11.06.2015 Nix wie weg von der Isle of Skye, Edinburgh wir kommen

Heute verschwinden wir lieber von der Insel. So was ist ja auch inakzeptabel. Das lassen wir mit uns nicht machen. Sonnenschein und blauer Himmel schon beim Aufstehen. Bah. Kein Wind! BahBah. So fahren wir die lange Strecke nach Edinburgh. Nachdem die Schotten es noch nicht begriffen haben, dass man zumindest Hauptverbindungsstraßen in die verschiedenen Ecken des Landes gut ausbauen sollte, bewegen wir uns dabei die ersten Stunden auf schmalen Straßen, sind schon froh, wenn wir eine ganze Spur unser eigen nennen dürfen (wo man dann hinter LKW´s fest hängt). Häufig sind es aber auch wieder nur „Single Track Roads“, wo man sich mit dem Gegenverkehr die Spur teilt, oder die Straßen sind so schmal, dass man auf eine Mittelmarkierung besser verzichtet hat. So kommen wir trotz unserer frühen Aufbruchzeit erst am frühen Nachmittag in unserem B&B in Edinburgh an. Dort schnell unser Zimmer bezogen und die „15 Minuten“ Laufstrecke in die Innenstadt angegangen. Diese stellen sich gleich mal als 25 heraus, entweder sind wir so langsam oder andere so viel schneller wie wir. Gabi verliebt sich fast augenblicklich in den Charme von Edinburgh und eigentlich kann die Stadt nur noch supergenial werden, finden wir doch in einem Starbucks an dem wir vorbei schlendern eine Tasse im alten Format. Gabi ist im Himmel. _DSC5577

In der Innenstadt angekommen thront schon die Burg über uns und wir folgen einer Besichtigungsstrecke, die Gabi aus dem Internet ausgedruckt hat. Zuerst gestaltet sich diese als ziemlich schwierig, sind dort leider weder der Startpunkt noch die Richtungen klar beschrieben. Doch letztlich finden wir uns zurecht und finden den dort beschriebenen alten Friedhof Greyfriar Kirk in der Mitte der Stadt. Dieser ist anders als jeder Friedhof, den wir je gesehen haben. Wird er doch von den Einheimischen als Naherholungsgebiet verwendet. Familien picknicken zwischen den Grabsteinen auf Decken, andere liegen nur in der Sonne, andere lesen ein Buch. Die Stimmung ist hier so unglaublich friedlich und entspannt, ganz unkapriziös. Die Szenerie toppt ein dichtes Meer an Blumen, das den Rasen in ein weißes Bett verwandelt. Auch viele verwitterte Grabsteine und Grufte, Grüfte, Grüfteriche haben ihren Charme für Toms Kamera ausgepackt. Zu diesem Zeitpunkt fällt auch von Tom der Stress der langen Fahrstecke und der Ärger über die schlechte Beschreibung der Spaziergangsroute ab. So verbringen wir hier viel Zeit und können uns nur schwer loseisen. Über das Wetter haben wir noch gar nichts gesagt: Wie unser Hausbesitzer erläutert ist es heute so schön, wie es hier nur geht. Kein Wind, sonnig, 25 Grad. Alle Leute sind entspannt, fast beschwingt und suchen nur ein Plätzchen zum Geniesen. _DSC5600

_DSC5627 Weiter geht es auf unserer Route an modernen und alten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten vorbei. Vor allem gehen wir durch eine Gegend, wo ein Ethnofood Laden an den nächsten grenzt und wir vor Hunger fast sterben. Doch wir haben heute einen Platz bei einem Inder reserviert, so dass wir tapfer (Tom: Dumm) an den Läden vorbei gehen und damit etwas für den nächsten Besuch in Edinburgh übrig lassen: Sich durch jeden einzelnen dieser Streetfoods zu fressen 🙂 Ein Stadtviertel wirkt symphatischer als das nächste und ganz Edinburgh ist heute so quirlig und lebendig. _DSC5634

_DSC5670Irgendwann ist es 4 und wir werden von sonnenhungrigen Menschenmassen fast weggeschwemmt. Scheinbar macht heute jeder etwas früher Feierabend. Wir jedenfalls ziehen weiter und gehen die vielen Treppen zur Burg hoch und landen auf der High Street, die auch Royal Mile heißt. Hier weicht die Stimmung fast schlagartig einem regen Ansturm von Touristen. Von Ethno ist hier wenig zu spüren, versucht doch jeder Laden an der Straße so schottisch wie nur möglich zu wirken um seinen Kitch an den Mann oder die Frau zu bringen. Wir gehen trotzdem mal die Royal Mile entlang, um den dudelsackspielenden Engel in der St. Giles Kathedrale zu besichtigen. Die Kathedrale ist ein Ort des Konsums mit Giftshop direkt in der Kathedrale. Hier finden wir auch auf vielen Postkarten das gesuchte Motiv, nur in echt könne man es sich nicht anschauen, dieser Raum ist zugesperrt. Häh? Nördlich von der Royal Mile geht es steil den Hügel in einer Vielzahl enger Gassen (sogenannten Closes) wieder hinab. Wir finden so auch unseren Inder bei dem wir zu Abend essen.

