19.10.13: Abschiede

Heute müssen wir Abschied nehmen. Wer macht das schon gerne? Besonders hart wird es jedoch, wenn es einem so schwer gemacht wird. Ein riesiger Mond steht am blauen Himmel über roten Felsen, als wir Richtung Autobahn brausen. Warum muss es hier so schön sein, warum kann es heute nicht regnen? Dann wäre es kein Problem in diesen Flieger zu steigen…

Vor uns hin maulend lassen wir das geliebte Utah hinter uns. Doch um Las Vegas so lange wie möglich zu vermeiden, hat Tom noch das Valley of Fire für heute eingeplant. Das ist ein State Park in Nevada. Ist die Gegend hier eher trostlose braun-graue Wüste, hat dieses Tal außergewöhnlich rote bzw. gestreifte Felsformationen zu bieten. Wir folgen den geschwungenen Straßen in flottem Tempo, denn wir wollen endlich nochmal raus aus dem Auto und das hier super warme Wetter genießen. Der erste „Spaziergang“ des Tages führt uns zu den White Domes, einem Slotcanyon und dem Regenbogenfelsen (auch als Fire Wave bekannt), eigentlich ein in einem beeindruckenden Kontrast gestreiftem Felsen. Hier in der Nähe ist es dann soweit. Gabi lässt ihren geliebten Hut zurück. Sie kann es einfach nicht über sich bringen, diesen in einen Mülleimer zu stopfen und hofft, dass nun Wüstenmäuse oder anderes Getier noch eine Verwendung für ihn haben werden. Beim Schreiben des Artikels werden heiße Gefühle wieder wach, der Abschiedsschmerz kann nur mit einer extrem schmalzigen Hommage gelindert werden, die ihr als nächsten Blog-Eintrag belächeln dürft 😉

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Wir sind bei weitem nicht die ersten Besucher dieser schönen Landschaft. Genauer, bereits seit etwa 300 vor Christus haben Indianer diese Gegend bewundert. Bewiesen ist das unter anderem aufgrund von Petroglyphen (Felszeichnungen), die wir auf unserem 2. Spaziergang anschauen.

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Manchmal zeugen die Zeichnungen durchaus vom Witz der Indianer – doch mich bringen auch die Erläuterungen an der Schautafel zum Schmunzeln. Echt, die Zeichnung von Ziegen soll „gute Jagdgründe“ bedeuten? Nie wäre ich darauf gekommen… Richtig heiß ist es uns nochmal geworden – vermutlich das letzte Mal in diesem Jahr (zumindest durch Sonnenkraft 😉 ) Wir machen uns daher im Besucherzentrum für den Flieger fein (neulich hat mir jemand erzählt, bei ihrem ersten Flug hätte sie ihr bestes Kleid angezogen, das wäre damals so üblich gewesen) und lassen noch eine Ära enden. Wo wir schon mal dabei sind. Unser Reiselaptop, Zeitzeuge so vieler Reiseberichte und Fehl-Navigationen seit mehr als einem Jahrzehnt, wird zu seiner letzten Ruhe gebettet. Gar nicht so traurig wie es jetzt klingt chauffiert Gabi uns sicher durch den lebhaften Großstadtverkehr. Erst zu einem späten Lunch und dann zum Flughafen, erst da fällt uns auf dass wir aufgrund der Zeitverschiebung sogar noch eine Stunde länger Zeit gehabt hätten. Macht nichts, das Warten heute stört nicht weiter und vor allem Gabi kann dann im Flieger sogar noch etwas schlafen… Eine letzte Anmerkung: Kaum sind wir im Taxi auf dem Heimweg, fängt es zu regnen an. Das war es dann wohl endgültig mit dem schönen Herbstwetter…

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