reef Inn Cafe. Wo wir – wer hätte es erwartet – Toms neue Freunde vom Vortag wieder treffen 😉 Doch es ist genügend Platz im Frühstücksraum, so dass wir eine Monster-Frühstücksburrito und Bagel mit Lachs genießen können, ohne blutige Lippen auszuteilen. Das Obst, das mit den Frühstücken kommt, ist so reichlich, dass es Gabi später als Mittagessen dienen wird…

Zurück zum fehlenden Wind. Wir sind ja mittlerweile begeisterte Disc-Golfspieler. Der gründliche Tom kennt daher die besten Internetseiten, die natürlich auch Karten und Bewertungen aller Plätze weltweit bieten. So war er auf einen Disc-Golfplatz vor traumhafter Kulisse aufmerksam geworden. Direkt vor dem Eingang des Capitol Reef Nationalparks gelegen, ist dieser Platz ein El Dorado für alle Sportler. Es ist zwar an diesem Morgen kaum über 0 Grad Celsius, doch die Sonne scheint und uns kann nichts mehr aufha… Tom: „Der Parcour ist auf Privatgrund. Wir müssen bei dem Restaurant hier Eintritt zahlen und dann kann’s losgehen“. Gabi: „Auf dem Schild hier steht es öffnet um 17 Uhr“. Kein Mensch rührt sich auf unser Klopfen. Was tun? Irgendwas scheint hier in der Luft zu liegen, denn wir gesetzestreuen Bürger stapfen aufs Gelände und spielen einfach los. Großartig ist es hier – im Grunde ist „hier“ = Wildnis, denn für den Sport wurden keinerlei Veränderungen des Grunds vorgenommen. Die Abwurfpunkte und Körbe sind einfach verteilt auf dem Grundstück. Dieses hat Canyons zu bieten, Erdhügel, einen Bach, Senken in denen Gestrüpp wächst oder das Wasser in der Wiese steht. Wo sonst muss man einen losen Geröllabhang hoch krabbeln, weil seine Disc dort im Hügel steckt? Natürlich ist es dann Teil des Spaßes von dort aus weiter zu spielen. Wo sonst wirft man über einen Canyon mit Mini-Abbruchkante hinweg? Das macht hier richtig Laune! Einziges Problem ist das Fehlen einer Karte, die uns erklären würde welche Abwurfpunkte (nur gekennzeichnet durch Steine) zu welchen Körben gehören sollen. Denn diese schmiegen sich so sehr in die Landschaft, dass wir nur ein paar von ihnen mit bloßem Auge entdecken oder nur dank Fußspuren zumindest die Richtung erahnen können. So fahren wir nach einiger Zeit dann weiter, auch ohne den ganzen Platz abgespielt zu haben. Denn es wird auch heute wieder ein langer Tag.

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Er soll uns nämlich bis in den Zion Nationalpark führen, unserem Lieblingspark! Dazu müssen wir über so einige Hügelkuppen. Gabi fährt die mehr als 4 Stunden, immer auf wenigst befahrenen Landstraßen, entlang Rinderfarmen, Feldern oder nicht bewirtschaftetem Hügelland. Nur wenige Weiler gibt es hier und wir sehen bis Panguitch so gut wie niemanden. Tom nutzt die Pause für einige Nickerchen, während Gabi ihre Mucke einlegt und sich peinlich genau *räusper* an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält.

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Zum Schluss noch ein paar Meilen auf einem Highway, und dann taucht Zion wieder mal völlig überraschend auf. Wir kommen ja aus dem Nordosten, und bis unmittelbar vor dem Eintrittshäuschen sieht man NICHTS von den roten Felsen. Nur damit einem diese Farben und Formen gleich doppelt beeindrucken können. So wunderschön, da hält es uns nicht lange im Auto. Wir haben eine Wanderung hier im östlichen Hochland geplant namens „Many Pool“ (würde ich übersetzen mit „viele Wasserlöcher“). Es ist kein offizieller Pfad, sondern der beschriebene Weg geht einfach entlang eines Wasserablaufs (nach Regenfällen/Schneeschmelze) für die Gegend. Das (im Frühjahr vermutlich reißende) Wasser hat Serien von runden Löchern (Pools) in den roten Stein gefressen. Die meisten sind zumindest etwas mit Wasser gefüllt, in dem sich die in den Himmel ragenden Berge herum spiegeln. Dazu kommen noch die schönen Herbstfarben der Bäume und die sich auftürmenden Wattewolken. Wirklich malerisch. Da kriegen wir lange nicht genug, wir klettern und kraxeln und haben unseren Spaß, obwohl es stetig bergauf geht und wir die generell höhere Lage heute durchaus merken…

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Zurück am Auto entscheiden wir uns sogar, einen weiteren Nebenarm des Canyons zu erkunden. Regentropfen scheuchen uns schließlich zum Auto zurück.

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Wir fahren also durch den Tunnel in den Hauptcanyon des Zion Nationalparks und direkt zum Besucherzentrum, wo wir einen Schatz abholen (dazu mehr im nächsten Eintrag). Dann schnell raus aus dem Park und nach Springdale, um hungrig wie die Bären ins Cafe Oscar einzufallen. Dieses Restaurant ist eine Wucht, auch diesmal werden wir nicht enttäuscht. Unsere Fisch-Tacos und das Pulled Pork Sandwich sind yummy – zweiteres bleibt eigentlich so gut wie intakt und dient mal wieder am nächsten Tag als Brotzeit. Die Vorsorge für eben diese treibt uns noch schnell in den Supermarkt, bevor wir in unserem Bed & Breakfast einchecken.

Dort beziehen wir ein schönes großes Zimmer und verbringen den Rest des Tages mit Aufräumarbeiten, Vorbereitungen für die nächsten Wanderungen, Tagebuchschreiben. Gabi hängt noch einen dran und (nachdem Tom die Augen zugefallen sind) strickt 2 weitere Stunden an ihrem neuesten Projekt, bis auch bei ihr die ersten Maschen von der Nadel fallen… 😉

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