_DSC5685 Danach machen wir uns langsam auf den Rückweg in unsere Unterkunft. Der Rückweg zieht sich ganz schön, oder liegt es nur daran, dass Gabi jetzt für 2 laufen muss? 🙂 Jedenfalls sind wir wie am Nachmittag froh, als wir uns endlich mal auf unserem Bett ausstrecken können.

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10.06.2015: Opps we did it Quiraing

Wir wälzen die Wanderbücher des B&B, vergleichen Wanderungen, sortieren aus, wägen ab… nur um letztlich zum Schluss zu kommen, dass die Wanderung 2009 im Quiraing Massiv zum Castle, Prison und der Needle eh nichts toppen kann und wir da noch mal richtig Lust drauf haben. Den Parkplatz auf dem Hochplateau finden wir diesmal auf Anhieb und rüsten uns zur Wanderung. Hier bläst der Wind sehr stark und von Sonne ist nichts zu sehen. Dafür ist die Wanderung, wie wir sie kennen, einfach phantastisch. Es geht in die grünen Klippen in ein verzaubertes Reich, alles ist hier so fast unnatürlich grün. Noch ist es bewölkt, wodurch die Gegend einen Touch Düsterkeit nicht verhehlen kann. _DSC5436

Der Wind, der uns am Anfang fast weg geweht hätte, verebbt fast schlagartig, als wir um die erste Ecke biegen und uns im Windschatten der hoch über uns drohenden Klippe befinden. Der Blick schweift auf das Massiv auf der anderen Seite, wo ein zwar leiser, aber penetrant hoher Ton zu hören ist. Da steht tatsächlich eine Filmcrew auf einem Plateau und eine Kameradrohne fliegt um die Schauspieler herum. Ob die da einen Film oder eine Werbung drehen, uns ist es egal, Hauptsache der Ton der Drohne ist bald nicht mehr zu hören. _DSC5462 Wir machen den Umweg durch das Castle. Eine Felsformation, die wie eine Festung steil aufragt und durch die man hindurchgehen kann. Wir sehen erst einen Hasen, dann zwei, dann drei, dann viele, dann sind alle in ihren Löchern verschwunden. Es wird klar: Diese Burg wird vom Geschlecht der Hasen bewohnt. Von hier aus kann man zurück gehen, doch Tom erinnert sich düster vor vielen Jahren hier auch einen anderen Weg wieder zurück zum Hauptweg gesehen zu haben. So gehen wir weiter und landen an einem Weidezaun. Der Haupttrampelpfad ist vielleicht 50 Höhenmeter fast genau über uns und der einzige Übergang über den Zaun befindet sich dort. Wir keuchenkraxeln also den steilen Hang hinauf und überqueren den Zaun. Vor uns liegt das schon vor Jahren kennengelernte Tal. In dessen Mitte liegt ein kleiner Tümpel, in dem Tom schon damals die Schilfpflanzen fotografiert hat. Dieses Mal sollen die Fotos besser werden und so kauert er am Ufer und knipst was das Zeug hält. Über dem Tümpel schwirren nur so die Mücken. _DSC5476

Danach wird das Tal steinig und wir steigen zu einem Grat auf. _DSC5496Hier will Gabi weiter auf die vor uns liegende Klippe, was wir dann auch tun und von dort nicht nur einen tollen Blick auf den Nordteil von Isle of Skye haben, auf das Meer sondern vor allem zurück auf das Quirang-Massiv. Was für ein toller Ausblick. Leider pfeift hier jetzt wieder ungeschützt ziemlich der Wind. So kauern wir uns in eine Kuhle und verzehren die wieder mitgebrachten belegten Brötchen. _DSC5498

