12.06.2015: The Chill is on

Das Frühstück heute bietet überraschend für Tom auch in diesem Urlaub noch die Möglichkeit, die lokale Spezialität, Haggis, zu probieren. Einer unserer bestens gelaunten Hausherren gibt uns, neben vielen anderen Infos, den Tipp, statt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln doch über einen sehr schönen Fußweg zum botanischen Garten zu gehen, unser erstes Ziel für heute. Wir rechnen insgeheim schon mit ein paar Minuten mehr, tatsächlich brauchen wir wohl mehr als eine Stunde bis zum Garten. Der anscheinend vorwiegend von Anwohnern genutzte „Water of Leith“-Fußweg entlang des gleichnamigen Flusses  geht zwar mitten durch Wohngebiete, hinterlässt aber das Gefühl, mitten durch die Natur zu laufen. Daher sind wir gar nicht böse über die Untertreibung, sondern genießen die morgendliche Stimmung. _DSC5692

_DSC5705Als wir dann aber im botanischen Garten angekommen sind, stellen wir fest, dass wir bei einem 13 Uhr-Termin zu einer Führung in der Innenstadt nun doch nicht mehr soviel Zeit haben, wie wir gehofft hatten. Der Royal Garden ist der älteste Schottlands und wir haben uns viel versprochen. Durch die Außenanlagen schlendernd, sind wir erst mal enttäuscht. Hier blüht wenig und es herrscht kaum Abwechslung. Gut, wir sind durch den B.G. in Chicago, Salt Lake City und Washington D.C. natürlich auch schon sehr verwöhnt, aber trotzdem… nöl….. _DSC5739

Ist der botanische Garten kostenlos, so langt die Queen bei den Gewächshäusern ordentlich zu. Doch wo wir schon mal da sind… Was für ein Glück: Die vielen thematisch aufgeteilten Häuser sind wunderschön und wir würden überall gern länger bleiben (außer im tropischen Bereich, wo es uns vor Wärme und Luftfeuchtigkeit fast rückwärts wieder aus der Tür drückt. Urlaub in den Tropen wäre für uns die Hölle) als uns wegen des Folgetermins möglich ist. Naja, wir perfektionieren zumindest unseren Entdeckergeist und machen uns gegenseitig auf die Highlights aufmerksam, damit Tom eilig seine Fotos schießen kann. Eine Stunde, die verflogen ist wie nichts. Den Highlights hat Tom einen Extra-Blogeintrag gewidmet. Etwas Spannung muss für Euch ja auch sein 🙂 Etwas gehetzt steigen wir vor dem Botanischen Garten in den Bus, der uns auch schnell in die Innenstadt bringt zu einer Führung, die in den einschlägigen Foren übereinstimmend als „Must See“ (Musst Du gesehen haben) bezeichnet wurde. Es geht in den Untergrund der Innenstadt. Denn die alten Stadtbezirke, in denen die Menschen des Mittelalters zusammengedrängt in engen, steilen Gassen und überfüllten Häusern gelebt hatten, wurden einfach mit einem neuen Stadtteil überbaut. Dass sich hier unten die Pest besonders gut ausgebreitet hat, kann man sich vorstellen wenn man bedenkt, dass zweimal am Tag die mittlerweile stockdunklen Gassen zum Abtransport von Fäkalien genutzt wurden. All dies, vermischt mit verkitschtem Sex & Crime (Kriminalität) & Puppenspiel, nicht zu vergessen ein bißchen Spuk, wird uns in sich endlos hinziehenden 90 Minuten von einem leicht gelangweilt wirkendem Schauspieler dargebracht. Wieder einmal bestätigt sich Einsteins Theorie, dass Raum und Zeit relativ sind. _DSC5936Wohlverdient machen wir danach erst mal Pause mit leider etwas geschmacklosen Ofenkartoffeln (eine weitere Spezialität Schottlands). Auch dieses Fastfood-Restaurant („Vegetarian and Vegan Baked Potatoe Shop“ hätte Tom schon genug Warnung sein sollen) war ein Tipp – Gott sei Dank für den Tippgeber läuft das im Internet ja immer anonym ab 🙂 Ein paar Mitbringsel später wollen wir den Rest des Tages mit einer weiteren mitgebrachten Besichtigungstour verbringen, die uns durch das Gregorianische Viertel nördlich der Altstadt führt. Blöderweise hat jemand die Sonne oben ausgeknipst und statt dessen kühlen Wind geschickt. Dieser fegt durch die, wie wir schnell feststellen, eintönigen Straßen mit immer mehr dunklen Häusern, die ohne Grün vor der Haustüre oder auf den Balkonen seltsam lieblos wirken. Irgendwann brechen wir ab und kutschieren mit dem Bus, genau wie tausend Andere, die grad scheinbar alle wieder Feierabend haben und aus den Büros geschmissen wurden, in unsere Unterkunft zurück. Gabis Füße qualmen und so suchen wir uns einen Italiener in unserem hübschen Stadtviertel Haymarket. Sight Seeing macht aber auch müde!

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