Danach geht es an den harten Aufstieg auf den Quirang selbst, der gemeinerweise immer stückweise enthüllt, dass es noch weiter hoch geht. _DSC5544Irgendwann sind wir dann gaaanz oben an einem kleinen Obelisken, der das Gipfelkreuz darstellen soll. Hier ist leider kein Weg zu sehen, was uns nur leicht stutzig macht, immerhin zeigen klar sichtbare Holzpflöcke an, wo es hinunter geht. Wir stapfen also los. Die Wiese über die wir gehen ist nass, dann nasser, dann sinken wir bei jedem Schritt ein, es wird immer tiefer und unsere Schuhe sind schon längst wieder durchnässt. Wir kommen auf ein Gatter zu, das Tom nur mit dem Willen des „ich habe eh schon nasse Schuhe“ durch wadentiefen Matsch überwindet. Gabi schwingt sich am Gatter selbst über das Matschloch. _DSC5547Hinter uns kommt ein anderes etwas älteres Ehepaar den Berg herunter. Doch wo wollen die hin. Denn nach dem Gatter wird uns sehr schnell klar, dass der Weg, der eigentlich nach Süden gehen sollte immer weiter nach Westen abbiegt. Das ist NICHT unser Weg. Wir stapfen also erst mal die Höhenmeter bis zum Gatter zurück und überlegen, ob wir hier wieder eine Kneippbehandlung unserer Kleidung durchstehen müssen, als das andere Ehepaar sich auch als Deutsche herausstellt. Wir beraten kurz und ich bin letztlich der Meinung, dass, wenn wir dem Zaun folgen wir unweigerlich auf den anderen Weg kommen müssen. So gehen wir vorsichtig durch die Wiesen, die anderen Deutschen stürmen voraus. Hier ist der Boden alles andere als eben und rutschig und nass noch dazu. Vorsicht ist also wirklich angebracht. In der Ferne vor uns sehen wir, wie der Mann eine sonderbare Verrenkung macht und zusammenbricht. Ich denke mir noch super: umgeknickt. Und das hier oben, einige hundert Höhenmeter und keinen Weg sondern nur Steige und steile Abstiege. Es stellt sich heraus, dass er sich wohl eher einen Muskel im Oberschenkel gezerrt oder gerissen hat und wir vereinbaren, dass ich an der obligatorischen Bude am Parkplatz Bescheid sage und die am Abend die Bergwacht rufen sollen, wenn er sich dort nicht abgemeldet hat. Wir jedenfalls stoßen auf den eigentlichen Weg, der nicht mehr nass, sondern dazu auch noch schlammig ist und kämpfen uns bergab. Uns entgegen kommen immer wieder Wanderer, die erst den wirklich steilen Aufstieg als Beginn genommen haben um dann die Wanderung andersherum zu machen. Unter ihnen ein junger Bursche in Wildlederschuhen. Beige. Mit keinen noch so erdenklichen Dreck auf den Schuhen. Selbst die Sohlen sehen sauber aus. Wie er das gemacht hat ist uns unklar. Und warum er mit solchen Schuhen wandern geht erst recht. _DSC5554

Letztlich kommen wir unten an und Tom genehmigt sich einen (schlechten) Burger an der Bude bevor wir mit dem Auto über die Nordspitze der Isle of Skye wieder auf die Uig-Seite fahren. Zwei Versuche, noch ein bisschen aus dem Auto zu kommen scheitern schon nach einigen hundert Metern. Der erste, weil der Weg auf eine Koppel geführt hat, die abgesperrt war, der andere weil Tom die Lust ausgegangen ist. So fahren wir wieder zu unserer Unterkunft zurück, machen uns frisch und fahren zum Essen in Portree ins Harbor View Restaurant, wo wir gestern einen Tisch reserviert hatten. Laut Trip Advisor sollte es gut sein und es gibt auch nicht viele Tische und nur eine Tageskarte. Klingt vielversprechend. Hat sich wohl auch das junge Pärchen aus Texas aus unserem B&B gedacht, die wir hier wiedertreffen. Das Essen stellt sich dann nach Toms Meinung als teurer Flop heraus. Als Begrüßung gibt es selbst gebackenes, angebranntes Brot und Pop Corn mit 5 Spices (kann man machen – sollte es aber nicht). Auch die Hauptgerichte reißen nicht vom Hocker. Hauptproblem ist aber die Geschwindigkeit, so dass wir hier erst mal die nächsten 2.5h für 3 Gänge festsitzen. Gabi dagegen findet vor allem den Nachtisch, Kuchen mit flüssiger dunkler Schokoladenfüllung und dazu Basilikumeis zum Hineinlegen lecker. Das atemberaubende Farbenspiel am Himmel schließt diesen ereignisreichen Urlaubstag dann angemessen ab. _DSC5566 _DSC5572

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09.06.2015 Bitte, liebe Fee, mach die anderen Touris weg

Eine der beeindruckendsten Gebirgsformationen auf der Isle of Skye sind die Cullins. Diese werden als Wandergebiet weithin gelobt und sind eigentlich der Hauptgrund, warum Tom das Gefühl hatte, dass wir das letzte Mal die Isle of Skye nicht wirklich erkundet haben. So suchen wir eine Wanderroute in diesem Gebiet. Wir stellen schnell fest, dass wir hier völlig naiv waren. Wenn man in Schottland von Gebirgsmassiv und Wandern redet, scheint das immer mehrtägig, mit Kletterausrüstung und anspruchsvoll zu sein. Da kriegen wir diesmal unsere schwangere Bergziege Gabi sicherlich nicht hinauf. So entscheiden wir uns (eher durch Ausschlussverfahren) für eine Annäherung an die Cullins, d.h. eine Wanderung, die sich eher in ihrem Schatten bewegt, als wirklich in das Gebirgsmassiv hinein zu führen. So kommen wir auf eine Wanderung, die den bezaubernden, fast schon entrückten und nach Einsamkeit klingenden Namen „Faerie Pools“ trägt.

Von Feen ist hier nichts zu spüren. Diese haben sich mit absoluter Sicherheit vor den Rudeln an Touristen versteckt, die sich zu den smaragdfarbenen Pools und Wasserfällen entlang des River Brittle wälzen. Hatte die Anfahrt über Hinterlandstraßen eher für Einsamkeit geworben, scheinen sich hier alle Touris der Insel für die Wanderung zu treffen. Naja, zumindest sehen wir dort die auch in unserem Hotel abgestiegene Familie aus der Schweiz und es verschlägt das junge amerikanische Pärchen am nächsten Tag dort hin. Zum Glück halten es die meisten mit Bilbo Baggins, und wandern nur „out and back again“, d.h. das kleine Stück zu den Pools und wieder zum Auto. Wir sind leidlich früh dran, so dass wir sogar noch auf dem offiziellen Parkplatz unter kommen – und selbst wir wünschen schon die laut labernden, schreienden, nöhlenden Touristen tief in die Pampa. Wir können uns nur vorstellen, wie das danach noch wird, als bei unserer Rückkehr der Parkplatz sowie alle möglichen Lücken entlang der Straße mit Autos zu geparkt sind. Von den Reisebussen mal gar nicht geredet, die hier nur ihre Höllenbrut ausspucken, bevor sie weiterfahren.

Doch ich greife voraus. Die Cullins sind phantastisch. Hohe abgerundete Formen (von Gabi fachmännisch als „sind halt schwarze Berch“ benannt). Entlang des Flusses gibt es kleine Schluchten, immer wieder Wasserfälle, und eben die beiden besagten Pools mit türkisgrünem Wasser. Sehr nett. Es geht immer leicht bergauf und wir lassen die Meuten irgendwann hinter uns.

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Wir wollen nämlich eine Rundwanderung machen. So kommen wir schnurstracks (auf leidlich matschigen Wegen) an den Fuß der Berge. Dort suchen wir uns einen schönen Stein und verzehren die mitgebrachten Körnerbrötchen mit Käse, Putenbrust, Ruccola und Tomate. Dazu kommt jetzt auch die Sonne durch den Dunst und wir genießen den Augenblick.

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Danach wird es feucht. Wir wandern einen wenig begangenen Weg entlang am Fuße des Berges, der sich als nachhaltige Schlammschlacht herausstellt. Man kennt das ja, wenn der Trampelpfad matschig ist, weichen die Leute halt nach links und rechts aus. So entstehen mehrere mögliche Trampelpfade nebeneinander. Wenn allerdings die Wahl aus den teilweise vorhandenen 8 parallelen Wegen keinen Unterschied mehr macht, weil sie alle verschlammt sind – und der Hang kein weiteres Ausweichen ermöglicht, muss man halt von Grassode nach Grassode nach PLATSCH springen. So kommen wir dann reichlich verdreckt auf einen besseren Weg, der uns wieder Richtung Auto bringt.

Die Wanderung hatte trotzdem viel Charme.

So belohnt sich Tom mit einem BBQ Pulled Pork Wrap vom obligatorischen Fastfood Stand am Parkplatz während Gabi selbst gemachte Cookie-Eiscreme leckt. Jedem das Seine.

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Da fehlt nur noch das Pulled Pork 🙂

Doch der Tag ist noch jung. Wir wollen auch noch die Gegend Richtung Elgol erkunden. Diese wurde in einigen Reiseführern hoch angepriesen. Dazu geht es auf schmalen Straßen ins südwestliche Hinterland, dort wo die Landschaft noch rauer wird, runde Hügel die Gegend prägen und eine Bucht ihres dazu tut, die Umgebung aufzupeppen. Wirklich toll anzuschauen.

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Dann fällt der Blick von Tom auf die Tankanzeige. Weil schnell klar wird, dass uns der Sprit auszugehen droht, drehen wir leider einige Meilen vor dem Ende der geplanten Strecke lieber um. Doch wir haben hier eine tolle, entlegene Landschaft gesehen.

Auf dem Rückweg halten wir noch an einem Friedhof mit verfallener Kirche. Hier soll eine Eisentür dafür sorgen, dass die Schafe wohl draußen bleiben. Diese hat ihren Zweck völlig verfehlt, denn zwischen den Grabsteinen grasen mehr Schafe, als in den Hügeln drum herum.

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Wir nutzen die verfallene Kirche noch für einige Fotos, bis wir uns schließlich auf den Weg nach Portree machen. Dieser Ort gilt als „Zentrum der Isle of Skye“. Was wir als sehenswertes erkunden ist allerdings lediglich eine nette farbige Häuserzeile am Hafen, damit haben wir dann auch schon alles gesehen.

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Fast logisch für eine Gegend, die offensichtlich den Tourismus lieber bremst wie unterstützt sind die Läden schon wieder mal alle um 17 Uhr geschlossen. Besser so, denn dann würden ja die Touris von ihren Tagesausflügen nach Portree zum Essen strömen und versuchen wollen, ihr Geld hier auszugeben. Dies wurde nachhaltig nach schottischem Sparprinzip unterbunden.

Wir haben ja mögliche Essens-Locations vorher schon mal gesichtet. Die Adresse des von uns anvisierten bevorzugten Restaurants kennt nicht mal unser Navi. Die zweite Alternative ist schon ausgebucht, die dritte hat schon zu. Nicht, dass wir damit schon durch alle Restaurants des Ortes wären, sondern nur durch die guten. So gehen wir in eine Pizzeria. Hier sollte man ja meinen, ein Restaurant, dass sich auf nichts anderes als Pizzen spezialisiert hat, kann diese auch noch gut. Weit gefehlt. Die Pizzen sind mit geschmackloser Tomatensoße dünnst bestrichen, Toms Pizza spärlichst belegt und der Rand ist verbrannt. Gabi nimmt eine Quattro Stagione, hier dominiert vor allem das Viertel mit Dosenoliven, die in einem großen Berg daherkommen (sollen diese die Cullins darstellen?). Wir jedenfalls sind nicht sonderlich angetan

Den Abend lassen wir mal wieder mit Schuhe waschen und entspannen ausklingen. Was für ein toller Blick auf die Bucht unter uns im Sonnen… ja was. Untergang gibt es hier um diese Jahreszeit nicht… Sonnensenkung? Sonnenhinterdenwolkenverschwindung? Irgendwie sowas, jedenfalls schön.

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08.06.2015: Ein magischer Ort – der walled Garden von Applecross

Diese Galerie enthält 32 Fotos.

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08.06.2015: Tom stellt sich seinem Nemesis

Das Frühstück im Motel ist überraschenderweise im Preis inbegriffen und genießbar. Jedoch ist hier das Meiste Tüten- und Dosenware, so dass es gegen Janes Rhabarberkompott und selbst gemachte Marmeladen nicht wirklich ankommt.

So kommen wir jedoch relativ bald los. Tom brettert erst mal weiter Richtung Süden.

2009 endete unser Urlaub in Schottland vorzeitig in Applecross. Vielleicht kann sich noch der eine oder andere erinnern, dass Tom damals auf geteerter Straße so böse umgeknickt ist, dass wir alle weiteren Unterkünfte absagen mussten und Gabi ihn zurück nach Edinburgh gefahren hat. Heute wollen noch einmal an diesen Ort zurückkehren, an dem Schottland Tom damals besiegt hat.

Dazu kämpft sich Tom mit viel Laune die einspurige Passstraße Bealach Na Ba – die höchste Passstraße Schottlands – in die Kintail Mountains hinauf und zur Küste wieder hinunter. Gabi kämpft eher mit der Übelkeit. So haben wir beide unseren Spaß :-).

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Wir wollen hier vor allem zurück in den Walled Garden, einen entrückt angelegten Garten, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Hier findet man nicht etwa kultivierte Beete, sondern eine einzigartige Mischung aus Kultiviertheit und mit Flechten und Moosen überwucherte Wildnis. Tom hat hier ein ausgiebiges Fotoshooting eingeplant. Und selbst Gabi lässt sich von der Stimmung hinweg reißen und knipst mit ihrer Kamera was das Zeug hält („jetzt bin ich fast traurig, dass ich die Anleitung zur Kamera immer noch nicht gelesen habe“).

(Bilder aus dem Garten gibt es dazu in einem eigenen Blog-Eintrag)

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Irgendwann werden wir in die Jetzt-Zeit zurückgezogen, vor allem durch unsere knurrenden Mägen. So gehen wir ins Applecross Inn zum Mittagessen (das nicht nur 2009 zum besten Pub Schottlands gekürt wurde, sondern auch immer wieder danach). Dieses ist fast schon brechend voll, wir sind nicht die einzigen, die von diesem „Geheimtipp“ gehört haben. Gabi lässt sich eine Karotten-Pastinaken-Suppe schmecken. Tom wählt einen Krabbensalat. Dieser stellt sich dann als ein Krabbengehäuse voll Krabbenfleisch und Tunfischsalat heraus. Mit einem grünen Salat und einen zur Rose geformten geräucherten Lachs eine wirklich Köstlichkeit. Nachdem unsere Tischnachbarn einen Apple-Nectarine-Crumble vor unseren Augen verzehren und damit auch noch so unanständige Geräusche machen, als würde es ihnen schmecken, bestellen wir zum Nachtisch auch so etwas. Immerhin wird uns erklärt, es sei ein sehr traditioneller Nachtisch. Leider ist es viel zu gut um etwas stehen zu lassen 🙂 Und auch wir machen irgendwie diese Hmhmhm… geräusche.

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Das Auto hat auf dem Rückweg über den Pass gefühlt einen Zentner Crumbles mehr mit hochzutragen. Wir kommen aber wohlbehalten auf der anderen Seite an.

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Nach der Passstraße macht Gabi ein bisschen die Äuglein zu – und schon sind wir auf Skye – unserer vorletzten Region des Urlaubs.

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Wir haben uns heute für ein Essen im B&B entschieden und kaufen dafür auf der Herfahrt im Supermarkt für eine herzhafte Vesper ein.

Das B&B stellt sich wieder einmal als Meisterstück Gabis Auswahl heraus. Auf einem Hügel gelegen überblicken wir von hier aus den Loch Snizart. Doch nicht nur das. Wir haben kein kleines Zimmer, sondern die Loch Snizart Suite. Diese zeichnet sich vor allem durch ein Wohnzimmer aus, von dem man durch 6 Panoramafenster auf einem riesigen Ledersofa sitzend ohne den Kopf zu drehen die ganze Bucht überblicken kann. Alles ist ganz neu und schön gemacht. Gut, dass wir heute nicht mehr weg wollen. So genießen wir mit unserem mitgebrachten Dinner die Location ausgiebig und nehmen heute Abend mal einen Gang raus.

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Tom probiert eine schottische Chipstüte mit der Geschmacksrichtung „Haggis and Crushed Black Pepper“. Man kann sie essen, muss es aber nicht. Nach einigen Chips wird der Geschmack eher unangenehm. Wir erklären das Experiment für gescheitert und entsorgen die restliche Tüte.

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07.06.2015: Bye Bye Nordsee, Hello Atlantik

Heute müssen wir früh los, es geht mit der Fähre zurück aufs schottische Festland.

Unsere Hauswirtin Jane macht uns noch Frühstück (sogar Lachs und Eier), obwohl es noch weit vor der normalen Frühstückszeit ist. Immerhin haben wir gefragt. Die Australier, die heute mit derselben Fähre abreisen kriegen nichts. Sie tauchen einfach zur Abfahrt aus ihrem Zimmer auf. Was uns noch völlig überrascht: Die gute Seele drückt Gabi noch ein kleines Päckchen mit einem Geschenk in die Hand. So eine rundum Versorgung haben wir noch selten erlebt.

Wir rollen gerade auf den Parkplatz der Fähre, als das Boarding beginnt. Die diesmal deutlich ruhigere Überfahrt verbringen wir mit Lesen und saugen uns mit Hilfe des Wifi an Bord der Fähre (das höchst sporadisch funktioniert – scheinbar werden die Daten mit den Wellen angespült) die Wanderroute für den Nachmittag aufs IPad.

Kaum hat die Fähre angelegt, geben wir Gas. Es geht erst nach Westen an der Nordküste entlang, dann nach Südwesten quer durch die Highlands. Die anfangs noch gut ausgebaute Landstraße (“Kategorie A” ) wird irgendwann einspurig (A steht jetzt wohl mehr für „Allmächd“). Dann werden die Straßen noch enger, so dass der Asphalt kaum breiter ist, wie für ein Auto wirklich notwendig (Kategorie B wie in „Bass mal obachd”). Die Natur um uns herum ist atemberaubend. Mal brettern wir durch ein saftiges grünes Tal, entlang an einem breiten, ruhigen Fluss, mal über eine Mondlandschaft, pockennarbig bewachsen mit Heidekraut und Moosen. Und immer wieder vorbei an Löchern. Hätten wir heute nicht so eine lange Fahrstrecke vor uns, hätten wir noch an 100 mehr Stellen anhalten können als wir es eh schon getan haben und einen der vielen Wanderwege ausprobieren. Tom drückt aber aufs Tempo und hängt so ziemlich jedes andere Auto auf der Straße ab. Mal lassen sie ihn schon freiwillig vorbei, mal überholt er, wo die Straße mal eine Überholspur hat.

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Wir machen noch einen Stopp an der sehr fotogen gelegenen Burgruine Ardvreck Castle am Loch Assynt, wo vor allem die uns umgebenden bedrohlichen dunklen Wolken eine mystische Stimmung aufkommen lassen.

_DSC5007Dann nähern wir uns der Westküste. Auf den letzten 11 Meilen bis zu unserer Wanderung verändert sich die Landschaft noch einmal komplett. Zugegeben, wir fahren einige Höhenmeter nach oben, aber nicht so viele, dass wir wirklich plötzlich in eine subalpine Landschaft vordringen würden mit Gebirgsseen, bloßem Stein und einem kleinen Dorf, dass stark an ein Gebirgsdorf in den Alpen erinnert. Wo sind wir durch das Wurmloch gefahren und haben es nicht bemerkt? Das letzte Stück ist die Straße nur noch ein schmaler Streifen Teer und wir rollen auf die Parkmöglichkeit vor dem Stoer Head Lighthouse. Die Sonne scheint, doch am Horizont sieht man einige dunkle Wolken. Wir laufen von hier aus los zum „Old Man of Stoer“. Einer Felsnadel, die vor den Klippen aus dem Meer ragt. Dazu geht es immer höher hinauf auf die Klippen und an diesen entlang. Der beschriebene Bog-Faktor dieser Wanderung war „3 von 5“. In der Realität heißt das, wir waten durch nasse Wiesen und Rinnsale, der Boden ist häufig matschig und moorig, so dass wir bald dreckige Wanderschuhe und vollgespritzte Hosenbeine haben. Macht ja aber nichts. Könnte ja schlimmer kommen. Um dies einzuleiten geht erst mal ein Wolkenbruch über uns nieder – wir natürlich mit Regenjacken ausgestattet waten im diagonal fallenden Regen weiter, der so richtig schön die Hosenbeine durchnässt. Tom tritt irgendwann auf eine heimtückisch morastige Stelle und kaum hat er sich versehen steckt er mit beiden Beinen fast bis zum Knie im Morast. Der linke Fuß lässt sich relativ leicht wieder befreien, der rechte steckt noch tiefer und beim Versuch ihn herauszuziehen, will der Schuh eigentlich lieber in den Tiefen des Morastes stecken bleiben. Erst mit massiven Anstrengungen kriegt er diesen mit heraus. Wo vorher noch Schuhe gewesen sind, befinden sich jetzt zwei dicke Batzen Moor. Aus den Schuhen läuft Brackwasser und die Hosenbeine sind bis zu den Waden schwarz vor Dreck. Gabi kann sich das Lachen nicht wirklich verkneifen. Super, dann muss man ja beim Weiterwandern nicht mehr wirklich aufpassen, wo man hin tappt. Wenige Minuten später hat es auch zu regnen aufgehört und wir haben strahlend blauen Himmel. Als wir den ersten wirklich guten Aussichtspunkt des Old Man of Stoer erreicht haben, entscheidet Tom, dass wir nicht mehr die ganze Runde weiterlaufen, sondern dass wir von hier aus quer den Hügel so lange hochgehen, bis wir den Weg der Rückroute queren. Dazu wandern wir auf unglaublich federnden heide- und moosüberwuchertem Boden. Für Tom ist das das Highlight der Wanderung. Wir treffen leider viel zu bald auf den Rückweg und wandern diesen mit phantastischen Ausblicken über das Land zurück Richtung Auto. Gabis Anmerkung zum improvisierten Rückweg: „Ich muss Tom Recht geben. Die terrassenförmige Moorlandschaft, bewachsen mit Heide und Moosen, ist interessant anzuschauen. Auch die Miniwasserfälle und Sumpflöcher sind wunderschön. Doch wenn man kurz vorher seinen Ehemann schon fast im Morast versinken sieht steigt das Unbehagen mit jedem Schritt. Man kann oft nicht vorher erkennen, ob der nächste Schritt im trockenen landet. So überzeuge ich Tom dann später auf eine Straße für den Abstieg auszuweichen.“

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_DSC5070Leider kommen wir am Parkplatz 5 Minuten nach 17 Uhr an und die nette Bude wo wir uns schon einen Snack versprochen hatten, macht gerade dicht. Wir haben schon festgestellt, in Großbritannien gibt es sehr häufig an Wanderparkplätzen auch mobile Imbisse. Eine gute Einrichtung. Nur an den Öffnungszeiten müsste man noch was tun.

Auf einer Klippe gibt es hier eine Bank, wo wir uns noch ein bisschen hinsetzen und die Sonne genießen. Dabei schauen wir einer Schafmutter mit Lämmchen zu, die auf den äußersten Ausläufern einer Klippe nach Gras suchen, als gäbe es hier, keinen halben Schritt vom Absturz entfernt, besseres Fressen als 5 Meter weiter.

Auf der Weiterfahrt gibt es noch jede Menge tolle Szenerie zu bewundern:

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Weiter geht die Fahrt dann noch 1 Stunde, bis wir zu unserer Unterkunft in Ullapool kommen. Dieses stellt sich als nettes Fischerdörfchen heraus, wo wir versuchen im vom B&B Besitzer empfohlenen Pub mit “excellent food” unterzukommen. Doch die Wartezeit von 1h schreckt uns ab und wir holen uns noch mal Fish & Chips an einer Bude, nachdem die Auswahlmöglichkeiten an Restaurants eher begrenzt scheint.

Den Rest des Abends verbringen wir damit die Hosen zu reinigen und die Schuhe erst zu säubern und dann trocken zu legen.

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06.06.2015: Wir wollen auch Puffins sehen :-(

Eine Vogelart, die es in die Orkneys gibt, sind die Puffins, auf Deutsch Papageientaucher. Diese sehen wir Mini-Pinguine mit rotem Schnabel aus. Die Australier, die auch im B&B wohnen sind ganz verrückt auf diese und es scheint uns, als wäre dies der einzige Grund, warum sie überhaupt hier her gekommen sind. Jedenfalls hatten diese gestern (nachdem es diese Vögel zu dieser Jahreszeit auf Mainland nicht gibt, eine Fährfahrt auf die noch nördlicher liegende Insel Westray gebucht sowie dort einen Mietwagen. Das hätten wir auch tun können und Tom ärgert sich etwas nicht auf diese Idee gekommen zu sein. Naja, immerhin bleibt auch hier der versprochene Regen noch etwas aus.

Nachdem andere Gäste von der „Tomb of the Eagles“ erzählt haben, haben wir uns diese heute stattdessen vorgenommen. Dazu muss man über mehrere Dämme bis ans Südende der von Mainland mit dem Auto aus erreichbaren Inseln fahren. Hier liegt im Nirgendwo auf einer Klippe diese neolithische Grabkammer. Von einem Farmer entdeckt und brav an die Behörden gemeldet. Dann passiert halt mal über 10 Jahre NICHTS. Irgendwann wird es dem „local guy“ zu bunt, schließlich liegt das Ding ja auf seinem Land. Also heuert er einen Archäologen samt Team an die die fangen mal illegaler Weise an zu graben. Sie finden neben hunderten menschlichen Skeletten und Knochen auch jede Menge Alltagsgegenstände und vermutlich zeremonielle Artefakte. Mit diesen geht man hier mal so richtig auf Tuchfühlung. Wir dürfen im Visitor Center die Fundstücke alle mal in die Hand nehmen (eigentlich werden sie uns eher schon aufgedrängt). 5.000 Jahre alte Perlen in der Hand zu halten ist schon etwas ganz Besonderes. Wir bekommen auch eine eingehende Präsentation zu der Fundstätte, den Funden sowie einer ebenfalls hier liegenden bronzezeitlichen Fundstätte, die scheinbar eine Art Werkstatt war, in der Wasser erhitzt wurde. Für welchen Zweck kann nicht mehr rekonstruiert werden. Grübelnd dürfen wir über die Felder losziehen, denn die Grabkammer ist ca. 1 km entfernt. Unterwegs besichtigen wir noch die Reste des bronzezeitlichen Hauses: In der Mitte gibt es ein großes Steinbecken in dem man verbrannte Steine gefunden hat. Diese wurden offensichtlich in der gleich daneben befindlichen Feuerstelle erhitzt um dann das Wasser im Becken zu erhitzen. Gleich neben diesem Becken gibt es ein weiteres Wasserbecker, dass mit einem kleinen Fluss außerhalb der Steinmauern verbunden ist sowie einen Ausguss. Badehaus? Waschhaus? Färberbecker? Bierbrauerei? Alles scheint möglich, für Tom aber nicht vieles davon sinnvoll erklärlich. Das hier sieht nach Massennutzung aus, weniger nach einem „wir baden einmal im Monat-Badehaus der Steinzeitmenschen”, denn neben dem Haus ist ein riesiger Abraumhügel aus vom Feuer zerplatzten Steinen, d.h. das Gebäude hier wurde lange und intensiv genutzt.

Nachdem die Zeitmaschine noch nicht erfunden wurde und auch wir keine weiteren sachdienlichen Hinweise finden, gehen wir irgendwann weiter zur Grabkammer. Die Grabkammer der Adler heißt so, weil man hier auch viele Skelette von Adlern gefunden hat, weshalb man annimmt, dass es sich dabei um das Wappentier des Stammes gehandelt haben könnte. Nachdem viele der Menschenknochen auch sehr verwittert wirken, vermutet man, dass einige Skelette im Freien liegen gelassen wurden und den aasfressenden Adlern bewusst dargeboten wurden. Ja so hat jeder seine Bräuche….

Der Eingang ist superflach und schmal. Cleverer Weise hat man ein Brett auf Rollen vorgesehen, auf das man sich mit dem Rücken legt und an einem Seil, dass an der Decke des Eingangsschachtes befestigt ist, entlangzieht. Das ist doch mal was! Auch ansonsten ist von einer „nicht berühren“ und „keine Fotos“ Mentalität wie in Maeshowe nichts zu spüren. Ist ja auch kein Aufsichtspersonal da. Wir erkunden die Kammer, bleiben auch diesmal nicht stecken, machen aber auch diesmal keine weiteren bahnbrechenden Funde. Also wandern wir auf einem Klippenweg wieder zurück

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Richtung Auto, nicht ohne einige der Bänke zu nutzen um die noch vorhandene Sonne zu genießen und den Vögeln und Wellen zuzuschauen. Nur zwei Äcker weiter steuern wir dann Skerries Bistro an. Ganz neu und mit einer kompletten Glasfront trennt es uns von dem plötzlich hereingezogenen Wolkenbruch und erlaubt uns trotzdem das Panorama der Klippen weiter zu bestaunen. Auch das Mittagessen ist lecker. Tom hat eine Fischsuppe, Gabi eine Gemüsesuppe. Danach teilen wir uns noch eine leckere Fruchttorte.

So gestärkt fahren wir mit einem kurzen Stop an der Italian Chapel

nach Kirkwall zurück, wo zwar jetzt die Läden offen sind, wir aber trotzdem wenig zum Mitbringen finden. Kitsch lass nach, Du bist umzingelt… So zieht es uns dann erst mal wieder zurück ins B&B um dort ein Päuschen einzulegen. Mittagsschläfchen!!!

Am Abend brechen wir nochmal auf, um nicht so leckeren Fish and Chips zu mampfen und die laut Hauswirtin absolut beliebte Parade der örtlichen Dudelsackgruppe zu bestaunen. Wir haben zwar in den USA schon wesentlich größere Bands gesehen, aber diese hier sind zumindest ECHTE Schotten, und Mühe geben sie sich auch. Sehr stimmig zu dem immer noch pfeifenden Wind und den kühlen Temperaturen. Wir lassen den Abend wie schon gewohnt am Feuer, Gabi mit zwei Tassen liebevoll von der Hauswirtin zubereiteten Tees und den von ihr selbst gebackenen Keksen, ausklingen. Das werden wir morgen ganz sicher vermissen!

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